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Maba-Mensch: Fossiler Frühmenschen-Schädel mit rätselhaften Dellen

Maba-Mensch: Fossiler Frühmenschen-Schädel mit rätselhaften Dellen

Ist es ein uralter Kriminalfall oder war es lediglich ein Unfall? Auf einem fossilen Schädel fanden Wissenschaftler jetzt die Spuren einer nicht ungefährlichen Wunde. Einige Wissenschaftler spekulieren über den ältesten Beweis für menschliche Gewalt. Andere geben zu bedenken, dass es sich dabei um den Nachweis handelt, dass bereits vor mehr als 100.000 Jahre verletzte Mitglieder von ihren Sippen gesundgepflegt wurden.

Das Leben vor Hunderttausend Jahren war garantiert kein Zuckerschlecken. Die Menschen mussten ihren Lebensunterhalt mit Hilfe der Jagd bestreiten. Wer Beute machen wollte, durfte keinesfalls zögerlich sein und sich auch großen Beutestücken gefährlich nähern. Die Gefahr von bösen Verletzungen war groß. Und war man bei der Jagd erfolgreich, so galt es die Beute gegen fleischfressende Raubtiere zu verteidigen. Und in Notzeiten können auch gewalttätige Auseinandersetzungen mit anderen Vertretern des frühen Homo sapiens nicht ausgeschlossen werden. Zumindest belegen fossile Überreste, dass es in der frühen Menschheitsgeschichte zu sehr schweren, oftmals tödlichen Verletzungen kam. Noch heute finden sich Spuren davon auf fossilen Knochen. Doch nach tausenden von Jahren ist es sehr schwer, zu klären, wie diese Wunden zustande gekommen sein können.

Das Leben des Maba-Menschen war definitiv kein Ponyhof

Eine Forschergruppe von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking (China) hat nun einen bekannten Schädel ganz genau untersucht. Es handelt sich hierbei um den sogenannten Maba-Menschen, der 1958 in der Provinz Guangdong entdeckt wurde. An der rechten, vorderen Schädelseite finden sich Spuren einer üblen Verletzung. Sie entstand vermutlich durch stumpfe Gewalt wie die Forscher im Fachmagazin PNAS berichten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Maba-Mensch einen schlimmen Unfall hatte. Vielleicht zog er sich die Verletzung aber auch bei einem Kampf mit einem anderen Frühmensch zu. Andere Gründe wie Krankheiten, Tumore oder Brandwunden schließen die Experten aufgrund der charakteristischen Form der Verletzung aus. Allerdings kann durchaus auch ein Sturz oder ein Unfall das Loch im Kopf hervorgerufen haben.

Es muss damals ein sehr lokalisierter und harter Treffer gewesen sein, vermutet der Forscher Erik Trinkaus, der ebenso an der Studie mit beteiligt war. Er kann sich gut vorstellen, dass der Treffer mit einem Stein genauso eine Wunde ergeben würde. Möglicherweise ist die Verletzung des Maba-Menschen die erste bekannte Spur von Gewalt unter den ersten Menschen.

Allerdings gibt es auch Zweifler. Sie argumentieren, dass Schädelverletzungen bei unseren Vorfahren relativ häufig vorkamen. So gibt es ca. 100 menschliche Fossilien aus dem Pleistozän, die ähnliche Wunden hatten wie der Maba-Mensch. Die Verletzungen finden sich je zur Hälfte auf der rechten und linken Kopfseite. Wenn Menschen sich gegenseitig „die Köpfe eingeschlagen hätten“, dann müsste sich die Mehrzahl der Verletzungen auf der linken Seite befinden, da auch in der Steinzeit die Rechtshänder in der Überzahl waren.
Die gleichmäßige Verteilung spricht gegen das gegenseitige Zufügen der Verletzungen und auch beim Maba-Mensch findet man die Verletzung auf der rechten Schädelseite.

So rätselhaft die fossilen Überreste auch sind, sie beweisen die Fürsorge der Frühmenschen

Die Entstehung der Verletzung lässt sich leider nicht mehr rekonstruieren. So bleibt der Maba-Mensch weiterhin rätselhaft. Bislang ist noch nicht einmal geklärt, ob es sich um den Schädel eines Mannes oder einer Frau handelt. Selbst das Alter des Schädelt ist bislang nicht genau datiert. Es wurde anhand der umliegenden Funde geschätzt. Demnach hat der Maba-Mensch ein Alter von 129.000 bis 135.000 Jahren. Es könnten aber auch über 230.000 Jahre sein. Und selbst die Art ist nicht sicher. Dieses Fossil könnte sowohl ein Vertreter des Homo erectus als auch eines Homo sapiens sein.

Doch trotz aller Ungereimtheiten beim Maba-Mensch steht eines mit Sicherheit fest: Das Individuum starb nicht an seiner schweren Kopfverletzung. Die Kopfwunde heilte vollständig aus. Dieser Heilungsprozess hat vermutlich mehrere Monate gedauert. Damit ist der Maba-Mensch ein Beweis dafür, dass sich bereits unsere frühen Vorfahren umeinander kümmerten und verletzte Mitmenschen gesund gepflegt wurden.
Andere Merkmale am Schädel deuten darauf hin, dass der Maba-Mensch ein für die damaligen Verhältnisse biblisches Alter erreichte. Er wurde zwischen 40 bis 60 Jahre alt. Er war in der Steinzeit wahrlich ein Methusalem.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 13:52 Uhr )
 

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