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Waren Säbelzahnkatzen wirklich so gefährlich?

Waren Säbelzahnkatzen wirklich so gefährlich?  (Wordle)

Säbelzahnkatzen wirken gefährlich: Sie waren groß. Hatten ein stattliches Gewicht und beängstigend lange Zähne. Aber waren sie wirklich so oder machten sie nur einen auf „dicke Hose“? Vielleicht waren sie eher harmlose Riesen und keine wirklich effektiven Jäger?

Doch nehmen wir zunächst die harten Fakten auf: Säbelzahnkatzen (Smilodon) wurden bis zu 1,20 Meter groß und erreichten ein Gewicht von bis zu 400 kg. Ihr Markenzeichen sind die langen Eckzähne. Sie wirken noch heute auf Menschen furchteinflößend, weshalb es die Tiere auf den zweiten Platz der gefährlichsten Raubtiere aller Zeiten schaffen. Sie werden nur noch vom Tyrannosaurus rex übertroffen.

Doch vielleicht war das alles nur Tarnung und die Smilodons ernährten sich eher von Aas und Fleischabfällen? Wofür benutzten die Tiere überhaupt ihre bis zu 30 cm langen Fangzähne? Genau diesen Fragen ging ein Team von Wissenschaftlern von der University of New South Wales (Australien) nach. Die Paläontologen kamen zu dem Schluss, dass bei den Säbelzahnkatzen mehr Schein als Sein an der Tagesordnung war. Anders als ihr Image es suggeriert, hatte ein Smilodon einen eher weichen Biss – vergleichbar mit der einer Miezekatze.

Ausgestorbenes Smilodon: Schmusekatze oder Bestie?

Spielkarte: Säbelzahnkatze (Smilodon)Diese Erkenntnisse basieren zum einen auf den Funden von Fossilien aber auch auf modernen Techniken wie Computersimulationen und Altersbestimmungen. Durch die Kombination der Methoden lassen sich Aussehen und Verhalten rekonstruieren. Mittlerweile weiß man, dass es in den letzten 15 Millionen Jahren ganz unterschiedliche Arten von Säbelzahnkatzen auf der Erde gab. Es gibt keine direkte Verwandtschaft mit den heutigen Tigern. Sie gehören einer anderen Unterfamilie der Felidae (Katzen) an. Korrekterweise muss es daher auch Säbelzahnkatzen und nicht Säbelzahntiger heißen. Die letzten ihrer Art starben vor etwa 10.000 Jahren mit dem Ende der letzten Eiszeit aus.

Der bekannteste Vertreter seiner Art ist die Säbelzahnkatze Smilodon fatalis. Sie war das Vorbild für den Diego aus den Ice Age-Filmen. Dieses Smilodon streifte durch die amerikanischen Prärien. Die Tiere gelten als der Prototyp einer Bestie. Doch im Fall der Fälle waren die Tiere kaum in der Lage, größere Beutetiere im Todeskampf festzuhalten. Der Kiefer schaffte es nicht, zappelnde Beutetiere über lange Zeit zu fixieren. Löwen halten den Todesbiss bis zu 20 Minuten und länger durch.
Ein Smilodon dagegen riskierte bei einer um ihre Leben kämpfenden Kreatur gefährliche Verletzungen. Ein Schädel- oder Zahnbruch wäre sehr wahrscheinlich gewesen. Ein solches Missgeschick wäre einem Todesurteil gleichgekommen.

 

Video über die Bisskraft von Säbelzahnkatzen (in Englisch)

 

Hochspezialisiert für die Großwildjagd. Definitiv keine Allrounder.

Dennoch waren die Säbelzahnkatzen ganz bestimmt keine verschmusten Stubentiger sondern gefährliche Raubtiere. Denn was an Bisskraft fehlte, machten die Tiere an anderer Stelle mehr als wett. Sie besaßen beispielsweise einen muskulösen und starken Körper. Damit konnten sie problemlos eine Beute niederringen. Die mächtigen Vorderpranken und scharfen Krallen taten ihr übriges dazu. So konnte ein Smilodon fatalis trotzdem problemlos Tiere bis zur Größe eines Bisons niederringen. Letztlich war das Gebiss mit den riesigen Eckzähnen nur noch die finale Waffe. Mit einem gezielten Biss in den Hals wurden die Beutetiere getötet.
Für kleine Beute war Smilodon fatalis völlig überdimensioniert. Er war daher ein spezialisierter und effizienter Großwildjäger. Im Vergleich dazu sind Löwen die besseren Allrounder.

Es ist dennoch fraglich, ob man die durch die Untersuchung von Smilodon fatalis gewonnenen Erkenntnisse so ohne weiteres auf alle anderen Arten übertragen kann. Es gibt nämlich auch Arten, die kaum größer als ein heute lebender Ozelot wurden und nur ca. 16 Kilo auf die Waage brachten.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 08. Februar 2012 um 21:42 Uhr )
 

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