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Uralte Betten: Schöner Träumen in der Steinzeit

Uralte Betten: Schöner Träumen in der Steinzeit (Wordle)

Die ersten Betten der Menschheit bestanden aus mehreren Schichten von Gras und Binsen, die mit weichen Blättern bedeckt wurden. In Südafrika gruben Archäologen die Überreste einer solchen Schlafstatt aus. Ihr Alter wird auf 77.000 Jahre geschätzt. Die Pflanzenmatten sind die bislang ältesten, entdeckten Betten. Doch sie beweisen auch noch etwas anderes: In ihrem Heim betätigten sich unsere Vorfahren schon früh als Kammerjäger.

In den bislang ältesten bekannten Betten schliefen die frühen Menschen bereits vor ca. 77.000 Jahren. Die Schlafgelegenheit bestand aus Matten, die die Steinzeit-Menschen aus Ästen, Riedgras, Binsen und Blättern fertigten. Vermutlich schliefen sie nicht nur auf den Pflanzenmatten sondern lebten auch darauf. Das vermuten zumindest Forscher aus Südafrika, Deutschland und den USA, die ihre Untersuchungen im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichten.

Die Forscher machten diese sensationelle Entdeckung unter dem sogenannten Sibudu-Felsvorsprung. Dieser liegt in der Provinz Kwazulu-Natal etwa 40 Kilometer von Durban in Südafrika entfernt. Die bislang ältesten Funde von Schlafmatten stammen aus Spanien, Israel und Südafrika. Sie haben ein Alter von ca. 20.000 bis 30.000 Jahren.
Die jetzt entdeckten Schlaflager seien allerdings weder geflochten noch gewoben. Die Forscher gehen davon aus, dass von den Menschen zunächst kleine Äste, Binsen und Gras übereinandergeschichtet und anschließend festgetrampelt wurden. Zum Abschluss wurde das Lager mit Blättern abgedeckt.

Weiches Schlaf-Bett mit integriertem Insektenschutz

Eindeutig identifiziert werden konnten die Blätter von einem Lorbeergewächs. Cryptocarya woodii produziert Substanzen, die Insekten und deren Larven nicht besonders gut tun. Es handelt sich also um ein sehr frühes Insektizid, dass gerade in Afrika, wo von Stechmücken schwere Krankheiten übertragen werden, einen wichtigen Schutz bot. Damit hätten die Steinzeit-Menschen, die unter dem Sibudu-Felsvorsprung kampierten, einen entscheidenden Vorteil gehabt.

Insgesamt gelang an der Ausgrabungsstelle der Nachweis von mehreren Schlafmatten aus unterschiedlichen Epochen. Sie wurden auf ein Alter von 38.000 bis 77.000 Jahre geschätzt. Allerdings sind die Funde sehr fragil. Deswegen mussten sie in Gips und Harz eingegossen werden. Für Untersuchungszwecke schnitten die Wissenschaftler daraus Scheiben, die mittels Dünnschliff weiterbearbeitet wurden und letztlich unter dem Mikroskop untersucht werden konnten.

Leben, wohnen, arbeiten und kochen auf den Pflanzenmatten

Die Bewohner haben in späteren Zeiten immer wieder ihre Matten verbrannt. Dies wurde wahrscheinlich notwendig, um Parasiten abzutöten. Die Lager wurden viel genutzt. Reste von Knochen und anderen Sedimenten belegen, dass die Menschen nicht nur auf den Unterlagen schliefen sondern darauf auch ihren Alltag verbrachten.
In den nächsten Jahren soll in Südafrika ein größeres Areal untersucht werden. Bei dieser Untersuchung soll unter anderem geklärt werden, wie die Lebenswelt der damaligen Menschen aussah. Wo schliefen sie? Wie kochten sie? Und wo lebten sie?

Der Sibudu-Felsvorsprung gab bereits früher wichtige Fundstücke preis – beispielsweise angespitzte Knochen, die höchstwahrscheinlich für Jagdzwecke genutzt wurden.

 


Quellen:

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 13:28 Uhr )
 

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