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Himmelserscheinung an Heiligabend: War es der Weihnachtsmann, ein UFO, ein Meteorit oder Weltraumschrott?

Himmelserscheinung an Heiligabend: War es der Weihnachtsmann, ein UFO, ein Meteorit oder Weltraumschrott? (Wordle)

Mit dem Stern von Bethlehem hatte eine Himmelserscheinung vor mehr als 2000 Jahren bereits einmal einen Kult ausgelöst und so der arbeitenden Bevölkerung mit den Weihnachtsfeiertagen ein paar freie Tage beschert. Folgt im Jahre 2011 das Revival? Denn ein Himmelsspektakel am 24. Dezember gibt Deutschland Rätsel auf. Tausende Augenzeugen beobachteten auf dem Weg in die Kirche einen hellen Lichtschweif am Abendhimmel. Gibt es eine Erklärung für dieses Phänomen?

Ein rätselhafter Lichtschweif konnte am Heiligabend in Teilen Deutschlands am Himmel beobachtet werden. Aufgeregte Beobachter riefen bei verschiedenen Radiosendern wie beispielsweise Antenne Thüringen an.

Es gibt einige Amateur-Aufnahme des Lichtschweifs am Abendhimmel

Die Berichte ähneln sich. Zusammenfassend kann man zunächst als Fakten festhalten: Gegen 17.30 Uhr wurden drei glühende Streifen gesehen. Der breite Schweif zerstreute sich dann in mehrere Teile. Das Himmelsspektakel wurde nicht nur in Thüringen sondern auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen beobachtet. Irgendwie kann man bei den Schilderungen ein gewisses Deja-Vu-Gefühl nicht ignorieren: Es erinnert ein wenig an den Stern von Bethlehem oder an die von Rentieren gezogene Kutsche des Weihnachtsmanns.

Sternschnuppe, Weltraumschrott oder Weihnachtsmann?

Zunächst ist die Ursache noch unklar. Dennoch sind einige Erklärungen mehr als plausibel. Theoretisch könnte es sich um einen Flugzeugabsturz handeln. Doch dies ist ausgeschlossen, da kein Flugzeug vermisst wird. Die Sichtung eines UFOs ist auch eher unwahrscheinlich. Denn ziemlich sicher kurven Außerirdische nicht am Weihnachtsabend durchs Weltall. Die wollen doch bestimmt auch bei ihren Familien sein. Logisch, oder?! Bleiben noch zwei mögliche Erklärungen übrig. Zum einen könnte die Himmelserscheinung eine Sternschnuppe – also ein kleiner Meteor, der in der Erdatmosphäre verglüht ist -  gewesen sein. Doch die Zuschauer der beeindruckenden Szenerie berichten von einem hellen Schein, der in einem orangefarbenen Ton leuchtete. Er wäre größer und vor allem länger anhaltend als eine Sternschnuppe gewesen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt geht davon aus, dass es ein etwas größerer Meteor gewesen sein könnte. Immerhin treten jährlich ca. 200 Tonnen von außerirdischem Material in die Erdatmosphäre ein und fallen z. T. auf die Erde.

In einschlägigen Internetforen hat man eine weitere Theorie: Bei dem Himmelsschweif könnte es sich auch um Weltraumschrott handeln. Dieser hat bereits in den letzten Wochen und Tagen für einiges Aufsehen gesorgt. Mehrere Abstürze von Satellitenteilen sind dokumentiert. So stürzten mysteriöse Teile in Namibia, Thailand und in Russland ab. In Russland landete ein Überrest eines Satelliten in dem sibirischen Dorf Wagaizewo auf der Straße der Kosmonauten. Welch Ironie!
Bleibt noch die Theorie, dass es der Weihnachtsmann mit seinem Rentier-Schlitten gewesen sein könnte. Hier gilt es zunächst zu klären: Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Im Internet gibt es diverse Theorien über die Existenz der Weihnachtsmanns.

Beweise für bzw.  gegen den Weihnachtsmann

Was spricht gegen die Geschichte vom Weihnachtsmann?

Zunächst sind bislang noch keine freifliegenden Rentiere in freier Wildbahn beobachtet worden. Aber vielleicht gibt es ja noch eine unbekannte Rentierart, die doch fliegen kann. Immerhin gibt es noch geschätzte 300.000 Arten von lebenden Organismen, die bislang nicht klassifiziert wurden. Somit kann noch lange nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass es fliegende Rentiere gibt, die den Schlitten des Weihnachtsmanns ziehen.
Auf der Erde leben geschätzte 2 Milliarden Kinder. Als Kinder werden formal alle Menschen unter 18 Jahren bezeichnet. Die Zahl der Kunden des Weihnachtsmannes reduziert sich deutlich, da der nette ältere Herr offensichtlich keine Moslems, Hindus, Juden und Buddhisten besucht. Die Gesamtzahl an Geschenkeauslieferungen reduziert sich damit auf etwa 15 %. Das macht laut Volkszählungsbüro noch 378 Millionen Kinder. In jedem Haushalt leben durchschnittlich 3,5 Kinder. Das ergibt 91,8 Millionen Häuser, die angefahren/angeflogen werden müssen. Bei dieser Berechnungsgrundlage ist allerdings davon auszugehen, dass in jedem Haushalt mindestens ein braves Kind lebt.

Rechnet man die verschiedenen Zeitzonen ein, so hat der Weihnachtsmann, wenn er logischerweise von Osten nach Westen seine Auslieferungsroute plant, einen 31-Stunden-Arbeitstag an Heiligabend. Das beweist zunächst nur, dass weder er noch die Rentiere eine ordentliche Gewerkschaft haben. Auf Grundlage dieser Prämisse muss er 822,6 Besuche pro Sekunde machen. Für jeden christlichen Haushalt mit artigen Kindern stehen ihm somit eine Tausendstel-Sekunde zur Verfügung. Dies bedeutet Stress, denn er muss den Schlitten zunächst parken, aussteigen, den Schornstein herunterklettern, die Socken füllen, die Geschenke unter den Weihnachtsbäumen verteilen, wieder den Schornstein hinaufklettern und das nächste Haus anfliegen. Da bei dieser beschwerlichen Arbeit ordentlich Kalorien verbrannt werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Weihnachtsmann seine Energiereserven an den Resten des einen oder anderen übriggebliebenen Weihnachtsbüfetts auch noch „auffüllt“.

31-Stunden-Arbeitstag um 91,8 Millionen Häuser anzufliegen und 378 Millionen Kinder glücklich zu machen

Aber weiter in der Beweisführung.

Gehen wir weiterhin davon aus, dass diese 91,8 Millionen Stops gleichmäßig über die ganze Erde verteilt sind, liegen theoretisch 1,3 km Wegstrecke zwischen den einzelnen Stops. Das macht beim Hopping von Haushalt zu Haushalt nur 120,8 Millionen km. Bislang ist bei diesen Betrachtungen noch nicht beachtet, dass auch der Weihnachtsmann innerhalb von 31 Stunden auch mindestens einmal für kleine Weihnachtsmänner muss und die Rentiere auch etwas essen und trinken müssen. Aber das lassen wir zur Vereinfachung einfach mal außen vor.

Unsere bisherigen Überlegungen führen uns dazu, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt. Das entspricht in etwa der 3000-fachen Schallgeschwindigkeit. Das bislang schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug schafft es gerade einmal auf 43,8 km pro Sekunde. Wissenschaftler konnten bei Rentieren bislang lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 24 km pro Stunde beobachten.

Kommen wir nun zur Beladung des Schlittens. Geht man hier davon aus, dass der Weihnachtsmann den Konsumterror nicht fördern möchte und jedes Kind lediglich nur einen mittelgroßen Lego-Baukasten bekommt. Jedes Geschenk wiegt im Durchschnitt nur 1 Kilogramm. Damit hätte der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen. Zum Vergleich: Die bislang schwersten Flugzeugträger befinden sich noch im Bau. Die schwimmenden Kolosse der britischen Marine sollen es auf ein Gewicht von je 65.000 Tonnen bringen. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Aus Höflichkeit unterschlagen wir bei unseren Berechnungen auch das Gewicht des Weihnachtsmannes, den Zeugen als äußerst korpulent beschreiben.

Ein normales Rentier kann ca. 175 kg Nutzlast ziehen. Doch es ist davon auszugehen, dass ein fliegendes Rentier vermutlich das Zehnfache des normalen Gewichts zieht. Trotz dieser enormen Leistung benötigt man für den Schlitten nicht nur acht oder zehn Rentiere sondern ganze 216.000. Das erhöht das zu bewegende Gewicht auf 410.400 Tonnen. Dabei haben wir den Schlitten selbst, der doch eine ordentliche Ladefläche benötigt, noch gar nicht eingerechnet. Insgesamt muss mit Geschenken, Schlitten, Weihnachtsmann und Rentieren mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elisabeth bewegt werden.

Mit 216.000 Rentieren und 410.400 Tonnen Geschenken braust der Weihnachtsmann mit 1040 km/s durch die heilige Nacht, um alle Kinder glücklich zu machen.

Nun muss ein weiteres aerodynamisches Problem gelöst werden, denn 410.400 Tonnen erzeugen bei 1040 km/s einen unvorstellbaren Luftwiderstand. Dies hat zur Folge, dass die große Reibung die Rentiere aufheizt – ganz ähnlich wie dies beim Wiedereintritt eines Raumschiffes in die Erdatmosphäre geschieht. Nur liefern zeitgenössische Darstellungen vom Weihnachtsmann mit seinem Rentier-Schlitten keinen Hinweis darauf, dass Rentiere oder der Schlitten über einen entsprechenden Hitzeschild verfügen würden. Jedenfalls muss das vorderste Rentier-Paar pro Sekunde die Energie von 16,6 Trillionen Joule absorbieren. Wer es bis jetzt noch nicht kapiert hat, dem sei es drastisch vor Augen geführt: Jedes Rentier, das an die Spitze des Schlittens vorrückt, wird augenblicklich in Flammen aufgehen. Das nächste Rentier-Paar wird dem Luftwiderstand preisgegeben und … mit einem ohrenbetäubenden Knall atomisiert.

Innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden ist das komplette Rentierteam eliminiert. Auf den Weihnachtsmann wirken während der Beschleunigung die Kräfte der etwa 17.500-fachen Erdbeschleunigung ein. Angenommen der Weihnachtsmann hat ein Gewicht von federleichten 120 kg, so wird er mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton ans Ende des Schlittens gepresst. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass ein Mensch aus Fleisch und Blut ein solches Ereignis unbeschadet überlebt.

Diese Beweisführung lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Sollte der Weihnachtsmann jemals die Geschenke gebracht haben, so war sein erster Einsatz auch sein letzter Einsatz. Doch es gibt Hoffnung. Denn dieser Anti-Weihnachtsmann-Beweis stammt von einem Mathematiker. Physiker können die Existenz des Weihnachtsmanns lückenlos beweisen, denn es gibt die Heisenbergsche Unschärferelation. Diese ist nicht ganz einfach zu verstehen. Aber man kann sie - grob vereinfacht - wie folgt erklären: Auf seiner Bahn schwirrt ein Elektron mit einem solchen Karacho um einen Atomkern herum, wie in etwa der Weihnachtsmann bei seiner Schlittenfahrt an Heiligabend haben müsste. Nun bräuchte man eine winzig kleine Zeiteinheit, um den Standort des Elektrons zu einem fixen Zeitpunkt festmachen zu können. Diese Zeiteinheit existiert aber nicht, deswegen ist der Standort des Elektrons unscharf. Physiker sprechen in diesem Fall davon, dass das Elektron „verschmiert“ ist. Das wiederum bedeutet, dass sich das Elektron gleichzeitig an mehreren Orten befinden könnte. Und genauso ist es mit dem Weihnachtsmann.

Dank der Heisenbergschen Unschärferelation kann der Weihnachtsmann an mehreren Orten gleichzeitig sein

Beide beschriebene Beweise beweisen lediglich, dass es genauso viele Argumente für den Weihnachtsmann gibt wie solche, die gegen seine Existenz sprechen. Und da am Weihnachtsabend bekanntlich alles möglich ist, warum soll es dann keinen Weihnachtsmann geben? Und warum soll das mysteriöse Himmelsphänomen über Deutschland nicht doch der Schweif des Weihnachtsmannschlittens gewesen sein? Und so viele leuchtende Augen wie gestern Abend können sich einfach nicht irren! Also, liebe Kinder, lasst Euch bloß nicht einreden, dass es keinen Weihnachtsmann gibt und wenn es ihn gäbe, dass er dann bei der Geschwindigkeit  explodieren müsste.
Hermine Granger macht es im dritten Harry Potter-Teil schließlich vor, als sie an mehreren Schulstunden gleichzeitig teilnimmt. Und was ein kleines Mädchen aus Hogwarts kann, kann der Weihnachtsmann erst recht. Er ist ja eine Mischung aus Supermann, Luke Skywalker und Kaptain Kirk!

 


Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 08. Februar 2012 um 21:43 Uhr )
 

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