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Medizinische Sensation: Das Super-Antibiotikum auf den Höhlenmalereien

Medizinische Sensation: Das Super-Antibiotikum auf den Höhlenmalereien (Wordle)

Antibiotika-resistente Keime stellen die moderne Medizin zunehmend vor Probleme. Die entwickelten Antibiotika sind bei sogenannten MRSA-Keimen immer häufiger wirkungslos, da sie mittlerweile zu oft eingesetzt werden. Derweil wird händeringend nach neuen Antibiotika gesucht. Jetzt machen Nachrichten Mut, die von Jenaern Forschern kommen.

Bei ihrer Suche nach neuen, hochwirksamen Antibiotika wurde von Jenaer Wissenschaftlern ein neuer Wirkstoff entdeckt. Wie das Hans-Knöll-Institut in Jena (Deutschland) mitteilte, handelt es sich dabei um den Wirkstoff Cervimycin K. Bereits 2003 wurden in Italien Bakterien entdeckt, die dieses Antibiotikum produzierten. Diese Bakterien leben auf … Höhlenmalereien aus der Steinzeit, die in der Grotta dei Cervi gefunden wurden.

Die nun veröffentlichten Untersuchungen ergaben, dass die Bakterien das Cervimycin K produzierten, weil ihnen ein bestimmtes Enzym fehlt. Dieses Enzym wiederum heißt CerJ. Das Cervimycin K ist besonders wirksam. Über ihre Forschungen berichten die Jenaer Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature Chemical Biology.

Mechanismen des Super-Antibiotika verstanden. Chancen auf hochwirksames Medikament steigen

Sie halten darin aber auch fest, dass der neue Super-Wirkstoff nicht auf chemischen Weg herstellbar wäre. Doch eröffnen die gewonnen Erkenntnisse neue Ansätze. Beispielsweise könnte die Produktion eines Medikaments mit Hilfe der Biotechnologie forciert werden. Hier wäre es möglich, bei den Bakterien gezielt das Enzym abzuschalten. Allerdings werden noch 10 bis 20 Jahre ins Land gehen, bevor ein richtiges, zugelassenes Medikament aus den Forschungsarbeiten entsteht. Als nächsten Meilenstein sehen die Jenaer eine Lösung für das Problem, dass die Moleküle derzeit noch schwer löslich seien. Die bessere Löslichkeit sei aber wichtig für den Herstellungsprozess. Trotz dieser Eigenschaftsveränderung darf an der Wirksamkeit nichts eingebüßt werden.
Auch gibt es noch keinen Partner in der Pharmaindustrie, der sich für dieses Antibiotikum konkret interessiert.

Trotz dieses Hoffnung machenden Fundes geht die Suche nach neuen Antibiotika weiter. Denn bei Krankheitserregern werden immer wieder neue Resistenzen gegen bekannte Wirkstoffe auftreten und diese dann wirkungslos machen. Fachleute sehen die Ursache der Resistenzen darin, dass Ärzte Antibiotika zu häufig verschreiben würden, die Patienten die Medikamente nicht bis Ende einnehmen und auch die Tierhaltung zu oft antibiotikahaltige Präparate einsetzt.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Freitag, 03. Februar 2012 um 09:56 Uhr )
 

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