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Menschliche Evolution: Erbgut des Denisova-Menschen entschlüsselt und veröffentlicht

Menschliche Evolution: Erbgut des Denisova-Menschen entschlüsselt und veröffentlicht. (Wordle)

Es ist bei vielen Zeitungen nur eine Randnotiz in der Rubrik „Wissenschaft“. Und doch hat die Meldung einiges an Sensationspotential. Handelt es sich doch um einen „großen Schritt für die Menschheit“. Aus einem Fragment eines noch relativ unbekannten Urmenschen aus der sibirischen Denisova-Höhle wurde das Genom dieses frühen Vorfahren entschlüsselt und im Internet frei zugänglich gemacht.

Der bekannte Leipziger Anthropologe Svante Pääbo, der am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (Deutschland) forscht, hofft, dass andere Biologen das Erbgut weiter analysieren werden und der Frage nach dem Menschsein nachgehen. Welche genetischen Veränderungen führten beim Homo sapiens zur Entwicklung einer so hohen Kultur und Technologie? Damit kommt man unweigerlich auch zu der Frage: Wie konnte es dem modernen Menschen gelingen, innerhalb kurzer Zeit die Erde zu besiedeln, nachdem er sich vor ca. 100.000 Jahren aus Afrika aufmachte?

Das Erbgut aus der Denisova-Höhle kann - genauso wie das Neandertaler-Genom - auf diese drängenden Fragen durchaus Antworten liefern. Bei diesen Forschungen werden möglicherweise auch noch neue Aspekte der Entwicklungsgeschichte von Denisova-Mensch und Homo neanderthalensis entdeckt. Beide ausgestorbenen Urmenschen gelten als Verwandte des heute lebenden Menschen. Es gab sogar einen gewissen Austausch zwischen den archaischen Vorfahren und dem Homo sapiens. Einige Überreste ihres Erbgutes finden sich auch im Erbgut von heute lebenden modernen Menschen.

Nach Aussagen der Leipziger Forschungsgruppe liegt das jetzt entschlüsselte Erbgut des Denisova-Menschen in einer sehr hohen Qualität vor. Diese Qualität wurde zuvor noch nie erreicht. Damit stellt es auch einen Meilenstein in der genetischen Erforschung der Evolution des Menschen dar.
Bereits 2010 veröffentlichten die Forscher ein vorläufiges Ergebnis der Untersuchungen der Erbinformation. Um an entsprechendes Material zu gelangen, wurde ein Fingerknochen eines Individuums des Denisova-Menschen untersucht. Zuvor hatte der Fund der bislang unbekannten, ausgestorbenen Menschenart 2008 für Aufsehen in der Fachwelt gesorgt.

Die Funde stammen aus der Denisova-Höhle, die in Südsibirien (Russland) liegt. Sie wurden auf ein Alter zwischen 50.000 und 30.000 Jahren datiert. Bei der jetzigen Untersuchung wurde dem Fingerknochen weniger als 0,1 Gramm an Material entnommen und die DNA mit Hilfe neuester Techniken untersucht. 
Noch immer wird übrigens die Denisova-Höhle erforsccht. Sie ist für die Archäologen eine wahre Fundgrube, denn wahrscheinlich diente sie bereits vor 280.000 Jahren Menschen als Unterschlupf und Behausung.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 08. Februar 2012 um 22:02 Uhr )
 

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