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Mammuts in Los Angeles?

Mammuts in Los Angeles (Wordle)Die Vorstellung, dass Mammuts durch Los Angeles wandeln, wandern, stapfen, trampeln, laufen, schlendern, ziehen könnten, ist für uns heute befremdlich. Vor ca. 40.000 Jahren war das ein alltägliches Bild. Man muss immerhin bedenken, dass Los-Angeles, wie wir es kennen mit seinen Häuserschluchten, dem Rodeo-Drive, unzähligen Museen und selbstverständlich Hollywood, zwar heute nach New York die 2. größte Stadt der Vereinigten Staaten ist, es wurde allerdings erst 1771 gegründet. Bis dahin gab es an dieser Stelle nur unberührte Natur, die sicherlich eine gradiose Kulisse für die Wanderung großer Tierherden bot.

Jetzt fanden Forscher in den La-Brea-Gräben von Los Angeles ein gut erhaltenes Mammut-Skelett und tauften es auf den Namen Zed. Die La-Brea-Gräben sind mit Teer gefüllte Gruben, die noch heute vor sich hinblubbern und aus einem natürlichen Vorkommen unterhalb der Stadt gespeist werden. Sie wurden im Laufe der Zeit zur Falle für Abertrausende Tiere. Kamen sie den sumpfigen Gruben zu nah, bot der Boden keinen Halt mehr und die Tiere versanken im Teer – luftdicht verschlossen und „gut geschichtet“ blieben viele Überreste und Details erhalten. Heute sind sie für Paläontologen eine wahre Fundgrube. Nicht umsonst werden die La-Brea-Gräben auch als „Mekka für Eiszeit Paläontologen“ bezeichnet.

Der neueste Zuwachs in der Sammlung der Paläontologen ist Zed mit seinen 3 Meter langen Stoßzähnen. Die Gruben bieten den Forschern einen Blick in die Tiefen der Zeit, denn sie ermöglichen die genaue Rekonstruktion der Flora und Fauna vor 10.000 bis 40.000 Jahren.
Bereits mehr als 4 Millionen Fossilien wurden aus diesem Fundort geborgen. So fand man seit Grabungsbeginn im Jahre 1969 zum Beispiel Fische, Muscheln, Baumstämme, sogar einzelne Blätter, diverse Kleinstsäugetiere, Schlangen, Schildkröten aber auch Großsäuger wie Riesenfaultiere, Säbelzahntiger und Mastodons. Die Experten schätzen übrigens, dass sie in diesem Fossilienlager noch mindestens die nächsten 20 Jahre zu tun haben und die versteinerten Überreste von Pflanzen und Tieren zu  Tage fördern können.

Übrigens ... auch in Deutschland gibt es einen Fundort, in dem ebenso spektakuläre Fossilienfunde gemacht werden. Es ist die Grube Messel - ein im Bundesland Hessen stillgelegter Tagebau. Er wurde von der UNESCO zur Weltnaturerbestätte erklärt. Im Ölschiefer von Messel sind sogar die Weichteile besonders gut erhalten. Ein Glücksfall für die Wissenschaft.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Samstag, 18. Februar 2012 um 21:31 Uhr )
 

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