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80 Auerochsen bildeten einst den Genpool, von dem die Hausrinder abstammen

80 Auerochsen bildeten einst den Genpool, von dem die Hausrinder abstammen (Wordle)

Genetiker interessieren sich schon lange für die Anfänge der Tierzucht. Auerochsen gelten als die Vorfahren der heutigen Rinder. Nun gelang es, den Genpool zu rekonstruieren, von dem letztlich auch die Milka-Kuh abstammt. Die Studie zeigt: Es können nicht mehr als 80 Auerochsen gewesen sein, die vor 10.000 Jahren erstmalig im Nahen Osten domestiziert wurden.

Eine kleine Ur-Herde bildete die Ausgangsbasis für die Rinderzucht. Von diesen 80, einstmals wilden Auerochsen stammen alle heutigen Hausrinder ab. Dies konnte eine genetische Studie jetzt nachweisen. Das internationale Forscherteam aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien verglich dazu DNA-Sequenzen heutiger Rinder mit Spuren, die aus historischen Knochen aus dem Iran stammen. Sie stammten von Tieren, die unmittelbar nach der Domestizierung lebten. Die Wissenschaftler fanden lediglich geringe Unterschiede. Diese sind nur dann erklärbar, wenn der anfängliche Rinder-Genpool derart klein war. Für die Erklärung der Entstehung der gefundenen Differenzen nutzten die Forscher Computersimulationen, mit denen sie die genetische Entwicklung durchspielten. Das Ergebnis: Die Unterschiede konnten nur dann erklärt werden, wenn die Ausgangspopulation 80 Tiere umfasste. Spielkarte: Auerochse

Die Untersuchungen bestätigen damit eine Vermutung, dass die ersten Auerochsen vor rund 10.500 Jahren im Nahen Osten gezähmt wurden. Hier haben viele der bis heute weltweit verbreiteten Nutztiere wie Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen ihren Ursprung. Die Menschen, die einstmals in der Region des Fruchtbaren Halbmonds (heute liegen hier die Staaten Israel, Libanon, Syrien, Türkei, Irak und Iran) lebten, waren die ersten, die Ackerbau und Viehzucht betrieben. Das war auch so schon bekannt.

Das Hausrind wurde aus dem Auerochsen gezüchtet. Die Geschichte der Domestizierung begann auf dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds

Doch nun können die Wissenschaftler die genauen Zahlen schätzen, mit denen die Menschen die Rinderzucht begannen. Und dabei kamen eben jene 80 Auerochsen heraus, von denen alle heutigen Hausrinder abstammen. Die geringe Zahl erstaunt selbst die Experten, da sie angesichts des großen Verbreitungsgebietes der Wilden Auerochsen in Europa und Asien mehr Gelegenheiten zur Domestizierung erwartet hätten. Allerdings decken sich die aktuellen Untersuchungsergebnisse mit den archäologischen Funden. Sie sprachen bislang auch für die Zähmung der wilden Rinder in einem kleinen Gebiet zwischen der Südosttürkei und Syrien.

Heute gibt es auf der Welt geschätzte 1,5 Milliarden Rinder. Sie sind wichtige Fleisch- und Milchlieferanten. Früher schätzten die Menschen auch ihre Kraft und spannten die Tiere beispielsweise vor den Pflug. Heutzutage sind die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt viel diskutierte Themen. So tragen die Rinder durch den bei der Verdauung entstehenden Methan-Ausstoß mit zur Verstärkung des Treibhauseffektes bei.

Die Untersuchung der Wissenschaftler wurde übrigens in der Fachzeitschrift Molecular Biology and Evolution veröffentlicht.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 02. Mai 2012 um 19:42 Uhr )
 

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