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Alte Hunderassen : Gar nicht so urtümlich wie vielfach gedacht

Alte Hunderassen : Gar nicht so urtümlich wie vielfach gedacht

Die Frage, wann Hunde sich zu Haustieren entwickelten, beschäftigt die Wissenschaft schon seit langem. Doch den genauen Zeitpunkt herauszufinden, entpuppt sich als gar nicht so einfach. Nun sind Forscher einen kleinen Schritt weitergekommen. Denn Genanalysen belegen nun, dass einige Arten, von denen man annahm, sie seien sehr urtümlich, gar nicht so alt wie gedacht sind.  Diese Rassen waren nur länger isoliert. Damit müssen größere DNA-Untersuchungen das Rätsel um die Domestizierung des Hundes zu lösen.

Bislang hielt man die Hunderassen Finnischer Spitz und Shar-Pei für besonders urtümlich. Einer kleinen Gruppe von Hunderassen wurde dieses Prädikat zugeschrieben. Die Rassen wären demnach ziemlich alt. Doch eine nun im Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlichte Gen-Studie hegt Zweifel an der Theorie der alten Rassen.
Die Autoren der Studie sind Forscher an der University of Durham in Großbritannien. Sie untersuchten das Erbgut heute lebender Hunde, um mehr über die frühe Domestikation ihrer Ahnen zu erfahren. Dazu wurden die Gene von insgesamt 1400 Hunden analysiert. Diese Hunde gehörten insgesamt 35 verschiedenen Hunderassen an. Auch 19 Wölfe wurden erbguttechnisch mit unter die Lupe genommen.

Bei der Studie stellte sich am Ende heraus, dass etliche Rassen, die bisher als besonders primitiv angesehen wurden, gar nicht so alt und damit auch nicht so urtümlich sind. Diese Hunderassen  konnten sich nur lange isoliert entwickeln. Durch diese Erkenntnis lassen sich die genetischen Muster von Basenji, Saluki und anderen alten Rassen erklären. Diese Hunde weißen untypische genetische Muster auf.
Generell stellen die urtümlichen Rassen eine Ausnahme dar. Denn der Hund begleitete den Menschen über alle Kontinente hinweg. Je nach Region entwickelten sich so die verschiedenen Hunderassen, die jedoch selten über längere Zeit isoliert blieben. Dieses kosmopolitische Lebensweise macht es nun Forschern schwer, sich auf die genetischen Spuren der Hundevorfahren zu begeben. Denn das Genom ähnelt sich so stark, dass die einzelnen Rassen genetisch nicht klar voneinander unterschieden werden können.

Die heute bekannten Hunderassen entstanden erst in den letzten 150 Jahren

Die Hunderassen, die wir heute kennen, sind genetisch gesehen recht modern. Die meisten Rassen entstanden während der vergangenen 150 Jahre. Bis dahin war der Genpool der Haushunde sehr homogen.  Die Unterschiede in der DNA, die sich bei heutigen Hunderassen finden lassen, sind demnach erst in jüngerer Vergangenheit entstanden. Von daher hat das Erbgut der als urtümlich geltenden Rassen wie z. B. Akita keine besondere Ähnlichkeiten mit dem der ersten domestizierten Rassen.

Mit ihrer Studie wollten die britischen Forscher eine Basis schaffen und zeigen, dass die inzwischen verfügbaren Techniken die günstige Entschlüsselung von großen Erbgutmengen ermöglichen. Ist die DNA erst einmal entschlüsselt, so können Vergleiche angestellt werde. Diese helfen dabei, die Ursprünge der Domestizierung des Hundes aufzuklären.

Leider ist immer noch unklar, wann, wo und wie Hunde zum Haustier wurden. Archäologische Funde belegen, dass bereits vor 17.000 Jahren Hunde die Begleiter des Menschen waren. Eine Gen-Analyse vermutete sogar, dass sich der Stammbaum der Vorfahren der Hunde und der Wölfe bereits vor 135.000 Jahren trennte. Allerdings wurde dieses Ergebnis bislang angezweifelt.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 24. Mai 2012 um 09:11 Uhr )
 

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