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Handabdrücke aus Spanien sind die bislang ältesten europäischen Höhlenmalereien

Handabdrücke aus Spanien sind die bislang ältesten europäischen Höhlenmalereien (Wordle)

In Spanien wurden rote Gemälde an einer Felswand näher untersucht. Wissenschaftler glauben, dass es sich dabei um die ältesten, bekannten Höhlenmalereien Europas handelt. Sie können dies anhand von Krümeln aus Kalk belegen. Als Künstler kommen Neandertaler oder aber die ersten, gerade eben in Europa eingewanderten modernen Menschen in Frage.

Die Handabdrücke aus roter Farbe können als Gruß aus der Eiszeit gedeutet werden. In den Höhlen bei Puente Viesgo an der spanischen Nordküste zieren viele dieser Handabdrücke die Wände. Wissenschaftler haben nun Beweise entdeckt, dass diese steinzeitlichen Graffitis vor mindestens 40.000 Jahren entstanden. Damit handelt es sich um die älteste Bemalung von Höhlen und deren Wänden in Europa. Die Kunst der Höhlenmalerei hätte damit auch viel früher begonnen als bislang bekannt.
Moderne Menschen bemalten offenbar schon Höhlen- und Felswände als sie gerade eben aus Afrika nach Europa einwanderten. Dies war vor maximal 42.000 Jahren.
Es gibt nur noch eine weitere mögliche Erklärung, wer der Urheber dieser Kunstsensation sein könnte: Der Neandertaler. Auch ihm kann man durchaus die Kunstwerke im Norden von Spanien zuschreiben. Und das wäre die noch viel größere Sensation.

Die Malereien entstanden vermutlich zu einer Zeit als gerade die Besiedlung Westeuropas durch den modernen Menschen entstand. Das erklären britische Archäologen und Anthropologen von der University of Bristol (Großbritannien). Das Team rund um Alistair Pike untersuchte die Handabdrücke. Sie kamen zu dem Schluss, dass Höhlenmalereien bereits vor der Besiedlung Europas zum kulturellen Repertoire unserer Vorfahren gehörten. Man kann allerdings nicht ausschließen, dass auch der Neandertaler diese kulturellen Errungenschaften beherrschte und deswegen auch für die Entstehung der Malereien verantwortlich sein kann. Immerhin lebten Neandertalergruppen noch in Nordspanien als die ersten Homo sapiens dort ankamen.

Handabdrücke faszinieren die Wissenschaft

In elf Höhlen an der Atlantikküste untersuchten die Forscher die Felsmalereien. Bislang war die Datierung von Höhlenmalerei sehr schwer. Das Wissenschaftlerteam rund um Alistair Pike hat nun eine neue Methode entdeckt, die die Datierung vereinfacht. Mit Hilfe von radioaktiven Substanzen wird das Alter von Kalkablagerungen bestimmt werden. Gemessen wird der Gehalt an Thorium-230. Dieses entsteht, wenn Uran radioaktiv zerfällt. Da sich die  Kalkablagerungen erst im Laufe der Zeit auf den Kunstwerken bilden, kann mit ihrer Hilfe geschätzt werden, wann die Künstler die Malereien schufen.

In einem Fall schauten sich die Wissenschaftler die Abbildung einer roten Scheibe in der Höhle El Castillo näher an. Sie datierten die darüber liegende Schicht aus Kalk auf ein Alter von 40.800 Jahren. Damit muss auch die Höhlenmalerei mindestens dieses Alter haben, denn der Kalk konnte sich ja erst nach dem Fertigmalen des Bildes bilden. In angrenzenden Höhlen entdeckten die Experten Artefakte, bei denen die Steinzeit-Picassos ihre Hände als Schablonen nutzen und diese in die rote Farbe gedrückt hatten. Diese Handabdrücke haben ein geschätztes Alter von 37.300 Jahren.

Ob moderne Menschen oder Neandertaler die Künstler waren, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen. Es lässt sich nicht ausschließen. Von den Neandertalern ist immerhin bekannt, dass sie möglicherweise ihre Körper bemalten und primitiven Schmuck aus Knochen und Muscheln fertigten. Es wäre demnach nur ein kleiner Schritt hin zu den Ersten Höhlenmalern in Europa.

Die Studie über die ältesten Höhlenmalereien in Europa erschien übrigens in Wissenschaftsmagazin Scienes. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftswerk der Wissenschaftler von der Universität von Bristol mit ihren spanischen Kollegen von der Universität Barcelona.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 14. Juni 2012 um 22:43 Uhr )
 

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