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Albinos: Weiße Tiere = heilige Tiere?

Albinos: Weiße Tiere = Heilige Tiere? (Wordle)Wo immer sie auftauchen, rufen sie Erstaunen hervor: Albinos - also weiße Tiere. Politisch korrekt müsste es heißen "Tiere mit Albinismus". Die Weißlinge werden scherzhaft auch tierische Bleichgesichter genannt. Albinismus kommt bei fast jeder Tierart vor - übrigens auch beim Menschen. Von Albinismus spricht man, wenn Pigmente vollständig fehlen. Diese Farbstoffe sorgen dafür, dass Fell, Haut, Schuppen oder Federn grau, braun, grün oder sonstwie gefärbt sind. Der Zauberstoff heißt Melanin und schützt vor der Sonnenstrahlung. Fehlen diese Pigmente so bleibt das Fell, die Haut, die Schuppen oder Federn einfach weiß. Die Tiere sind anfälliger für einen Sonnenbrand und Hautkrebs. Außerdem fällt es ihnen schwerer, ihre Körpertempereatur zu regeln. Vor allem bei Reptilien ist dies ein Nachteil.
Echte Albinos erkennt man an ihren roten Augen und der rosa Schnauze.

Obwohl Albinos sehr selten vorkommen, ist Albinismus eigentlich keine tödliche Krankheit. In freier Wildbahn werden Albinos dennoch selten alt, weil sie leichter zu erkennen und so oftmals eine schnelle Beute sind. Eine weiße Gazelle oder Giraffe in der afrikanischen Steppe fällt auf wie ein roter Schal im Schnee. Unauffällig in Deckung gehen oder einfach mit der Landschaft zu verschmelzen ist so nicht möglich. Auch gehen mit dem Albinismus weitere Erkrankungen einher. So sehen und hören viele Albinos schlechter und versuchen zu spät vor dem Angreifer zu fliehen. Außerdem werden Albino-Kinder manchmal von der Mutter einfach nicht angenommen und können so nur überleben, wenn der Mensch helfend eingreift. Innerhalb ihrer eigenen Art werden Albinos als "schwarze Schafe" schräg angeguckt und (um es mit menschlichen Worten zu beschreiben) "gemobbt". Beim Menschen liegt die genetische Chance, als Albino auf die Welt zu kommen, bei ca. 1 : 20.000. Auch hier gibt es gegenüber Albinos Vorurteile.

Nicht alle Tiere, die weiß sind, sind Albinos

Doch nicht alle weißen Tiere sind echte Albinos. Manche Tierarten wie der Eisbär oder der Polarfuchs nutzen ein weißes Fell auch nur als Tarnung im Schnee. Andere Tiere, die in ewiger Dunkelheit leben (z. B. der Grottenolm) brauchen keine vor der Sonne schützenden Farbpigmente. Doch auch hier kann im Grunde genommen Albinismus auftreten. Nur fällt er dann nicht so leicht auf.

Dennoch faszinieren weiße Tiere die Menschen seit jeher. Sie sind Attraktionen und meistens Glücksbringer in Personalunion. Wer kennt nicht die faszinierende Geschichte von Moby Dick, dem weißen Wal oder das Märchen vom Einhorn, das schneeweiß ist? Seit Jahrtausenden sehen die Menschen in weißen Tieren das Göttliche. So gilt die weiße Taube im Christentum als Symbol Gottes. Selbst heute noch sind weiße Kühe in Indien heilig. In Thailand z. B. glauben die Menschen, dass ein Herrscher besonderes Glück hat, je mehr weiße Elefanten in seiner Regierungszeit geboren werden. Denn der weiße Elefant steht hier als Symbol für Macht und Wohlstand der Menschen. Nur der König darf weiße Elefanten fangen und halten.
Auch bei den nordamerikanischen Indianern galten weiße Büffel als gutes Omen und standen für Weisheit. Selbst heute noch haben weiße Eichhörnchen in Olney (Illinois) Vorfahrt.

Berühmte Albinos

Trotz oder gerade wegen ihrer Farblosigkeit sind Albino-Tiere manchmal bekannt wie "bunte Hunde". Hierzu zählen:

  • Das Wallaby Mister Woo
  • Das Polizeipferd Blue (arbeitet für die Polizei von Humberside/England)
  • Das Rehweißchen aus Sachsen
  • Der im Zoo von Bristol geschlüpfte Brillenpinguin Snowflake
  • Der Alligator Louie oder
  • Der Gorilla Copito de Nieve, der lange Zeit der Star des Zoos von Barcelona war. Er zeugte übrigens 21 Nachkommen, von denen keines als Albino geboren wurde, was wiederum belegt, dass Albinismus nur rezessiv vererbt wird.
  • Aktuell macht Migaloo, ein weißer Buckelwal, vor der australischen Küste von sich reden.
Weiße Löwen und weiße Tiger sind nicht erst seit Siegfried & Roy der Inbegriff von Anmut und Eleganz. Allerdings handelt es sich hier nicht um direkte Albinos sondern lediglich um eine ganz besondere Farbzeichnung. Bei dieser Farbabweichung spricht man von Leuzismus. Hier sind zwar prinzipiell die farbstoffbildenden Zellen vorhanden (im Gegensatz zu Albinos, wo sie gänzlich fehlen). Aufgrund einer Mutation können die Melanozyten keinen Farbstoff mehr bilden. Funktionsfähige und nicht-funktionsfähige farbstoffbildende Zellen sind beim Leuzismus meist sehr ungleich verteilt. Beim Leuzismus ist die Augenfarbe nicht rot, dafür aber meist deutlich heller als sonst üblich. Z. B. haben Tiger und Löwen als Katzen in der Regel grüne Augen. Bei weißen Löwen und Tigern findet man dagegen sehr häufig hellgrüne bis hellblaue Augen vor.  Auch der Damwildhirsch Heino aus dem Hochwildpark Rheinland ist zwar weiß, aber genaugenommen kein Albino, denn er hat eine normalgefärbte grau-braune Schnauze.

Quellen:
Aktualisiert ( Samstag, 18. Februar 2012 um 13:53 Uhr )
 

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