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Die menschliche Evolution wurde durch fleischliche Kost begünstigt

Die menschliche Evolution wurde durch fleischliche Kost begünstigt (Wordle)

Der Zahnschmelz von Backenzähnen verrät viel über die Ernährungsgewohnheiten des „Gebissträgers“. Das ist heute nicht anders als vor Millionen von Jahren. Daher erzählen die Backenzähne von frühen, afrikanischen Homoniden viel über die Speisepläne unserer Vorfahren. Wissenschaftler fanden jetzt Belege dafür, dass die Vorliebe für Fleisch einigen unserer Vorfahren evolutionäre Vorteile verschaffte.

In einer Studie analysierten Wissenschaftler aus Frankreich und Südafrika die Zähne von verschiedenen Hominiden. Die Ergebnisse wurden im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichte.
Die Experten schreiben in dem Fachaufsatz unter anderem, dass Australopithecus africanus sowohl Fleisch als auch pflanzliche Nahrung nicht verschmähte. Dagegen war Paranthropus robustus ein größerer Spezialist. Er vertilgte mehr pflanzliche Kost. Die ersten Vertreter der Gattung Homo hatten allerdings eine Vorliebe für Fleisch. Das verschaffte ihnen wohl den evolutionären Vorteil, der mit dafür sorgte, dass sich aus ihren Nachfahren der Homo sapiens entwickeln konnte. Dies geschah vor ca. 200.000 Jahren in Afrika.

Die Forscher von der Ecole Normale Supérieure in Lyon (Frankreich) untersuchten in ihrer Studie den Zahnschmelz der Backenzähne unserer Vorfahren. Alle Funde stammen aus südafrikanischen Höhlen. Insgesamt wurde so der Speiseplan für 14 Individuen ermittelt. Diese 14 Individuen gehörten drei verschiedenen Unterarten der Hominiden an. Bei der Analyse per Laser wurde die Einlagerung der Elemente Strontium, Barium und Kalzium in den Zahnschmelz ermittelt. In welchem Verhältnis diese drei Elemente zueinander stehen, lässt Rückschlüsse auf die verspeiste Kost zu.

Breiterer Speiseplan mit Hang zum Steak sicherte das Überleben

Demnach hatte Australopithecus africanus den breitesten Speiseplan. Sein Nahrungsspektrum umfasst sowohl Blätter und Früchte als auch Fleisch. Seine Ernährung passte sich dabei vermutlich dem Nahrungsangebot der jeweiligen Jahreszeit an. Australopithecus africanus lebte vor ca. 3,1 Millionen Jahren und verschwand wieder von der evolutionären Bildfläche vor ca. zwei Millionen Jahren.
Die beiden jüngeren Hominiden waren bei ihren Essensvorlieben da deutlich wählerischer. Paranthropus robustus stand sehr stark auf vegetarische Kost. Er lebte von vor 2 Millionen Jahren bis ca. 1,5 Millionen Jahre.
Der dritte im Bunde, ein Vertreter der Gattung Homo, war ein Fleischliebhaber1. Er verschmähte die holzigen Pflanzen und Wurzeln, die Australopithecus und Paranthropus aßen. Möglicherweise sicherte dieses Faible für Steaks ihm das Weiterkommen in der menschlichen Evolution, denn als sich im südlichen Afrika die Umweltbedingungen änderten, starb Paranthropus aus. Übrig blieben letztlich nur die Vertreter der Gattung Homo.

 

[1] Leider wird nirgends erwähnt, um welchen Vertreter der Gattung Homo genau es sich handelt. In Frage kommen Homo rudolfensis, Homo habilis oder Homo erectus. Sehr wahrscheinlich wird es sich aber um Homo habilis handeln.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Sonntag, 12. August 2012 um 09:22 Uhr )
 

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