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Zahnschmerzen in der Steinzeit: Was tun? Zum Zahnarzt und Plombieren mit Bienenwachs

Zahnschmerzen in der Steinzeit: Was tun? Zum Zahnarzt und Plombieren mit Bienenwachs (Wordle)

Die älteste Zahnfüllung der Welt wurde entdeckt. Bereits vor 6500 Jahren wurde ein kaputter Zahn mit einer Bienenwachsfüllung behandelt. Er ist der älteste Beweis für die Zahnmedizin in der Steinzeit.

Schon in der Steinzeit gab es das Berufsbild des Zahnarztes, weil Menschen Zahnschmerzen hatten. So verpassten die Steinzeit-Dentisten bereits vor 6500 Jahren Menschen Zahnfüllungen und behandelten damit Zahnschmerzen. Das beweist ein Kieferknochen, den Forschern in einer Höhle in der Nähe des Dorfes im Südwesten von Slowenien fanden. Der Kiefer stammt von einem Mann, der ca. 24 bis 30 Jahre alt wurde. In diesem Kieferfragment blieb ein Zahn inklusive Bienenwachsfüllung erhalten. Es handelt sich somit um den ältesten Beweis für vorgeschichtliche Zahnmedizin in Europa. Der Zahn mit seinen Spuren wird von Experten als therapeutisch-schmerzlindernde Zahnfüllung eingestuft. Der Fund wurde nun im Wissenschaftsjournal PLoS One präsentiert.

Demnach könnte das Bienenwachs kurz vor aber auch erst kurz nach dem Tod des Menschen in den Zahn eingebracht worden sein. Durch die Ungenauigkeit bei den Datierungsmethoden kann dies nicht exakt bestimmt werden. Allerdings ist die Idee der Steinzeit-Zahnmedizin nicht abwegig. Zahnschmerzen waren Alltagsleiden und dagegen mussten die Menschen etwas unternehmen, wenn sie Überleben wollten.
Wenn der Steinzeit-Zahnarzt den medizinischen Eingriff also vornahm, bevor der Patient starb, dann diente die Füllung sehr wahrscheinlich nur einem Zweck: Zahnschmerzen behandeln bzw. lindern, indem ein empfindlicher Riss im Zahnschmelz des Eckzahns abgedeckt wurde.
Der Fund wurde mit verschiedenen Methoden analysiert. Darunter kam sowohl die Mikro-Computertomografie als auch die Infratotspektroskopie zum Einsatz. Bislang gibt es nur sehr wenige Nachweise für die urgeschichtliche Zahnmedizin. Deswegen könnte dieser Fund und die konservierte Füllung helfen, dass medizinische Wissen in der Steinzeit besser zu verstehen.

Vor mehr als 9000 Jahren gab es in Pakistan bereits den Zahnarztbohrer

Andere Funde belegen, dass bereits vor 9000 Jahren bei Zahnschmerzen der Bohrer angesetzt wurde. Im Gräberfeld von Mehrgarh in Belutschistan (Pakistan) fand man Backenzähne, die eindeutig Bohrlöcher aufwiesen. Eine entsprechende Studie wurde 2006 im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht. Allerdings konnten bei den damaligen Funden keine Zahnfüllungen nachgewiesen werden.

Wie muss man sich also eine steinzeitliche Zahnarztpraxis vorstellen. Sicherlich gab es damals kein Amalgam. Doch konnte sich der Zahnarzt anders behelfen und die Bohrlöcher mit Bienenwachs schließen. Dieses wurde vielleicht in kleinen Töpfen aufbewahrt. Aus ägyptischen Schriften, die 1600 v. Chr. niedergeschrieben wurden, ist bekannt, dass im alten Ägypten Zähne mit einer Mischung aus Honig und Mineralien wieder angeklebt wurden.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 26. September 2012 um 20:14 Uhr )
 

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