Zufallskarte

Schilfboot
Image Detail
Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!

Alles Käse oder was? Kannten Bauern in der Jungsteinzeit bereits das Geheimnis der Käseproduktion?

Alles Käse oder was? Kannten Bauern in der Jungsteinzeit bereits das Geheimnis der Käseproduktion?  (Wordle)

Nicht nur Gourmets wissen das Milchprodukt Käse zu schätzen. Schließlich hat die Käseproduktion eine lange Tradition. Wahrscheinlich ist das Wissen um die Herstellung von Käse sogar noch älter als bislang angenommen. Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass bereits die frühen Bauern der Jungsteinzeit vor mehr als 7.500 Jahren sich auf das Käsemachen verstanden. Und sie verwendeten ähnliche Gefäße als Handwerkzeug wie sie auch heute noch in der Käseproduktion eingesetzt werden.

Wieviele Käsesorten kann jeder aus dem Gedächtnis aufsagen? Gouda, Camembert, Mozarella, Tilsiter, Parmesan, Emmentaler, Roquefort oder Esrom. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es gibt heute wahrscheinlich mehr als 5.000 verschiedene Käsesorten weltweit. Alle möglichen Ausführungen und Geschmackssorten sind vertreten. Doch wann der Mensch genau mit dem Käsemachen anfing, war bislang unklar. Die Geschichte des Milchprodukts stellte Forscher vor ein Rätsel.

Fest steht allerdings, dass die Menschen bereits zu Beginn der Jungsteinzeit anfingen, sich Vieh zu halten. Darunter waren auch Ziegen und Schafe. Doch konnten die Menschen deren Milch bereits nutzen und Käse daraus herstellen? War dies die entscheidende Innovation, damit sich die Milchwirtschaft durchsetzen konnte?

Käse können auch Menschen essen, die eine Laktoseunverträglichkeit aufweisen

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun die Ergebnisse einer Untersuchung vorgestellt. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses standen Fettsäuren, die an alten Keramikgefäßen hafteten. Und diese Fettsäuren verraten Erstaunliches: Bereits die ersten Bauern in Europa entdeckten das Geheimnis, wie aus Milch Käse entsteht. Diese Form der Weiterverarbeitung brachte den Menschen vor 7.500 Jahren viele Vorteile. Viele Menschen vertrugen zu diesem Zeitpunkt noch keine Laktose. Die Laktoseverträglichkeit bildete sich erst im Laufe der Zeit als Folge einer Mutation. Der Verzehr von roher Milch verursachte bei den frühen Menschen oftmals noch ein unschönes „Bauchgrummeln“, was noch die harmloseste Form der Laktoseunverträglichkeit ist. Bei der Herstellung von Käse wird ein Großteil der Laktose über die Molke aus dem Käsebruch herausgelöst. So kann man sehr effizient die Nährstoffe der Milch nutzen, ohne von der Laktose krank zu werden.

Im Wissenschaftsmagazin Nature geben die Forscher rund um Peter Bogucki von der Princeton Universität (USA) weiterhin zu bedenken, dass die frühen Bauern durch den Käse ihren Speiseplan ergänzen konnten, ohne die wertvollen Tiere schlachten zu müssen. Das Lebensmittel Käse zeichnet sich durch einen hohen Fett- und Eiweißgehalt aus. Milch konnte so in eine haltbare und auch handelbare weil transportable Form gebracht werden.

Käse enthält das Beste aus der Milch, ist haltbar und transportabel

Für ihre Studie untersuchten Bogucki und sein Team die Zusammensetzung von fettartigen Rückstanden, die auf 60 Scherben entdeckt wurden. Die Scherben werden 34 Siebgefäßen zugeordnet. Außerdem verglichen die Forscher das Profil der Fettsäuren mit anderen Verbindungen, die sie aus Kochtöpfen, Schüsseln oder Flakons der Jungsteinzeit extrahieren konnten.
Die untersuchten Siebgefäße wurden bereits vor Jahrzehnten bei Grabungen im nördlichen Polen gefunden – genauer in Kujawien. Bereits seit den frühen 1980er Jahren existiert die Debatte, ob die markanten Gefäße nicht zur Käseherstellung genutzt worden sein könnten. Ganz offensichtlich war die Gestalt dieser Gefäße schüsselförmig. Außerdem waren sie durchzogen von zwei bis drei Millimeter großen Löchern. So hätte bereits damals die wässrige Mölke ablaufen und sich der Käsebruch in den Schüsseln setzen können. Am Grundprinzip der Gefäße hat sich bis heute nicht viel geändert – außer, dass man heute keine Tongefäße mehr nutzt sondern welche aus Kunststoff.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 13. Dezember 2012 um 22:38 Uhr )
 

© H[AGE]: Langenwetzendorf (2008 - 2011)