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Verblödet die Menschheit? Über den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Jägern und Usern

Verblödet die Menschheit? Über den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Jägern und Usern (Wordle)

In den letzten Wochen schreckte der US-Forscher Gerald Crabtree mit einer kontroversen Erkenntnis die Medienwelt auf: Die Menschheit wäre auf dem besten Wege zu verblöden. Der Forscher behauptet, die Intelligenz des Menschen würde schwinden. Was ist dran an dieser These? Deutsche Forscher können immerhin Entwarnung geben. Es sei zwar richtig, dass die kognitiven menschlichen Fähigkeiten in bestimmten Bereichen abnehmen, aber gleichzeitig legen wir bei der Intelligenzleistung in anderen Bereichen zu.

Die Anforderungen der heutigen Welt sind völlig andere als während der Steinzeit. Heute zeigt eine Smartphone-App an, welcher Betrag sich gerade auf dem Konto befindet. Ein steinzeitlicher Jäger kannte weder ein Smartphone noch ein Konto. Ja, er wusste noch nicht einmal, was persönliches Eigentum war. Die Beute gehörte immer der Gemeinschaft. Heute liegt der Rehrücken fertig zum Braten vorbereitet in der Kühltruhe. Wenn wir unterwegs sind, weisen uns Navigationsgeräte den Weg zurück nach Hause. Der steinzeitliche Jäger musste sich an markanten Punkten im Gelände oder an den Sternen am Himmel orientieren. Sicher ist unser Leben heute leichter als damals in der Steinzeit. Der besagte US-amerikanische Forscher behauptet, das Leben wäre zu leicht geworden. Das Gehirn würde nicht mehr ausreichend gefordert.

Der Hamburger Psychologe Huge Schmale hat dazu eine klare Meinung. Er meint, die Behauptungen seien Quatsch mit Soße. Die Menschen von heute sind nicht mehr aber auch nicht weniger intelligent als unsere Vorfahren. Da an uns andere Anforderungen gestellt werden als damals, sind wir anders intelligent als früher.
Den Anstoß zu dieser hitzigen Debatte gab kürzlich der US-Wissenschaftler Gerald Crabtree. Er stellte die provokante These auf, dass sich die menschliche Intelligenz in einer Abwärtstendenz befände. Oder einfacher ausgedrückt: Die Menschen würden immer dümmer werden, da die durchschnittliche Intelligenz des Menschen allmählich sinke. Diese These des Entwicklungsbiologen von der Stanford University (Kalifornien/USA) erschien im Fachblatt Trends in Genetics.

Intelligenz nicht mehr das alleinige Überlebenskriterium

Crabtree begründet seine Theorie wie folgt: Einst war Intelligenz eine notwendige Voraussetzung, um bei der Jagd erfolgreich zu sein. Nur wer genügend zu essen hatte, konnte Überleben und sich fortpflanzen. Wer nicht genügend Cleverness besaß, der verhungerte. Da nur die Schlauesten überlebten, konnten sie ihre Intelligenz weitervererben. Die 2000 bis 5000 für die Intelligenz verantwortlichen Gene wurden so von Generation zu Generation weitergegeben und optimiert.

Nach Meinung Crabtrees ging es dann spätestens mit Beginn der Neolithischen Revolution mit der Menschheit abwärts. Plötzlich entdeckte die geballte Intelligenzleistung die Vorzüge des Sesshaftwerdens und der Arbeitsteilung. Damit aber kam es zum entscheidenden Bruch: Die Stärkeren halfen den Schwächeren beim Überleben. Damit war die Intelligenz als alleiniges Überlebenskriterium nicht mehr in dem Maße ausschlaggebend. Stattdessen überlebten jetzt diejenigen, die die besten Widerstandskräfte gegen Krankheiten besaßen. Infolge dessen begann die durchschnittliche Intelligenz der Menschen zu sinken, weil der Selektionsdruck fehlen würde. Bis heute ist diese Tendenz nach Meinung von Crabtree nicht aufgehalten oder umgekehrt worden.

Intelligenzfaktoren

Quelle: Wikipedia

Zwei-Faktoren-Theorie von Charles Spearman:

  • allgemeine Intelligenz (g-Factor (g von general). Dieser Faktor beeinflusst alle unterschiedlichen Leistungsbereiche. Er zeigt sich in der Verarbeitungsgeschwindigkeit, der geistigen Kapazität, der intellektuellen Leistung, ...
    Überspitzt ausgedrückt: Er bestimmt, ob eine Person eher ein "simpler Charakter" oder ein "begabtes Genie" ist.
  • spezifische Intelligenz (s-Factor (s von specific). Dieser Faktor beeinflusst bereichsspezifische Leistungen, z. B. bei mathematischen Aufgaben oder verbalen bzw. räumlichen Problemstellungen.

 

Zwei-Faktoren-Modell von Raymond Bernard Cattell:

  • fluide Intelligenz. Ist angeboren bzw. vererbt und wird nicht durch die Umwelt beeinflusst. Hierzu gehören geistige Kapazität, Auffassungsgabe, das generelle Verarbeitungsniveau, ...
  • kristalline Intelligenz. Umfasst alle Fähigkeiten, die im Laufe des Lebens erlernt oder durch die Umwelt bestimmt werden. Die kristalline Intelligenz ist von der fluiden Intelligenz abhängig. Sie umfasst explizites Wissen (z. B. Faktenwissen, Grammatikregeln, Geschichtsabläufe, ...) aber auch implizites Wissen (z.B. Verhaltensnormen, Fahrradfahren, Rechnen, ...)

 

Primärfaktorenmodell von Louis Leon Thurstone:

  • S (space): räumlich-visuelle Aufgaben wie z. B. mentales Rotieren von Objekten
  • P (perceptual speed): Wahrnehmung von Objekten und Relation zwischen ihnen, z. B. Fortsetzung einer Reihe von Objekten
  • N (numerical ability): rechnerisch-mathematische Fähigkeiten
  • M (memory): Gedächtnisleistung, z. B. Fragen zu einer für kurze Zeit dargebotenen Szene beantworten
  • R (reasoning): logisches Schlussfolgern
  • W (word fluency): Wortflüssigkeit, z. B. Finden von Synonymen
  • V (verbal relations): verbale Beziehung richtig verstehen und interpretieren

 

Würfelmodell von Joy Paul Guilford

Es unterscheidet drei Dimensionen der Intelligenz

Denkinhalte (Input)

  • Figural [F]: Die Information liegt in konkreter Form vor, d. h. so wie sie in der Vorstellung wahrgenommen wird. Es handelt sich dabei um die Figur-Grund-Darstellung.
  • Symbolisch [S]: bezeichnet das Vorliegen der Information in Form von Zeichen, die keinen Sinn in sich oder für sich allein haben, wie z. B. Zahlen, Buchstaben oder Musiknoten.
  • Semantisch [M]: Die Probleminformation liegt in Form von Begriffen oder geistigen Konstrukten vor, auf welche Wörter oft angewendet werden.
  • Verhalten [B]: ist der Sammelbegriff für alle nicht-verbalen und nicht-figuralen Informationen, die aber bei menschlichen Interaktionen auch eine Rolle spielen (Einstellungen, Bedürfnisse, Wünsche, Stimmungen, Gedanken usw.).

Denkoperationen

  • Kognition [C]: umfasst das schnelle Entdecken, die Bewusstheit, die Wiederentdeckung oder das Wiedererkennen von Informationen in verschiedenen Formen. Es ist also das Verständnis bzw. Begreifen.
  • Gedächtnis [M]: beschreibt die Fixierung der neugewonnenen Information im Speicher.
  • Konvergente Produktion [N]: ist die Entwicklung logischer Schlussfolgerungen aus gegebenen Informationen. Die Betonung liegt, im Gegensatz zur Divergenten Produktion, auf dem Erreichen der einzigen bzw. besten Lösung. Die gegebene Information determiniert das Ergebnis. Ein Beispiel sind Rechenaufgaben: 3+5= ?
  • Evaluation [E]: ist der Vergleich von Informationen mittels Urteilen, ob ein Kriterium erreicht ist: z. B. Korrektheit, Identität, Konsistenz einer Lösung).
  • Divergente Produktion [D]: beschreibt die Entwicklung logischer Alternativen aus gegebenen Informationen. Die Betonung liegt, im Gegensatz zur Konvergenten Produktion, auf der Verschiedenheit, der Menge und der Bedeutung der Ergebnisse aus der gleichen Quelle. Es gibt also mehr als genau eine richtige Lösung.

Denkresultate (Output)

  • Einheiten [U]: bezeichnen relativ getrennte und voneinander abgegrenzte Teile oder „Brocken“ von Informationen, die „Dingcharakter“ haben. Dies ist ähnlich dem „Figur-auf-Grund“ -Konzept der Gestaltpsychologie.
  • Klassen [C]: sind Begriffe, die nach ihren gemeinsamen Merkmalen in einem Satz gruppiert werden.
  • Beziehungen [R]: sind sinnvolle Zusammenhänge zwischen Informationen, die sich auf Variablen oder Berührungspunkte anwenden lassen. Explizite Verbindungen lassen sich dabei eher definieren als implizite.
  • Systeme [S]: sind organisierte oder strukturierte Ansammlungen von Informationen sowie Komplexe zusammenhängender oder sich beeinflussender Teile.
  • Transformationen [T]: sind Veränderungen verschiedener Art (Umformungen, Redefinitionen, Übergänge und Wechsel) bei vorhandenen Informationen.
  • Implikationen [I]: sind beliebige Verbindungen zwischen Informationen, wie Kontiguität (d. h. raum-zeitliche Nähe zweier oder mehrerer Informationen), Folgerungen oder Zugehörigkeitsänderungen. Implikationen beschreiben also Informationen, die durch andere Informationen nahegelegt werden.

 

Berliner Intelligenzstrukturmodell (BIS) von Adolf Otto Jäger

Die Modalität „Operationen“ setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
  • Bearbeitungsgeschwindigkeit (B; Arbeitstempo, Auffassungsleichtigkeit und Konzentrationskraft beim Lösen einfach strukturierter Aufgaben von geringem Schwierigkeitsniveau),
  • Merkfähigkeit (M; aktives Einprägen und kurz- oder mittelfristiges Wiedererkennen oder Reproduzieren von verbalem, numerischen und figural-bildhaftem Material),
  • Einfallsreichtum (E; flüssige, flexible und auch originelle Ideenproduktion, die an Verfügbarkeit vielfältiger Informationen, Reichtum an Vorstellungen und das Sehen vieler verschiedener Seiten, Varianten, Gründen für Möglichkeiten von Gegenständen und Problemen voraussetzt, wobei es um problemorientierte Lösungen geht, nicht um ungesteuertes Luxurieren der Phantasie) und der
  • Verarbeitungskapazität (K; Verarbeitung komplexer Informationen bei Aufgaben, die vielfältiges Beziehungsstiften, formallogisch exaktes Denken und sachgerechtes Beurteilen von Informationen erfordern).
Die Modalität „Inhalte“ besteht aus den Fähigkeitsbündeln:
  • sprachgebundenes Denken (V; verbal; Fähigkeitsbündel entspricht dem Grad seiner Aneignung und Verfügbarkeit und scheint bei allen sprachgebundenen Operationen mitbestimmend zu sein),
  • zahlengebundenes Denken (N; numerisch; Fähigkeitsbündel entspricht dem Grad seiner Aneignung und Verfügbarkeit und scheint bei allen zahlengebundenen Operationen beteiligt zu sein) und dem
  • anschauungsgebundenen Denken (F; figural-bildhaft).

Der deutsche Psychologe Schmale hält dagegen. Seiner Meinung nach kann Intelligenz gar nicht abnehmen. Sie kann sich nur verändern. Letztlich ist Intelligenz nichts anderes als ein Instrument des Menschen zur Anpassung an seine Umwelt. Wir nutzen unsere Intelligenz, unser Wissen und unsere Fähigkeit, um mit der Umwelt zurechtzukommen. Verändern sich hier aber die Rahmenbedingungen, so muss sich auch der Mensch anpassen. Er entwickelt dann in anderen Bereichen neue Methoden und Fähigkeiten.

Das Internet vergisst nichts. Muss sich also niemand mehr etwas merken?

Als Beispiel führt Schmale das Internet an. So kann beispielsweise bei einem Stammtischgespräch irgendwann der Kinofilm Forrest Gump Thema werden. Und irgendjemand fragt sich dann, welche Sockenfarbe Forrest Gump auf der berühmten Parkbank-Sequenz trug. Frühere Generationen hätten spätestens an diesem Punkt auf ihr Gedächtnis zurückgreifen müssen. Heutzutage zückt garantiert jemand sein internetfähiges Handy oder Smartphone und beginnt zu googlen. Schon bald findet er in dem Strom an Daten und Informationen die gewünschte Antwort.
Letztlich hat das Internet durchaus das Potential, dem User einiges abzunehmen: Ein Internetnutzer muss sich nicht mehr an jedes Detail erinnern. Er muss sich nicht in dem Maßen orientieren wie früher und selbst etwas wirklich zu wissen, wird überflüssig, wenn sich Wissen alle paar Monate durch neue Entdeckungen und Erkenntnisse überholt.  Trotzdem verdummt der User dadurch nicht. Auch das Internet fördert die Intelligenz eines Menschen. Es tut dies sicherlich auf andere Art und Weise wie es das Anpirschen an ein Mammut, einen Riesenhirsch oder ein Wollnashorn vor Jahrzehntausenden tat.

Die Wissenschaft macht bei der Intelligenz feine Unterschiede. So werden zahlreiche Intelligenzfaktoren unterschieden: z. B. die numerische, die sprachliche und die anschaulich-praktische Intelligenz. Diese drei genannten Intelligenzfaktoren sind auch für Schmale die drei Wichtigsten. Das Internet beispielsweise trainiert sehr gut die anschaulich-praktischen Fähigkeiten des Menschen.
So müssen wir beispielsweise in der Lage sein, recht schnell zu begreifen, was kleine Balkendiagramme auf einem Handydisplay uns über unseren Kontostand verraten. Wir müssen erfassen, wohin wir mit dem Finger navigieren müssen, um die aktuellen Ausgaben des jeweiligen Tages sehen zu können. Die anschauliche Intelligenz ermöglicht uns dabei, rasch zu erkennen, was auf dem Bildschirm gerade passiert. Auch Dirk Hagemann, der als Professor an der Universität Heidelberg (Deutschland) lehrt, hält es für höchst unwahrscheinlich, dass der Mensch durch das Internet generell Denkfaul werden könnte und dass dadurch die menschliche Intelligenz hinfällig wird.

Durch verschiedene Intelligenzfaktoren lässt sich Intelligenz nur schwer fassen

Hagemann führt für seine Hypothese die theoretische Unterscheidung von fluider und kristallisierter Intelligenz an. Das Modell hierfür wurde vom britisch-amerikanischen Psychologen Raymond Cattell entwickelt. Fluide Intelligenz wird als eher genetisch bestimmte Intelligenz aufgefasst. Sie ist für logisches Denken und für Problemlösungen zuständig. Durch die fluide Intelligenz wird letztlich die Geschwindigkeit unseres Denken mitbestimmt.
Die kristallisierte Intelligenz wird durch unsere Umwelt geformt. Als Umwelt kann auch unsere Bildung verstanden werden. Dabei ist die fluide Intelligenz letztlich nur die Basis. Sie bestimmt, mit welchem Potenzial ein Mensch das Bildungsangebot nutzen kann, um sich eine kristallisierte Intelligenz aufzubauen.

Letztlich ist diese Unterscheidung nur ein Konstrukt, um an diesem Modell herauszufinden, wie sich die Intelligenz der menschlichen Spezies verändert. Hagemann sieht im Internet letztlich nur eine Quelle, um Wissen besser verfügbar zu machen. Es handelt sich also um eine Veränderung der Umwelt. Die Menschheit kann es sich deswegen aber nicht leisten, das eigenständige Denken komplett einzustellen. Das liegt auch überhaupt nicht in der Natur des Menschen.

Nach der Theorie von Crabtree käme an dieser Stelle das Motto „Minimalaufwand“ zum Tragen: Wir machen nur so viel wie unbedingt nötig. Hagemann hält ein anderes Prinzip für viel essentieller. Der Mensch hat grundsätzlich „Bock aufs Denken“. Er ist neugierig und möchte Neues entdecken. Die Abenteuerlust hat letztlich dazu geführt, dass die Menschheit auf dem Mond war und sich nun anschickt, auf dem Mars zu landen.
Das Internet hat lediglich unsere Umwelt verändert. Aber wie sieht es im menschlichen Genom aus? Haben sich unsere Gene verändert und so die genetisch bestimmte Intelligenz gesenkt?
Letztlich ist es unheimlich mühsam, konkrete genetische Faktoren zu suchen. Schließlich sind Tausende Gene für die Intelligenzleistung eines Menschen verantwortlich. In diesem Punkt stimmt die These von Crabtree. Aber wenn man alle Gene einzeln betrachtet, wird sich kaum ein messbarer Effekt ergeben. Letztlich lassen sich nur in der Summe Intelligenzunterschiede im messbaren Bereich aufspüren.

Menschen lieferten in den letzten Jahren immer bessere Leistungen bei Intelligenztest ab

Doch so kann die Hypothese von Crabtree nicht bewiesen werden. Denn kein Steinzeit-Jäger hat jemals einen Intelligenztest absolviert. Die Intelligenz wird erst seit 100 durch standardisierte Tests gemessen. In den Maßstäben der Evolution sind 100 Jahre ein winziges Zeitfenster. Aus diesen Ergebnissen lassen sich kaum seriöse Schlüsse ziehen und wenn man es denn tut, kommt man zu erstaunlichen Erkenntnissen: Die Menschheit muss eigentlich immer schlauer werden, denn seit rund 30 Jahren steigt der IQ.

Allerdings lassen sich die Ergebnisse von Intelligenztests aus verschiedenen Epochen und Jahrzehnten nur schwer miteinander vergleichen. Das liegt zum einen daran, dass sich Schulsysteme ändern. Aber auch die Menschen lernen mit Testsituationen besser umzugehen.  Selbst der Bildungsansatz hat sich verändert. Heute wird nicht mehr ganz so viel Wert auf reines Faktenwissen gelegt. Die Schüler sollen vielmehr dazu befähigt werden, Probleme eigenständig zu lösen. Hier tut sich zum Beispiel ein großer Unterschied zu den allerersten Intelligenztests auf. Dort fragten die Lehrer nämlich überwiegend auswendig gelerntes Wissen ab.
Als Faustregel kann man sich merken, dass ein Intelligenztest nach ca. 10 Jahren als überholt gilt.

Bleibt noch eine Frage zum Klären übrig: Was eigentlich ist Intelligenz?

Aber es gibt noch weitere Argumente, die gegen die Hypothese von Crabtree sprechen. Wenn die menschliche Intelligenz kontinuierlich seit mehreren tausend Jahren sinken würde, dann müsste sich antike Sprache durch ihre Kompliziertheit von heutigen Sprachen unterscheiden. Auch wenn mancher heutige Lateinschüler stöhnt, prinzipiell haben wir kein Problem damit, Latein oder Ägyptisch zu lernen. Wären wir dümmer als unsere Vorfahren, würden beide Sprachen für uns ein schier unüberwindbares Hindernis darstellen.
Auch heute noch gibt es durchaus Völker, die erst vor relativ kurzer Zeit ihre Lebensweise änderten. Sie leben nicht mehr länger als Jäger und Sammler, die umherziehen. Sondern sie wurden sesshaft und siedelten sich in größeren Gemeinschaften an. Diese doch noch recht urtümlichen Völker müssten, hätte Crabtree recht, deutlich intelligenter sein als Europäer, da hier der Genverfall entsprechend später einsetzte. Doch dafür gibt es nicht ein Anzeichen, dass diese Annahme bestätigen würde.

Die Frage, was Intelligenz genau ist, lässt beinahe jeden Experten seufzen und mit den Schultern zucken. Intelligenz äußert sich in vielfältiger Art und Weise. Sie ist Kultur spezifisch und von ganz unterschiedlichen Faktoren abhängig. Intelligenz ist beispielsweise die Fähigkeit, Probleme durch Nachdenken zu lösen. Intelligenz ist aber auch die Fähigkeit, Unterschiede wahrzunehmen und entsprechend darauf zu reagieren.
Allerdings ist es ein Irrtum, zu glauben, dass derjenige, der am meisten weiß, auch der Intelligenteste ist. Wer dies annimmt ist dumm. Und um nochmal auf das Beispiel mit Forrest Gump zurückzukommen. Auch dieser scheinbare Blödian ist so intelligent, dass er Dummheit genau definieren kann. Und dieses Forrest Gump-Zitat ist mittlerweile fast ein geflügeltes Wort geworden: „Dumm ist der, der Dummes tut.“ Diesen Satz sagt er, während er auf der Parkbank sitzt und rot-blau-weiße Socken trägt.

Wenn Du Dich für das Thema "Intelligenz" interessiert, dann könnte auch dieser Artikel für Dich von Interesse sein: Intelligenz: Über das komplexe Verhältnis von Gehirnmasse, Körpergröße und die möglichen Rückschlüsse auf die Geisteskraft.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Montag, 17. Dezember 2012 um 22:56 Uhr )
 

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