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Australien: Genanalyse belegt Einwanderungswelle vor 4000 Jahren

Australien: Genanalyse belegt Einwanderungswelle vor 4000 Jahren (Wordle)

Vor über 40.000 Jahren erreichten die ersten Australier „Down Under“. Es handelte sich bei diesen Pionieren um die Vorfahren der Aborigines. Danach kamen lange keine Siedler mehr nach Australien. Nun allerdings belegt ein Genvergleich, dass zwischen der Ankunft der Aborigines und der ersten weißen Siedler, es noch eine Einwanderungswelle gegeben haben muss. Vor 4.000 Jahren gelangten Menschen aus Indien nach Australien. Sie kamen mit neuen Technologien und brachten auch die Ahnen der Dingos mit.

Der Besuch aus Indien traf lange vor den Europäern ein. Demnach sind die Aborigines kein so abgeschottetes Volk wie bislang vermutet. Die Analysen zeigen, dass vor 4.000 Jahren Menschen aus Indien über das Meer fuhren und in Australien zumindest strandeten wenn nicht sogar bewusst landeten. Der nachgewiesene Genfluss zwischen Indern und australischen Ureinwohnern kann durchaus als erheblich bezeichnet werden und spricht für einen regen Austausch. Diese Ergebnisse fand eine Forschergruppe um Irina Pugach vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig/Deutschland) heraus. Die Europäer dagegen entdeckten den roten Kontinent erst spät im 17. Jahrhundert. Das holländische Schiff Duyfken unter der Führung von Willem Jansz landete 1606 an der australischen Westküste.

Für ihre Untersuchung analysierte das internationale Forscherteam die DNA von insgesamt 344 Menschen. Sie stammten aus allen Teilen der Welt. Darunter befanden sich Aborigines aus Nordaustralien, Bewohner aus Südostasien und Indien sowie Europäer, Chinesen und Afrikaner. Die Spuren im Genom belegen, dass vor ca. 141 Generationen und damit vor etwa 4.230 Jahren Inder und Aborigines in Kontakt miteinander gestanden haben. Das zumindest ist die zentrale Schlussfolgerung in einem im Fachmagazin PNAS veröffentlichten Artikel.

Wie kam der Dingo nach Australien?

Archäologische Funde beweisen zudem, dass es im fraglichen Zeitraum in Australien zahlreiche, weitere Veränderungen gab. Die Aborigines nutzten neuere Arten von Steinwerkzeugen und der Wildhund Dingo tauchte erstmals in Australien auf. Der Dingo passte nie so recht in die australische Tierwelt mit all ihren Beuteltieren wie Känguru, Wombat oder Koala.
DNA-Vergleiche des Dingo-Genoms wiederum belegen, dass die Tierart aus Südostasien stammen muss. Äußerlich ähneln Dingos am ehesten indischen Hunden. Pugach und ihr Team vermuten daher einen Zusammenhang zwischen dem nachgewiesenen Genaustausch und dem archäologisch belegten Wandel.

Die Besiedlung des australischen Kontinents erfolgte vermutlich vor 40.000 Jahren. Im Jahre 2011 berichteten Forscher, dass die Urahnen der Aborigines bereits vor 70.000 Jahren Afrika als Wiege der Menschheit verließen. Diese Vorfahren könnten auf einer uralten, südlichen Wanderroute in diesen Teil der Erde eingewandert sein. Diese Route könnte sie über den Süden der Arabischen Halbinsel nach Südostasien geführt haben. Dort angekommen lag der Meeresspiegel vor 40.000 Jahren durch die eiszeitlichen Vergletscherungen 90 Meter tiefer als heute. Die flachen Meere zwischen den Inseln Südostasiens waren möglicherweise trocken gefallen und bildeten letztlich eine riesige Halbinsel namens Sunda. Gleichzeitig war Australien mit Neuguinea und Tasmanien zum sogenannten Sahul-Kontinent zusammengewachsen. Sunda und Sahul lagen nicht weit voneinander entfernt. Selbst Menschen mit primitiven Flößen bzw. Booten wie dem Einbaum können die Überfahrt geschafft haben.

Wie isoliert lebten die Vorfahren der Aborigines?

Die australischen Ureinwohner gelten als ältestes Volk außerhalb Afrikas. Bislang ging die Wissenschaftsgemeinde davon aus, dass der Kontinent solange isoliert blieb, bis er von den Europäern entdeckt wurde. Doch die Isolationstheorie geriet bereits seit einiger Zeit ins Straucheln. Denn es gab einzelne Studien, die den jetzt nachgewiesenen Genaustausch zwischen Aborigines und frühen Indern vermuteten.

Ganz nebenbei konnten die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut belegen, dass die Populationen von Aborigines, den Ureinwohnern von Neuguinea und den auf den Philippinen lebenden Mamanwa gemeinsame Ahnen haben. Die Forscher schätzen, dass sich die einzelnen Gruppen vor rund 36.000 getrennt haben müssen und sich dann getrennt voneinander weiterentwickelten.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Dienstag, 15. Januar 2013 um 22:47 Uhr )
 

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