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Die ersten Töpfer kamen aus China

Die ersten Töpfer kamen aus China (Wordle)Die Wiege der Töpferei, also das Fertigen von Tongefäßen, liegt nach neuesten Funden in China. In der Provinz Hunan wurde die Überreste von Lehmgefäßen entdeckt, die man auf ein Alter von 18.000 Jahren schätzt. Damit sind die in der Karsthöhle Yuchanyan (im südlichen Becken des Jangtse) gefundenen Keramiken rund 1000 Jahre älter als Funde aus Japan, die bis dato als älteste Keramiken galten.

Die in China gefundenen Scherben gehören zu mindestens 2 Lehmgefäßen. Mit Hilfe der Radio-Carbon-Methode konnten die Forscher das Alter aufgrund des Aufbaus der umgebenden Sedimente bestimmen und erlebten eine kleine Überraschung. Ursprünglich waren die Scherben auf ein Alter zwischen 10.000 und 16.000 Jahren geschätzt worden. Damit waren sie eigentlich nur ein paar Scherben unter vielen. Die Datierung ergab dann allerdings ein Alter der Gefäße zwischen 17.500 bis 18.300 Jahren und damit wurde der Fund zur Sensation.
Als Beifunde fanden sich neben Steinwerkzeugen und Knochen auch Muschelschalen sowie Aschespuren. Diese unterstützten den Datierungsprozess. Den Wissenschaftlern gelang es außerdem nachzuweisen, dass der Lehm nur von außen in die in der Steinzeit bewohnten Höhlen gebracht und dort auf 400° C bis 500° C erhitzt wurde. Es hat also durchaus bereits ein Brennvorgang stattgefunden.

Die Töpferei ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Dazu musste feuchter Ton/Lehm geformt werden, um anschließend zu trocknen. In einer weiteren Verarbeitungsstufe wird das Werkstück gebrannt. Erst dann ist es hart und wasserunlöslich. Bei der Keramik muss genau unterschieden werden zwischen Gefäß- und figürlicher Keramik. Der Fund bezieht sich ausschließlich auf die Gefäßkeramik. Figürliche Keramik tritt zum ersten Mal im Jungpaläolithikum auf. Hier sind die ältesten Funde zwischen 24.000 und 29.000 Jahre alt. Zu den bekanntesten Funden gehören einige der sogenannten Venusfigurinen wie die Venus von Dolní Věstonice (Mähren/Tschechien), die Venus von Willendorf (Niederösterreich/Österreich) oder die Moravany nad Váhom (Slowakei).

Hier gehen Archäologen davon aus, dass das Brennen von Ton durch Zufall entdeckt wurde - quasi als Abfallprodukt des Lagerfeuers. Vielleicht hat ein findiger Steinzeit-Mensch beobachtet, dass der Lehm- oder Tonboden unter einem Feuer hart wie Stein geworden ist und ab sofort das Regenwasser hier nicht mehr versickerte. Wo genau, die Keramikherstellung erfunden wurde, ist noch immer nicht sicher. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Technik in verschiedenen Gebieten mehrmals parallel entdeckt wurde. Fest steht jedenfalls, dass sich durch die Wildbeuterkulturen Asiens das Töpferhandwerk, wenn man zu diesem Zeitpunkt bereits davon sprechen darf, westwärts ausbreitete. Im 9. bis 8. Jahrtausend vor Chr. werden die ersten Keramiken im Nildelta hergestellt.

Vielleicht haben die frühen Chinesen der Steinzeit mit ihrem entwickelten Know-how so die Weichen für eine große chinesische Fertigkeit gelegt: das chinesische Porzellan ... Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass bereits eine schicke Mingvase oder der eine oder andere Terrakotta-Tonkrieger (Xi'An) eine chinesische Steinzeithöhle zierte. Winken

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Samstag, 18. Februar 2012 um 13:31 Uhr )
 

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