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Mais bereits vor 5.000 Jahren in Peru ein Grundnahrungsmittel

Mais bereits vor 5.000 Jahren in Peru ein Grundnahrungsmittel (Wordle)

Die Menschen in Südamerika bauten Mais schon vor Jahrtausenden und damit sehr früh an. Doch diente das Getreide nur zeremoniellen Zwecken oder wurde es regelmäßig gegessen?! Diese Streitfrage wird nun durch die Analyse von Steinwerkzeugen und Bodenproben beantwortet.

Bereits vor 5000 Jahren bauten Menschen an der peruanischen Pazifikküste große Siedlungen und bestellten Felder mit Mais. Bislang war jedoch unklar, in welchem Maß sich die jungsteinzeitlichen Siedler vom Mais ernährten. Einige Archäologen vertreten die These, dass das Getreide, das ursprünglich vom Teosinte-Gras abstammt, damals ausschließlich zu zeremoniellen Anlässen gegessen wurde. Andere Wissenschaftler dagegen sind der Auffassung, dass Mais damals schon ein Grundnahrungsmittel gewesen sein muss.

Nun hat sich ein Wissenschaftlerteam rund um Jonathen Haas vom Field Museum in Chicago (Illinois/USA) mit dieser Frage beschäftigt. Sie untersuchten dazu Funde aus der Region Norte Chico in Peru. Dieses Gebiet liegt nördlich von Lima. Im Fachmagazin PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) berichten sie über ihre Analysen. Diese liefern eindeutige Hinweise darauf, dass Mais in großem Maßstab angebaut wurde. Er machte auch einen Teil der Nahrung aus.

An fast allen Steinwerkzeugen fanden sich Spuren von Mais

Die Forscher ziehen diese Schlüsse anhand von Steinwerkzeugen, die bei Grabungen entdeckt wurden. Außerdem wurden in der Region Norte Chico fossile Exkremente entdeckt. Sowohl die Steinwerkzeuge als auch die menschlichen Hinterlassenschaften sind zwischen 3800 und 5000 Jahre alt. Die Funde stammen zum Großteil aus den Siedlungen Caballete und Huaricanga, die nahe an der Küste liegen. Zusätzlich analysierte das Wissenschaftlerteam noch Bodenproben. Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 126 Bodenproben. Bei etwa der Hälfte stießen die Forscher auf Maispollen. Diese Pollen stammen nicht von heute angebautem Mais, da sich die Größe der heutigen Pollen und der damaligen Pollen erheblich unterscheidet.

Von den 14 untersuchten Steinwerkzeugen konnten an 11 Rückstände von Mais nachgewiesen werden. Sehr wahrscheinlich wurden diese Werkzeuge entweder ausschließlich oder überwiegend zur Bearbeitung von Mais eingesetzt – etwa zum Zerschneiden oder Zerstampfen. Die gefundenen „Stoffwechselendprodukte“ der damaligen Menschen stützen die These, dass damals viel Mais gegessen wurde. Über zwei Drittel der menschlichen Exkremente aber auch drei Viertel der Hunde-Exkremente enthielten Spuren von Mais. Der Maisanteil war höher als von jedem anderen Lebensmittel. Doch konnte auch nachgewiesen werden, dass vor 5.000 Jahren auch Süßkartoffeln, Guaven und Sardellen auf dem Speiseplan standen.

All diese Daten stützen die These, dass Mais bereits damals das Grundnahrungsmittel Nummer Eins war und die Hauptquelle für Stärke war. Mais konnte unmöglich nur zu zeremoniellen Gelegenheiten konsumiert werden.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 27. Februar 2013 um 21:17 Uhr )
 

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