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Rhein-Siedlung aus der Jungsteinzeit entdeckt

Rheinsiedlung aus der Jungsteinzeit entdeckt (Wordle)In der Archäologie sind es meist die unverhofften Funde, die am spektakulärsten sind. Während Bauarbeiten an der Autobahn zwischen Köln und Düren gab die Erde ein 7200 Jahre altes Steinzeitdorf preis.

Die entdeckte Siedlung stammt aus der Jungsteinzeit – genau jener geheimnisvollen Epoche, in der die Menschen sesshaft und zu Bauern und Viehzüchtern wurden. So kamen unter anderem die Reste eines Bauernhofes und eines Friedhofes ans Tageslicht.

Bisher gingen die Forscher davon aus, dass die ersten Bauern von Osten kommend nur bis an den Rhein kamen. Nun haben die Forscher den Beweis, dass sie bereits den Rhein viel früher überschritten haben mussten als bislang angenommen. Der fruchtbare Boden war prädestiniert für den Ackerbau und so wurde er auch genutzt. Hatten die Menschen zuvor in Laubhütten gelebt, so begannen sie jetzt mit dem Bau von festen Behausungen. Am Computer konnten die Wissenschaftler vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege ein Bauernhaus rekonstruieren. Es erinnert stark an heutige Scheunen, denn es war bis zu acht Meter hoch und 35 Meter lang. Damit hatte es eine Grundfläche von 120 bis 140 Quadratmeter. Am Ende schloss das Haus aus Eichenholz mit einem schmalen Rechteck ab. Die Forscher glauben, dass darin bis zu 8 Bewohner lebten. Wahrscheinlich waren unter den Bewohnern auch viele Kinder. Ausgehend von diesem ersten Haus hätten sich drumherum immer mehr Menschen angesiedelt. Die Forscher haben bislang 35 Häuser aus der Jungsteinzeit ausgegraben. Sie vermuten aber noch weitere 50 bis 50 Häuser, die in dem Acker ihrer Entdeckung entgegen schlummern.

Besonders erstaunt waren die Forscher über den entdeckten Friedhof, der von den Siedlern in der Jungsteinzeit direkt neben dem Ort angelegt wurde. Die Archäologen konnten in mühevoller Kleinarbeit bis jetzt ca. 110 Skelette freilegen. Sie fanden die Überreste von Kindern, einem Jugendlicher und Erwachsenen. Außerdem wurde auch ein Erwachsener mit einem Neugeborenen bestattet. Weiterhin fanden die Forscher zahlreiche Grabbeigaben wie Beile oder einen Reib- bzw. Malstein. Auch hier gehen sie von weiteren Funden aus. Insgesamt wird die Anzahl der bestatteten Individuen auf 202 geschätzt. Damit wäre der entdeckte Friedhof der bislang größte bekannte Friedhof aus der Jungsteinzeit in Deutschland.

Trotzdem sich die Archäologen schon eine lange Zeit mit den Funden beschäftigen, können sie auf die dringendsten Fragen wie z. B. Wer waren diese Menschen? Wie alten wurden sie? Wie lebten sie wirklich? noch keine Antworten geben. Dazu sind weitere Untersuchungen in den nächsten Jahren in den Laboren notwendig.

Obwohl der Siedlungsplatz in der Jungsteinzeit ein hübsches Fleckchen zum Wurzeln-Schlagen war, gleicht er heute direkt an der Autobahn einer wenig einladenden Ödnis.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 16. Februar 2012 um 20:10 Uhr )
 

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