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Studie: Datenschutz in Online-Spielen

Studie: Datenschutz in Online-Spielen (Wordle)Lange haben sie geforscht. Nun sind endlich die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Vor drei Jahren begann das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) seine Studie „DOS – Datenschutz in Online-Spielen“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Damals wurden die Forscher noch wegen des vermeintlichen Exoten-Themas belächelt. Mittlerweile ist die Entwicklung bei den Konsolen, PCs, Handys und im Internet unaufhaltsam fortgeschritten und damit kommen eine Menge Datenschutzprobleme auf die Nutzer zu. Man erinnere hier nur an die Datenschutz-Debatte rund um Facebook und Co.

Die Forscher richteten den Fokus der Studie auf Online-Spiele. Hier wollen die User eigentlich nur eines: Spielen. Doch im Hintergrund werden viele personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet. Das fängt an bei den Registrierungsdaten wie Name und Passwort, geht über das Mitprotokollieren von Spielverhalten und PC-Ausstattung hinaus und hört bei Zahlungsdaten, Freundeslisten und Adressbüchern noch lange nicht auf.

Für das Erheben solcher Daten gibt es eigentlich keine Rechtsgrundlage. Vielmehr hat jeder User theoretisch das Recht auf anonyme Nutzung. Aber wer versucht, das Spieleherstellern wie Bluebyte im Bezug auf „Die Siedler 7“ zu erklären, wird auf taube Ohren stoßen. Denn Bluebyte ist scheinbar bei „Die Siedler 7“ mächtig stolz auf den angeblich unknackbaren Kopierschutz. Dafür muss der Spieler pausenlos im Online-Kontakt mit dem Spielserver stehen. Ein Spielen unterwegs im Zug oder dergleichen wird so einfach unterbunden. Der Spielerwird  nur unnötig gegängelt – beispielsweise dann, wenn der Bluebyte-Server aufgrund starker Trafficlast in die Knie geht, der Kontakt zum Server abbricht und ein Weiterspielen nicht mehr möglich ist.

Der Spieler weiß auch nicht, welche Daten von ihm über die Onlineverbindung abgerufen und mitgeschnitten werden. Solche Intransparenzen werden auch in der DOS-Studie angemahnt.

Allerdings halten die Forscher der ULD ebenso fest, dass man den Spielebetreibern keine böse Absicht unterstellen darf. Oftmals wissen sie schlichtweg nicht, was sie im Hinblick auf den Datenschutz tun dürfen und was nicht. Die ULD möchte den Dialog mit den Firmen suchen und helfen, damit die bestehenden Regeln zum Datenschutz besser in Onlinespielen umgesetzt werden.

Dafür stellen die Forscher einen Leitfaden bereit, der bei 27 typischen Funktionalitäten aufzeigt, worauf die Hersteller und die Betreiber aus Datenschutzsicht zu achten haben.
Ab nun kann sich niemand mehr herausreden, er hätte von nichts gewusst. Auch für die Spieler ist der Leitfaden interessant, denn nun erfahren sie, welche Rechte sie gegenüber den Anbietern haben.

Daneben beinhaltet die Studie noch eine Auswertung einer Befragung. Hier standen 1200 Spieler und Spielerinnen Rede und Antwort. Heraus kam ein Einblick in die Welt der Onlinespieler. Ebenso interessant sind die Ausführungen zum Wirtschaftsfaktor Onlinespiele und die Überlegungen zum Geschäftsmodell Datenschutz.

Wer sich also für diese Thematik interessiert, der sollte beim herbstlichen Wetter die Zeit auf dem Sofa nutzen und in der Studie schmökern. Die vollständige Studie findet sich hier: DOS – Datenschutz in Onlinespielen

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 16. Februar 2012 um 08:11 Uhr )
 

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