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Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon: Neue Menschenaffenart entdeckt

Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon entdeckt (Wordle)Es gibt Tage im Forscherleben, da werden Entdeckungen gemacht, die im Extra-Forscherleben mit dem Begriff "wie ein Sechser im Lotto" umschrieben werden. So ähnlich ist es Forschern vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen (Deutschland) in Südostasien gegangen. Im Dschungel an der Grenze zwischen Vietnam, Laos und Kambodscha entdeckten Forscher eine neue Gibbonart - in der heutigen Zeit kann man so ein Ereignis gut und gerne als zoologische Sensation beschreiben.

Und da Gibbons zur Familie der Hominoidae (= Menschenartige) gezählt werden, ist die vermeintlich falsche Überschrift gar nicht mal falsch gewählt. Neben den großen Menschenaffen wie Orang Utan, Gorilla, Schimpansen und Bonobos werden noch die kleinen Menschenaffen unterschieden und das ist nunmal die Gattung der Gibbons. Man lernt eben nie aus.

Die Gibbons wurden von den Wissenschaftlern nur auf Grund ihres charakteristischen Gesangs entdeckt. Im Normalfall leben sie in luftigen Höhen im tropischen Regenwald, der in einer nur schwer zugänglichen Bergregion liegt. Die neue Art bekam den Namen Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon. Lateinisch heißt sie Nomascus annamensis. Entsprechende Untersuchen des Erbmaterials aber auch eine Analyse des Gesangs belegen, dass es sich um eine eigenständige Art handelt wie die Forscher im Fachblatt "Vietnamese Journal of Primalogy" schreiben. Die Artbestimmung bei Gibbons stellt die Forscher vor große Herausforderungen. Die Tiere leben hoch oben in den Bäumen. Unterschiede in der Fellfärbung sind von unten so gut wie nicht auszumachen. Die Tiere zu betäuben, kommt auch nicht in Frage, da die Affen den Sturz aus großer Höhe wahrscheinlich nicht überleben würden und jedes einzelne Exemplar für das Überleben der Art wichtig ist.

Mit der Entdeckung wächst die Zahl der bekannten Schopfgibbon-Arten auf sieben an. Die Entdeckung erfolgte buchstäblich fünf vor zwölf. Denn die Forscher schätzen die Anzahl der Individuen auf ca. 100. Damit gehört der Nördliche Gelbwangen-Schopfgibbon mit seiner Entdeckung zu den stark bedrohten Tierarten und teilt damit das Schicksal vieler Gibbon-Arten in Südostasien. Illegale Jagd und der Verlust des Lebensraumes setzt den Gibbon-Beständen stark zu. Als seltenste und am stärksten vom Aussterben bedrohte Affenart gilt der Hainan-Schopfgibbon. Von ihm leben nur noch 20 Individuen. Die Art wird wohl kaum noch vor dem Aussterben zu retten sein.

 


Quelle:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 16. Februar 2012 um 08:00 Uhr )
 

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