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Krise in den Flüssen: 5 Milliarden Menschen müssen an und mit dreckigen Flüssen leben

Krise in den Flüssen: 5 Milliarden Menschen müssen an und mit dreckigen Flüssen leben (Wordle)In vielen Flüssen der Erde wird Dank des „menschlichen Engagements“ eigentlich nur noch „Schmutzwasser“ transportiert, um es mal euphemistisch auszudrücken. Giftcocktail, Brühe oder stinkende Kloake wären auch treffende Bezeichnungen. Einige der schmutzigsten Gewässer der Welt fließen durch die am dichtesten besiedelten Gebiete. Wer jetzt spontan nur an Asien denkt, der befindet sich auf dem Holzweg. Auch durch die USA und Europa fließen noch Flüsse, die äußerst stark belastet sind. Denn fast 80 % der Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen leben im Einzugsbereich belasteter Flüsse.

Nun hat ein internationales Forscherteam Kartenmaterial berechnet, das zeigt, wo die Schäden am größten sind. Die Wasserqualität wird durch Landwirtschaft, Staudämme, Giftstoffe, Verschmutzung oder eingeschleppte Arten massiv beeinträchtigt. Neu an der Studie ist auch, dass erstmalig Faktoren miteinander kombiniert werden, die sich direkt auf die menschliche Nutzung von Flüssen und auf die Artenvielfalt auswirken. Außerdem wird in der im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie auch aufgezeigt, wo und mit welchem Erfolg Investitionen getätigt werden, um diese Schäden zu vermeiden und abzumildern.

Letztlich sind Flüsse wichtige Trink- und Nutzwasserspeicher für Mensch und Tier. Außerdem beherbergen sie viele Tier- und Pflanzenarten, die massiv leiden, wenn die Wasserqualität und damit aber auch die Funktionsfähigkeit der Flüsse abnimmt.

Negatives Flussranking des WWFs: Die 10 schmutzigsten Flüsse der Erde

  • Platz 1: Jangtse (Asien)
  • Platz 2: Mekong (Asien)
  • Platz 3: Saluen (Asien)
  • Platz 4: Ganges (Asien)
  • Platz 5: Indus (Asien)
  • Platz 6: Donau (Europa)
  • Platz 7: Rio de la Plata (Südamerika)
  • Platz 8: Rio Grande (Nordamerika)
  • Platz 9: Nil (Afrika)
  • Platz 10: Murray (Australien)

Die Studie entstand als Gemeinschaftsprojekt an der Stadtuniversität von New York und der Universität von Wisconsin (beides USA). Ergebnis sind hoch aufgelöste Weltkarten, die den Gefährdungszustand der Flüsse aufzeigen. Dabei werden 23 verschiedene Faktoren zusammengefasst, damit sich ein möglichst genaues Bild vom Zustand der Fließgewässer zeichnen lässt. Nach Analyse der Experten leben ca. 5 Milliarden Menschen im Einzugsbereich belasteter Flüsse.

Erwartungsgemäß treten starke Verschmutzungen vor allem in Ballungszentren auf, die sehr oft nahe der Mündung liegen. In unbesiedelten oder besonders geschützten Gebieten können Schadstoffe verdünnt werden oder sich am Grund absetzen. Die Karten zeigen daher auch die positiven Auswirkungen von Natur- und Wasserschutzgebieten.

Bedrohung der biologischen Vielfalt in Flüssen (Grafik)

Bedrohung der Artenvielfalt in den Flüssen

Bedrohung der Sicherheit der Wasserversorgung (Grafik)

Bedrohung der Sicherheit der Wasserversorgung

Konkrete Bedrohung der Sicherheit der Wasserversrogung und der Biodivsersität (Grafik)

Konkrete Bedrohung der Sicherheit der Wasserversorgung und der Artenvielfalt

Kritik der Forscher am Zustand der Flüsse

Die Forscher bemängeln allerdings, dass in Ländern mit hohem Einkommen in der Regel viel Geld in die Verbesserung der Wasserqualität gesteckt wird, jedoch ohne dabei die tatsächlichen Ursachen der Gefährdung zu bekämpfen. Damit erhöht sich allerdings auch die Kluft zwischen armen und reichen Ländern. Ferner wird auch der Konflikt zwischen menschlicher Nutzung und dem Schutz der Artenvielfalt verschärft. Vorausschauende Planung und systematischer Schutz über Ländergrenzen hinaus könnten viel vermeiden. So beugt der Erhalt von Flussauen Überschwemmungen vor. Der Schutz von Wassereinzugsgebieten macht eine aufwendige Trinkwasseraufbereitung überflüssig. Sparsame Bewässerungstechniken sichern auch mit die Qualität von Lebensmitteln, …

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 15. Februar 2012 um 21:59 Uhr )
 

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