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War Sachsen-Anhalt in der Bronzezeit ein Ballungsraum?

War Sachsen-Anhalt in der Bronzezeit ein Ballungsraum? (Wordle) Sachsen-Anhalt bezeichnet sich heute gern als „Land der Frühaufsteher“. Vielleicht ist dieser Slogan noch nicht ganz das Gelbe vom Ei. Meines Erachtens wäre „Land der Frühbesiedler“ möglicherweise besser.

Denn Archäologen haben auf engstem Raum fast ein Dutzend Siedlungen aus der Bronzezeit entdeckt. Sie fanden beeindruckende Spuren aus der Vergangenheit, die zeigen, dass das Land damals möglicherweise dichter besiedelt war als es heute ist.

 

Nach den Funden der Himmelsscheibe von Nebra, dem Sonnenobservatorium von Goseck oder den Überresten einer Stonehenge-ähnlichen Anlage dachten manche Forscher, dass sie fast zuviel Glück hätten. Und nun kommen bei großen Bauprojekten zahllose weitere Fundstücke wieder ans Tageslicht. Die Funde bilden einen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden ab.
Jetzt haben die Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie eine Zwischenbilanz zu den Ausgrabungsarbeiten aufgrund des Neubaus der Bundesstraße B6 gezogen. Die neue Trasse wird vom niedersächsischen Teil des Harzes bis zur Autobahn A9, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen innerhalb Deutschlands, im Osten von Sachsen-Anhalt verlaufen. Sie führt damit über historisch wertvolles Terrain, was zeitgleich Fluch und Segen für die Wissenschaftler ist. Bis zu 250 Mitarbeiter suchen gleichzeitig nach Spuren aus der Vorzeit.

Allein auf einem Abschnitt im Raum Köthen, der ca. 10 km lang ist, stießen die Archäologen auf die Überreste von 15 spätbronzezeitlichen Siedlungen. Die Forscher schließen aus den Funden, dass die Gegend deutlich dichter besiedelt gewesen sein musste, als sie es heute ist. Grund dafür könnten die fruchtbaren Böden sein. Die gefundenen Relikte reichen von Siedlungsspuren bis hin zu reich ausgestatteten Gräbern aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. In den über 4000 Jahre alten Gräbern bargen die Forscher Pfeilspitzen, Glockenbecher, Armschutzplatten für Bogenschützen, ja sogar bronzezeitliche Nadeln.

Die Experten hoffen sogar noch auf weitere Funde, denn vier bis fünf Grabungsteams sind in Köthen und Umgebung noch unterwegs und untersuchen vielversprechende Stellen.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 15. Februar 2012 um 21:27 Uhr )
 

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