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Zürich: Stargate zur Steinzeit entdeckt?

Zürich: Stargate zur Steinzeit entdeckt? (Wordle) Auf der Züricher Baustelle, bei der nahebei der Oper gebuddelt wird, wurden zahlreiche Gegenstände aus der Steinzeit entdeckt – darunter ein Tor, das einen Blick in die Steinzeit erlaubt. Die 5000 Jahre alte Tür wirkt auch auf den heutigen Betrachter stabil und elegant.

Mit ihrem Alter gehört sie zu den drei ältesten Pforten Europas. Alle drei Funde stammen aus der Schweiz. Anders als im Vorderen Orient dauerte die Steinzeit im Alpenraum bis ins dritte Jahrtausend vor Christus. Im Vorderen Orient dagegen verarbeiteten die Menschen bereits sehr viel früher Metall und gründeten Städte.

Doch auch die gefundene Tür zeugt von großer Handwerkskunst. Sie besitzt eine ausgefeilte Steckverbindung. Für die Forscher ist die Konservierung von Holz ein Glücksfall, denn selbst die Türangel ist gut erhalten. Fast könnte man meinen, man bräuchte die Tür nur wieder einzuhängen und sie könnte wie in ihren guten alten Zeiten genutzt werden.

Bei der Grabung an der Oper wurde diese 5000 Jahre alte Holztür freigelgt. Das Türblatt misst 153 x 88 cm (Bildquelle: Hochbaudeaprtment der Stadt Zürich)

Nun stellt sich die Frage, warum ausgerechnet in der Schweiz Holz so gut die Zeiten überdauert. Dafür machen die Forscher die besondere Bodenchemie im Alpenraum verantwortlich, die pflanzliche Stoffe besonders gut erhält als anderswo. Dafür würde man aber in der Schweiz kaum eine Sehne oder ein Stück Leder finden wie in Nordeuropa. Dort erhalten sich Moorleichen und Überreste von Tieren besonders gut.

Natürlich gehört auch immer ein bisschen Glück dazu, meinen die Wissenschaftler. Denn die Grabung an der Oper sind die größten seit 30 Jahren im Kanton Zürich. Die Fakten, die man dadurch über die Wirtschaft und Kultur der damaligen Zeit erfährt, werden das Bild von der Steinzeit in den Alpen weiter vervollständigen. Die entdeckten Bauteile aus Holz lassen viele Rückschlüsse auf die damalige Bauweise zu. Auf Grund des rauen Klimas waren die Menschen gezwungen, ihre Häuser äußerst massiv zu bauen und sich mit Hilfe der Türen vor dem kalten Wind, der am Zürichsee weht, zu schützen.

Neben der Tür kamen auf der Baustelle weitere Entdeckungen zu Tage. So fanden die Forscher die Reste von mindestens fünf Siedlungen, die übereinander liegen. Sie werden auf ein Alter von 3700 bis 2500 v. Chr. geschätzt. Auch Sedimentschichten, die die Pegeländerungen des Zürichsees anzeigen, konnten dokumentiert werden. Ein weiteres archäologisches Highlight ist ein Feuersteindolch aus Italien, der ebenso zum Vorschein kam wie ein bislang unbekannter Pfeilbogen-Typ sowie mehrere steinzeitliche Feuerzeuge aus Schwefeleisen-Knollen, Feuerschläger und Zunderschwamm.

Doch die Zeit drängt. Das Tor zu Steinzeit wird bald geschlossen. Die Forscher werden versuchen, so viele Relikte aus dem Boden zu retten – bevor der Bau eines unterirdischen Parkhauses beginnt.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Sonntag, 19. Februar 2012 um 14:51 Uhr )
 

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