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Archäologie: Zeig her Deine Hände und ich sage Dir, wie Du liebst

Archäologie: Zeig her Deine Hände und ich sage Dir, wie Du liebst (Wordle)So oder so ähnlich könnte heute eine Fernsehshow auf 9live heißen. Doch im diesem Artikel geht es nicht um 9live sondern um unsere Altvorderen. Nun stellten Anthropologen auf Basis der Analyse von Fingerlängen fest, dass es mit den moralischen Eigenschaften unserer Vorfahren in der grauen Vorzeit nicht weit her gewesen sein muss. Von Monogamie und Rücksicht hielten sie möglicherweise wenig.

Bei der Analyse von Neandertalern und anderen ausgestorbenen menschlichen Vorfahren wurden die Fingerlängen zueinander ins Verhältnis gestellt. Dieses hängt maßgeblich davon ab, wie stark die männlichen Sexualhormone während der Schwangerschaft auf den Fötus einwirken. Zu diesen sogenannten Androgenen gehört auch Testosteron. Testosteron sorgt dafür, dass der Zeigefinger im Verhältnis zum Ringfinger besonders kurz ist.

Andere Studien konnten derweil nachweisen, dass Primaten dann ein ausgeprägtes maskulines Sozialverhalten haben, wenn sie einen kurzen Zeigefinger besitzen. Die Konkurrenz und Aggression ist dann besonders stark und auch die Sexualpartner wechseln häufiger.
Schimpansen und Gorillas haben im Verhältnis zum Ringfinger einen relativ kurzen Zeigefinger, während bei monogam lebenden Gibbons Zeige- und Ringfinger fast gleich lang sind. Im Gegensatz zu Orang Utans, Gorillas und Schimpansen, bei denen meist die Männchen mit besonders langen Ringfingern und kurzen Zeigefingern dominieren, existiert beim Menschen dagegen eine große Diversität beim Fingerlängenverhältnis. Dazu passend haben wir auch viele verschiedene Partnerschaftsmodelle entwickelt.

Bei fast allen derweil ausgestorbenen Hominiden fanden die Wissenschaftler recht kurze Zeigefinger – unter anderem auch beim Neandertaler. Vor allem beim Ardipithecus ramidus, der vor fünf Millionen Jahren lebte, wird ein ausschweifendes Sexualleben vermutet.

Auch wenn das bis hierhin alles doch irgendwie sehr plausibel klingt, sollte man bei der Interpretation sehr vorsichtig sein. Selbst die Forscher räumen ein, dass es nur eine begrenzte Anzahl an Fossilien gibt und sie eigentlich mehr Versteinerungen bräuchten, um die Thesen zu bestätigen. Allerdings bietet der vorgestellte Ansatz eine Möglichkeit, die Entwicklung unseres Sozialverhaltens nachzuvollziehen.

Im Übrigen waren scheinbar nicht alle unsere Vorfahren – um es mal ganz drastisch auszudrücken - „Testosteron gesteuerte Arschlöcher“. Denn Australopithecus afarensis, zu dessen Gattung auch „Lucy“ gehörte und die vor ca. 3 Millionen Jahre lebte, waren sehr umgänglich und im Vergleich mit uns Homo sapiens sapiens besonders monogam.

Dennoch gefällt mir der Gedanke ... irgendwie. Allerdings bezogen auf einige heutige „Mitbewohner“ frage ich mich im Moment ganz ehrlich, ob Silvio Berlusconi oder auch Mel Gibson überhaupt einen Zeigefinger besitzen oder doch nur einen überdimensionierten Ringfinger, den sie als Stinkefinger benutzen?!

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Sonntag, 19. Februar 2012 um 14:49 Uhr )
 

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