Zufallskarte

Küste
Image Detail
Valid XHTML 1.0 Strict CSS ist valide!

Speiseplan der Neandertaler: Denk vegetarisch Bruder!

Warum starben die Neandertaler aus? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft seit den ersten Funden im Neandertal bei Mettmann. Und mindestens genauso lang schießen die Theorien wild ins Kraut. Was ist wahr? Was ist Unsinn? Eine Theorie beispielsweise lautete: Die Neandertaler standen ausschließlich auf fleischliche Kost und verschmähten vegetarische Köstlichkeiten. Deswegen hätten sie einen Nachteil gegenüber dem Homo sapiens gehabt.
Doch nun widerlegen neueste Untersuchungen zumindest diese Theorie.

Fest steht, dass der Neandertaler vor ca. 30.000 Jahren plötzlich von der evolutionären Bildfläche verschwand und der moderne Mensch auch seinen Lebensraum eroberte. Was genau passierte, liegt im Dunkeln der Geschichte verborgen. Bislang wurde spekuliert, dass die flexiblere Ernährung des modernen Menschen ihm einen Überlebensvorteil verschaffte. Neben Fleisch nahm dieser auch pflanzliche Nahrung zu sich. Damit stand ihm potentiell mehr Energie zur Verfügung als dem Neandertaler. Diese – so die bisherige Lehrmeinung – ernährten sich ausschließlich von tierischen Eiweißen. Sie jagten große Tiere wie Mammuts, Auerochsen oder Wildpferde und ließen tendenziell Meeresfrüchte, kleinere Tiere oder Nüsse links liegen. Damit hätte ihr Überlebenserfolg aber auch maßgeblich vom Jagdglück und dem Durchzug großer Herden abgehangen. Blieb dies aus, so hätten die Neandertaler mit Hungersnöten zu kämpfen gehabt.

Drei amerikanischen Forscherinnen gelang nun der Nachweis, dass diese Annahme so nicht stimmen kann. Sie führten mikroskopische Untersuchungen an Zähnen von Neandertalerskeletten durch. Die Neandertaler lebten einst in Belgien und Irak. Auch sie hatten bereits mit Zahnstein zu kämpfen. Er entsteht durch die Einlagerung von Mineralien in den Zahnbelag. Darin konnten allerdings auch zahlreiche Bestandteile der Nahrung die Jahrtausende überdauern.
Im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Science“ berichten die Damen vom Center for Advanced Study of Hominid Paleobiology in Washington (USA), dass sie bei ihren Untersuchungen auch Stärkekörnchen fanden. Das lässt nur einen Schluss zu: Die Neandertaler schöpften ebenso aus dem Nahrungspool der pflanzlichen Kost. Wildgräser, Hülsenfrüchte, Wurzeln und Knollen waren offensichtlich ebenfalls Bestandteil ihrer Mahlzeiten. Einige der gefundenen Partikel weisen auf die Einwirkung von Hitze hin. Das wiederum heißt, dass sie gekocht, gebacken oder gebraten worden sein müssen. Die Neandertaler kannten also ebenfalls das Feuer.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftlerinnen klingt einleuchtend: Die Neandertaler nutzen sehr wohl pflanzliche Nahrungsquellen ihrer Umwelt und machten sie durch eine entsprechende Zubereitung mit Hilfe von Hitze genießbarer. Damit verschwindet erneut ein Unterschied zwischen Neandertaler und modernem Mensch. Unser menschlicher Cousin wird uns also auch bei den Ernährungsgewohnheiten immer ähnlicher.

Eine Frage stellt sich mir allerdings: Wie sah wohl Junk-Food in der Steinzeit aus?

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 02. Mai 2012 um 19:51 Uhr )
 

© H[AGE]: Langenwetzendorf (2008 - 2011)