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Höhle von Coliboaia (Rumänien): Älteste Höhlenmalereien Mitteleuropas entdeckt

Höhle von Coliboaia (Rumänien): Älteste Höhlenmalereien Mitteleuropas entdeckt (Wordle) Die Höhlen von Altamira und Lascaux sind bekannt für beeindruckende Höhlenmalereien unserer Vorfahren. Mammuts, Wildpferde und Büffel in Ocker bzw. Kohle zieren die Felswände. Die Steinzeit-Michelangelos verewigten ihre Kunstwerke dort vor ca. 15.000 bis 17.000 Jahren. Die Höhlenmalereien aus der Höhle von Coliboaia, die sich im Apuseni-Naturpark in Rumänien befindet, sind deutlich älter. Forscher bestätigten nun deren Echtheit und nahmen eine Datierung vor. Die Malereien auf den Felswänden lassen sich den Kulturstufen Aurignacien oder Gravettien zuordnen. Damit wären die Bilder zwischen 23.000 und 35.000 Jahre alt. Sie gelten als die ältesten Höhlenmalereien in Mitteleuropa.

Die Höhe von Coliboaia ist mit 750 Metern Länge nicht sehr groß. Sie liegt in der Nähe der nordwestrumänischen Stadt Bejus, die dem Verwaltungskreis Bihor angehört. In Coliboaia fand man ein halbes Dutzend schwarze Malereien an den Felswänden. Diese untersuchte Jean Clottes – seines Zeichens Experte der UNESCO für Wandmalereien. Die Zeichnungen zeigen ein Pferd, ein Bison und je zwei Bären- und Nashornköpfe. Die Motive ähneln also sehr stark den bisher bekannten westeuropäischen Malereien. Am Zeichenstil wurde sich auch bei der Alterseinschätzung orientiert. Nun soll eine Radiokarbondatierung von Bärenknochen aus der Höhle die Datierung noch bestätigen.

Sollte Clottes richtig liegen, gäbe es eine weitere wissenschaftliche Sensation. Denn dies würde bedeuten, dass prähistorische Gesellschaften in Europa einen gemeinsamen Kunststil pflegten. Das wiederum ließe auf eine deutlich bessere Vernetzung über den gesamten Kontinent hinweg schließen.

Die Datierung der Malereien war alles andere als einfach, denn zunächst musste man diese erreichen. Die Höhle selbst ist bereits 30 Jahre lang bekannt, doch die Höhlenmalereien wurden erst im September 2009 von Höhlenforschern entdeckt. Der stollenartige Bereich mit den Bildern ist nämlich nur per Tauchgang erreichbar, da ein unterirdischer Fluss den Zugang zum hinteren Teil der Höhle versperrt.

Höhlenmalerei aus Coliboaia Forscher in der Höhle Coliboaia
Eine Zeichnung zeigt den Kopf eines Nashorn.
Die Kunstwerke sind nichts für Klaustrophobiker.

Französische und rumänische Wissenschaftler vermuten, dass es früher weitere, tiefer liegende Malereien gegeben haben musste. Diese wurden aber wahrscheinlich vom Wasser weggewaschen. Auch die heute noch erhaltenen Malereien sind längst nicht sicher. Sie liegen nur knapp über dem heutigen Wasserspiegel. Wer sie betrachten möchte, kann sie nur schwimmend bestaunen.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Dienstag, 14. Februar 2012 um 08:38 Uhr )
 

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