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Wie lange stillten Mammuts eigentlich ihre Kinder?

Wie lange stillten Mammuts eigentlich ihre Kinder? (Wordle) Wie lange ließen Mammuts eigentlich ihre Baby-Mammuts am mütterlichen Euter trinken? Stillten sie kürzer als heute lebende Elefanten? Länger als die Elefanten? Oder gleich lang?
Was klingt wie typische Kinderfragen können Wissenschaftler nun beantworten. Die Riesen sicherten mit einer sehr langen Stillzeit das Überleben des Mammut-Nachwuchses. Doch langfristig brachte diese Strategie keinen Erfolg. Die Mammuts starben trotzdem aus.

Ihren Nachwuchs stillten Mammuts länger als wir das heute bei den Elefanten beobachten können. Diese Erkenntnisse fanden kanadische Forscher von der University of Western Ontario durch die Analyse von Zähnen des Wollhaarmammuts heraus. Mammuts stillten ihre Kinder demnach offensichtlich drei Jahre. Darüber und über die daraus zu ziehenden Schlüsse berichtet die Forschergruppe um Jessica Metcalfe im Fachjournal „Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology“.

Von heute lebenden afrikanischen Elefanten ist hinlänglich bekannt, dass sie ihren Nachwuchs ungefähr ein Jahr lang stillen. Kinder von indischen Elefanten bedienen sich zwei Jahre lang an der Mutterbrust. Doch bisher wussten Forscher schlicht und ergreifend nicht, wie lange Mammuts ihren Nachwuchs säugten. Diese Wissenslücke ist nun behoben. Die Wissenschaftler um Metcalfe analysierten die Zähne von Wollhaarmammuts. Diese waren unterschiedlich alt und in der Provinz Yukon in Kanada nördlich des Polarkreises gefunden worden.
Mammuts lebten in dieser Region vor ca. 40.000 Jahren. Den Forschern gelang es, anhand der Zusammensetzung der Zähne festzustellen, wie lange die Mütter ihren Mammut-Nachwuchs stillten. Erst ab etwa 3 Jahren nahmen die Jungtiere pflanzliche Kost zu sich.

3 Jahre lang Muttermilch als Schutz vor Raubtieren?

Für die doch sehr lange Stillzeit machen die Experten die dunklen Winter im hohen Norden verantwortlich. Als Argumentationshilfe werden wieder die heute lebenden Elefanten herangezogen. Dort werden die Jungtiere von Löwen bedroht. Der König der Tiere kann es zwar nicht mit ausgewachsenen Elefanten aufnehmen, mit Baby-Fanten allerdings schon. Bevorzugt in der Nacht pirschen sich die Löwenrudel an die Elefantenkinder heran. Ihre Augen sind für die Jagd bei Nacht bzw. Dämmerung hervorragend angepasst. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Feinde der Mammuts ähnlich vorgegangen sind. Vermutlich gehörte der Säbelzahntiger zu den großen Fressfeinden, die den Mammut-Kindern in den langen, kalten und dunklen Nächten gefährlich werden konnten. Hier war es für die Kleinen von Vorteil, dass sie lange gestillt wurden, denn so blieben sie in der Nähe der Mutter. Diese konnte sie vor den Angriffen der Räuber verteidigen.

Langfristig wurde den Mammuts die Stillzeit mit zum Verhängnis. Futterknappheit aufgrund des Klimawandels nach der Eiszeit hatte bei den Muttertieren Probleme mit der Milchproduktion zur Folge. Die Tiere fanden nicht mehr genügend Nahrung, da sich die offenen Graslandschaften zusehens in Wald verwandelten, der den Mammuts keine ausreichende Nahrung mehr bot. Die Kühe konnten nicht mehr genügend Milch produzieren und so die Jungtiere nicht mehr aufziehen. Die zotteligen Riesen schafften die Anpassung an die veränderten Umweltbedingungen nicht. Sie starben, nachdem sie über Millionen von Jahren auf Erden wandelten, vor ca. 10.000 Jahren einfach aus.

Gelingt es uns, das Verhalten von Mammuts zu verstehen, sind wir möglicherweise in der Lage nachzuvollziehen, warum sie ausstarben. Außerdem können wir auch erfahren, wie die jetzige Fauna auf die durch den Menschen verursachte Erderwärmung reagiert.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Dienstag, 14. Februar 2012 um 08:33 Uhr )
 

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