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Kleiderlaus sei Dank! Jetzt wissen wir: Kleidung gibt es seit 170.000 Jahren

Kleiderlaus sei Dank! Jetzt wissen wir: Kleidung gibt es seit 170.000 Jahren (Wordle) Klein, nervtötend da Juckreiz verursachend doch für die Wissenschaft von großem Wert: Die Kleiderlaus. Denn sie gibt uns Aufschluss darüber, seit wann Menschen Kleidung tragen. Eine Laus-Studie enthüllt nun, dass der Zeitpunkt, als die Menschen sich bekleideten und nicht mehr völlig nackt herumliefen, vor 170.000 Jahren gewesen sein muss.

Die Feststellung, dass der Mensch bereits vor 170.000 Jahren Gewänder trug, ist das Ergebnis eines US-amerikanischen Forschungsprojekts. Die Wissenschaftler von der University of Florida (USA) analysierten das Erbgut von Läusen und verglichen dabei die DNA von Kleiderlaus mit der der Kopflaus. Das Ergebnis: Vor 170.000 Jahren entwickelten sich die Kleiderläuse aus den Kopfläusen. Da sich Kleiderläuse – wie der Name bereits vermuten lässt – ausschließlich in Kleidung vermehren, kann nun darauf geschlossen werden, dass bereits vor 170.000 Jahren der Mensch seinen Körper verhüllt haben muss, da kein anderes Tier dies auch tut und somit in Frage käme.

Die Forscher rund um Melissa Toups sehen in der menschlichen Angewohnheit, die eigene Nacktheit zu verhüllen, eine Voraussetzung, damit sich unsere Vorfahren von Afrika aus auch in den wesentlich kälteren, nördlichen Breitengraden verbreiten konnten. Dies schreiben sie in ihrem Aufsatz, der im Fachjournal „Molecular Biology and Evolution“ erschien.

Bislang konnten Forscher diese These nicht bestätigen, denn es gab keine direkten archäologischen Beweise. Das älteste erhaltene Stück Stoff wird auf ein Alter von 7.000 Jahren geschätzt.
Toups-Team verfolgte daher einen anderen Ansatz und nahm die kleinen Parasiten unter die Lupe. Sie leben einzig und allein in der Kleidung. Logischerweise können sie erst entstanden sein, als die Bekleidung erfunden wurde, indem unsere Vorfahren anfingen, sich in Felle und Tierhäute zu hüllen, um gegen die Kälte gewappnet zu sein.

Um die Entstehung der Kleiderlaus als neue Unterart der Kopflaus nachvollziehen zu können, wurde das Läuse-Erbgut miteinander verglichen. Für die Analyse zog das Team insgesamt die DNA-Sequenzen von vier Genen heran. Heraus kam ein Alter der Art Kleiderlaus von 170.000 Jahren.
Bereits im Jahre 2003 schätzten Forscher vom Max Planck Institut auf Basis von genetischen Untersuchungen an Läusen das Alter von Bekleidung auf 107.000 Jahre. Die aktuelle Kalkulation stützt sich auf neuere Daten und andere Kalkulationsmethoden.

Bereits 70.000 Jahren bevor sich die Menschheit von den Tropen und Subtropen aus aufmachte, in den Norden zu ziehen, trugen unsere Vorfahren bereits Kleidung. Doch warum? Der Mensch war bereits lange Zeit davor völlig nackt. Denn vor etwa 1 Million Jahren verloren unsere Urahnen ihre Körperbehaarung. Diese Nachfahren wandelten viele hunderttausend Jahre lang ohne Haare und Kleider auf Erden. Warum also wurden „Anziehsachen“ (unsere Vorfahren hätten es vielleicht auch „Anziehfell“ getauft) erst so „spät“ erfunden?

Die Forscher sehen einen möglichen Zusammenhang mit einer der letzten Eiszeiten. So gab es vor 180.000 Jahren eine längere Kälteperiode. Um sich vor der damals herrschenden, bitteren Kälte zu schützen, erfand die Menschheit die Kleidung. Irgendwie clever, oder?

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Dienstag, 14. Februar 2012 um 08:08 Uhr )
 

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