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Dank Uralt-Regen nachvollziehbar : Wie einst die Rocky Mountains wuchsen

Dank Uralt-Regen nachvollziehbar : Wie einst die Rocky Mountains wuchsen (Wordle) Mit Hilfe von uraltem Regenwasser enträtseln Wissenschaftler, wie sich Höhenprofile von Gebirgsketten entwickelten. Damit lässt sich beispielsweise die Entstehung der Rocky Mountains nachvollziehen.
Man mag es kaum glauben, aber Regentropfen, die vor Millionen von Jahren herabregneten, sind für Wissenschafter echte Zeitzeugen. Denn noch heute können Spuren dieses urzeitlichen Regenwassers im Gestein oder in den Ablagerungen auf dem Grund von Seen nachgewiesen werden.

Diese Tatsache machte sich ein Team aus Forschern des Biodiversität- und Klima-Forschungszentrums und der Standford University (USA) zu Nutzen. Sie vermochten so die Entstehung der Gebirgskette im Westen des nordamerikanischen Kontinents zu rekonstruieren. Die so entstandene Gebirgskette nennen wir heute Rocky Mountains, was übersetzt einfach Felsengebirge heißt. Sie ist das längste Faltengebirge der Welt.

Dazu untersuchten die Experten ca. 4000 Proben, die sie aus dem Boden und Seesedimenten entnahmen. Die Proben sind zwischen 28 bis 65 Millionen Jahre alt. Die Spuren, die das Regenwasser in dem Proben hinterließ, wurden analysiert. Dadurch kann nachvollzogen werden, in welcher Höhe einst der Regen vom Himmel fiel. Dies lässt sich durch die unterschiedlichen Sauerstoff-Isotope bestimmen, die das prähistorische Regenwasser enthält. Sauerstoff selbst existiert einmal als Sauerstoff-16-Isotop und Sauerstoff-18-Isotop. Letzteres wird auch als „schwerer Sauerstoff“ bezeichnet. Untersuchungen zeigten, dass sich der schwere Sauerstoff vor allem in niedrigen Höhen abregnet. Dies trifft auch zu, wenn Wolken auf ein Gebirge stoßen und daran aufsteigen. Der Regen der dadurch abregnet, enthält einen höheren Anteil des schweren Sauerstoffs als Niederschlag, der sich in großen Höhen ergießt. Durch die Berechnung des Verhältnisses von schwerem und dem leichteren Sauerstoff-16 lässt sich nachvollziehen, in welcher Höhe der Niederschlag fiel. Vergleicht man wiederum die geochemischen Spuren des Regens vom gleichen Ort allerdings über die Jahrmillionen miteinander, so kann man feststellen, wie sich die Erde an diesem Ort im Laufe der Jahrmillionen hob.

Die Rekonstruktion der Wissenschaftler ergab, dass der nordamerikanische Westen vor 50 Millionen Jahren begann, sich anzuheben. Diese Hebung setzte sich in den folgenden 22 Millionen Jahren ganz langsam wie eine Welle von Westkanada bis nach Mexiko fort. Bislang gingen Forscher davon aus, dass sich die Gebirgskette aus einer in sich zusammengefallenen Hochebene formten. Doch diese Annahme erwies sich jetzt als falsch. Die Forscher halten fest, dass man aus den gewonnen Höhenprofilen schließen kann, dass die heutigen Rocky Mountains bereits vor 40 Millionen Jahren so hoch waren, dass sie eine Klima- und Niederschlagsveränderung im Territorium der heutigen USA bewirkten. Die Hebung lösten ozeanische Gesteine des Pazifiks aus, die damals begannen, sich unter die nordamerikanische Kontinentalplatte zu schieben. Die dabei entstandenen Kräfte führten zur Anhebung der darüberliegenden Erdoberfläche.



Quellen:

Aktualisiert ( Montag, 13. Februar 2012 um 22:07 Uhr )
 

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