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Klima der letzten 2500 Jahre : Wetter erklärt den Verlauf der Geschichte

Klima der letzten 2500 Jahre : Wetter erklärt den Verlauf der Geschichte (Wordle) In einem einzigartigen Projekt erforschten Wissenschaftler die Klimageschichte in den vergangenen 2500 Jahren. Die Ergebnisse lassen erstaunlich gut die Kulturgeschichte Deutschlands und Europas nachvollziehen. Auch einige Fragen konnten beantwortet werden wie z. B. Warum gelang es Hannibal mit Elefanten die Alpen zu überqueren? Wie konnte die Regensburger Donaubrücke gebaut werden?

Wie oft wurde bereits Hannibals Alpenüberquerung als Husarenstück erzählt? Aber ist es tatsächlich so geschehen? Wie konnte Hannibal als Feldherr 218 vor Christus mit 37 Elefanten, Tausenden Reitern und Zehntausenden Soldaten über die Alpen gegen Rom ziehen? In den Geschichtsbüchern steht, dass alle Elefanten diesen Marsch überlebten? Kann das überhaupt sein?

Nun aber lässt sich die ganze Geschichte erzählen. Eine neue Studie liefert als erste die genaue Klimageschichte Europas für die letzten 2500 Jahre und das auf das Jahr genau. So etwas zu veröffentlichen, lässt sich natürlich das Wissenschaftsmagazin Science nicht nehmen. Und so kann man die Ergebnisse der Wissenschaftler rund um Ulf Büntgen vom Schweizer Umweltforschungsinstitut WSL und Jan Esper von der Universität Mainz jetzt nachlesen. Und ja, Hannibal konnte theoretisch das Hochgebirge überqueren, weil der Sommer 218 vor Christus warm war.

Auch viele andere Ereignisse der Geschichte können nun geprüft und besser begründet werden. Wieso gab es Hungersnöte und in deren Folge Völkerwanderungen, Seuchen und Kriege? Die Historiker meinen, dass Wetter und Klima heimliche Geschichtsschreiber sind, weil sie historische Umbrüche förderten.
Die Forscher greifen auf einen Datenschatz zurück. Fast 9000 Holzstücke aus alten Häusern und Bäumen öffnen einen Einblick in das Klima. Die Wachstumsringe im Holz dokumentieren das Wetter früherer Zeiten. Jedes Jahr bildet der Baumstamm einen weiteren Ring aus. Seine Breite lässt je nach Standort Rückschlüsse auf Temperatur und Niederschlag zu. Damit existiert ein einzigartiges Klima- und Geschichtsarchiv.

Hier einmal die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:

  • Historische Epochen passen sich in Klimazyklen ein. In Warmzeiten fielen beispielsweise die Hochzeit des Römischen Reiches und des Deutschen Reiches. In Zeiten eines rauen Klimas gab es Völkerwanderungen, die Pest und den Dreißigjährigen Krieg.
  • Ähnliche Warmzeiten wie heute gab es in Mitteleuropa in der Römerzeit und im Hochmittelalter. Der Sommer 2003 war im Alpenraum dennoch der wärmste Sommer der letzten 2500 Jahre.
  • In Mitteleuropa schwankte die Regenmenge im Altertum und im Mittelalter deutlich stärker im Vergleich der einzelnen Jahren als in der Neuzeit. Die Extreme waren damals sogar noch stärker.

Ulf Büntgen lädt alle Historiker ein, anhand der vorliegenden Daten, die genauen Zusammenhänge zwischen Klima und Geschichte zu erforschen. Dennoch sind erste Parallelen zwischen Wetter und dem historischen Geschehen sehr auffällig. Viele Ereignisse der vergangenen 2500 Jahre in Deutschland und Europa lassen sich aus den Daten herauslesen.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Montag, 13. Februar 2012 um 22:03 Uhr )
 

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