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Maya-Kalender stimmt : 2012 droht der Welt der Untergang

Maya-Kalender stimmt : 2012 droht der Welt der Untergang (Wordle) Hatten die Mayas mit der Prophezeiung des Weltunterganges für das Jahr 2012 doch recht? Es sieht so aus, dass die alte Hochkultur in Mittelamerika mit hellseherischen Fähigkeiten gesegnet war.
Hä? Was soll das denn jetzt?! Solche Endzeit-Stimmungsmache ist doch total untypisch für H[AGE]! Richtig, aber als ich den Artikel „Versinkendes Prestigeprojekt : Dubai fürchtet den "Welt"-Untergang“ bei Spiegel Online gelesen hatte, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Noch vor ein paar Jahren war „The World“ ein gigantisches Bauvorhaben in Dubai (VAE). Der Golfstaat in seinem Größenwahn wollte eine künstliche Inselwelt erschaffen, die aus dem Weltall in etwa die Umrisse einer Karte der Erde hatte. Dafür wurden im Meer gigantische Sandberge aufgetürmt. Doch da auch Dubai von der Finanzkrise stark betroffen ist, droht das Prestigeprojekt unterzugehen. Fahrrinnen können nicht mehr unterhalten werden. Die künstlichen Inseln korrodieren.
The World war der Versuch, Sandburgen für Superreiche zu bauen. Doch jedes Kind weiß, dass Wassergräben immer wieder ausgeschippt werden müssen, da sonst nach kurzer Zeit nichts mehr von den Kanälen, Wällen, Toren und Burgen zu sehen ist. Am Ende eines Tages am Strand gewinnt immer das Meer, sodass man am nächsten Tag wieder Platz für neue Bauwerke hat.  Diese Strandspiel-Erfahrung beruht auf dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Er lautet: „Thermische Energie ist nicht in beliebigem Maße in andere Energiearten umwandelbar.“

Milliardengrab am Persischen Golf versinkt im Meer. Wird es das neue Atlantis?

Das Großprojekt am Persischen Golf macht jetzt mit diesem Grundsatz ebenfalls Bekanntschaft. Die 300 künstlich aufgeschütteten Inseln werden langsam vom Meer zurück erobert. Die Fahrrinnen zwischen den Inseln können bereits durch Versandung und Erosion nicht mehr passiert werden. Entsprechend dramatisch ist die nationale und internationale Presseberichterstattung. „Die Welt geht unter“, lautete oftmals die Zusammenfassung.

The World aus dem All (Bidlquelle: Wikipedia)

The World aus dem All fotografiert - daneben Jumeirah Beach

Erstaunlicherweise verschwinden von der sandigen Landkarte nicht die vom Meeresspiegelanstieg bedrohten Länder wie Malediven oder Tuvalu. In diesem Naturschauspiel trifft es die größten CO2-Emittierer: Nordamerika und China.
Doch am dramatischen Zustand der Welt ist nicht der Klimawandel Schuld sondern das Erkalten des Immobilienmarktes in den Emiraten. Im Zuge der Finanzkrise fielen die Preise seit 2009 um bis zu 60 Prozent. Für kostspielige Landgewinnung fehlt das Geld. Die Baufirma Nakheel ist Teil von „Dubai World“. Das Konglomerat hat  mehr als 25 Milliarden Dollar Schulden und brachte Dubai an den Rand des Staatsbankrotts. Nakhell hat im Moment anderes zu tun als Fahrrinnen rund um Inseln auszubaggern, die im Moment kaum an den Mann oder die Frau gebracht werden können. Ein Sprecher von Nakheel dementiert allerdings, dass das Projekt „The World“ tot sei. Es befände sich lediglich im Koma und werde eines Tages wieder erwachen. Okay … so ähnlich war es bei Dornrösschen auch – nur das die gute Dame keine 100 Jahre in einem auf Sand gebauten und vom Meer umtosten Schloss schlief.

Und so hoffen die Planer, dass sie eines Tages doch noch rauschende Feste auf der Inselwelt feiern können. Wie wäre es mit dem von den Mayas prophezeiten Weltuntergang 2012 bei Häppchen, Schampus und Kaviar?

 

Hintergrund Maya-Kalender und Weltuntergang:

Der Maya-Kalender ist ein sogenannter astronomischer Kalender. D. h. er wird durch Mondphasen, Sonnenständen oder den Positionen von Himmelskörpern bestimmt. Die astronomischen Fähigkeiten der Mayas waren ausgezeichnet, sodass der Kalender der am weitesten entwickelte Kalender in Lateinamerika war. Die Hochkultur der Mayas erstreckte sich über einen langen Zeitraum. Von der sogenannten frühen Präklassik spricht man bereits beim Zeitraum von 3000 bis 900 v. Chr. Die absolute Blütezeit hatte die Kultur in den Jahren 600 bis 900 n. Chr. Danach begann der rapide Verfall. Die Maya-Kultur war also lange bevor die spanischen Eroberer den Kontinent unterjochten bereits untergegangen. Warum sie unterging, ist noch nicht restlos erforscht.
Der Maya-Kalender jedoch ist gut untersucht. So weiß man, dass die Mayas je nach Zweck verschiedene Kalender nutzten, die sich allerdings ergänzten und die auf einer Tageszählung im Zwanzigersystem beruhten. Sie unterschieden den rituellen Tzolkin-Kalender, den zivilen Haab-Kalender und die Lange Zählung. Mit letzterer wurden längere Zeiträume erfasst, die besonders für Himmelsbeobachtungen und historische Aufzeichnungen wichtig waren. Eine Kalenderrunde dauerte 52 Jahre, da sich dann die Kombinationen von Tzolkin- und Haab-Daten wiederholten. Diese für uns seltsam anmutende Eigenheit basiert auf mathematischen Berechnungen. Der Haab-Kalender umfasst ebenso 365 Tage. Allerdings kennt er 18 Monate mit je 20 Tagen und 5 Schalttage. Der Tzolkin-Kalender umfasst 260 Tage.

Da der Haab-Kalender 365 Tage (18 „Monate“ mit je 20 Tagen und 5 Schalttage) und der Tzolkin-Kalender 260 umfasst, wiederholen sich alle 18.980 Tage die Kombinationen. 18.980 ist dabei das kleinste gemeinsame Vielfache von 365 und 260.
Die Weltuntergangsverschwörer berufen sich nun auf das Datum 21. bzw. 23. Dezember 2012. Für dieses konkrete Datum soll der Maya-Kalender das Ende aller Dinge voraussagen. Dies ist absoluter Blödsinn. Richtig ist: An diesem Tag kehrt innerhalb der Langen Zählung zum ersten Mal der Zahlenwert des Ausgangstages (13.0.0.0.0) wieder. Die Maya nahmen wiederholt Berechnungen vor, die weit über das Jahr 2012 hinausgehen.

Esoteriker schieben seltenen kosmische Ereignisse die Schuld am Weltuntergang in die Schuhe

Warum die Esoteriker darauf so anspringen, ist mir rätselhaft. Und wieder kommen astronomische Ereignisse ins Spiel. Im Zeitraum vom 21. bis 23. Dezember 2012 kommt es zu einer doch ungewöhnlichen Planetenkonstellation. Die Sonne nimmt dann das Zentrum der Milchstraße ein, aber das passiert eigentlich jedes Jahr. Doch dann gibt es noch ein Ereignis, dass nur alle 26.000 Jahre geschieht. Ein Zyklus, bei dem sich die Neigungsrichtung der Erdachse einmal um 360° dreht, ist vorbei. Der Zeitraum von 26.000 Jahren wird durch die Schräge der Erdachse definiert. Die Erdachse behält nämlich ihre Neigung bei. Die Richtung, in die diese sich neigt, schwenkt innerhalb von 26.000 Jahren einmal um 360°.

Aber all das ist eigentlich kein Grund, deswegen den Weltuntergang heraufzubeschwören.

2012 - der Film : Weltuntergang als Popcorn-Kino a la Hollywood

Doch wenn es irgendwo um Weltuntergang geht, kommt Hollywood, allen voran Roland Emmerich, daran einfach nicht vorbei. Damit die Leute noch ein wenig Zeit haben, sich auf den Weltuntergang vorzubereiten, kam der Streifen „2012“ bereits 2009 ins Kino. Was für ein Anachronismus!

Der Trailer von "2012 - Der Film" für all diejenigen, die von Weltuntergängen einfach nicht genug bekommen können!

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Freitag, 02. März 2012 um 08:35 Uhr )
 

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