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Horoskope stimmen nicht mehr : Astrologen verzweifelt

Horoskope stimmen nicht mehr : Astrologen verzweifelt (Wordle) Manchmal dauert es einfach seine Zeit, bis eine Information gewisse Personenkreise erreicht. Bei den Astrologen ist dieser Fall jetzt eingetreten. Sie haben wirklich erst jetzt gemerkt, dass sich das Firnament im Laufe der Zeit ändert. Hmh … Was bedeutet dass nun für die Anhänger, die an die Macht der Sterne glauben und für den Blick in die Sterne Horoskope hinzuziehen? Zunächst etwas Gutes - zumindest für all diejenigen, die mit ihrem Sternzeichen hadern.

Es scheint so, dass diese Woche bei H[AGE] die mystische Woche ausgebrochen ist. Gestern erst die Prophezeiung des Untergangs der Welt auf Basis des Maya-Kalenders. Heute kommt die nächste Hiobsbotschaft: Die Horoskope stimmen nicht mehr! Mann, Mann, … Was ist nur mit der Welt los? Kopfschüttel! Aus dem Kopfschütteln und Haareraufen kommen auch die Astrologen nicht mehr raus. Seit Mitte Januar ist bei ihnen nichts mehr so wie es früher war. Seit den Babyloniern werden Horoskope anhand der zwölf Sternzeichen erstellt. Und plötzlich sind die scheinbaren Naturgesetze der Sterndeuter vollständig auf den Kopf gestellt. Und wer ist schuld daran?
Ein gewisser Parke Kunkle. Er ist Astronom an Community College in Minneapolis (USA). Und er sprach mit einem Reporter von der Tageszeitung Star Tribune. Was Kunkle dem Reporter erzählte ist nicht wirklich neu. Astronomen können diese kosmischen Ereignisse seit Ptolemäus (100 bis 175 n. Chr.) erklären, aber bislang kam noch kein Astrologe auf die Idee, der  Konkurrenz Gehör zu schenken. Kunkle erklärte dem Reporter, dass die Ausrichtung der Erdachse wie ein Kreisel in Zeitlupe taumelt. Dies wird übrigens in jeder Astronomie-Vorleser für Anfänger behandelt.

Kreiselbewegung der Erdachse verschiebt Tierkreiszeichen am Himmel

12 Tierkreiszeichen (Bildquelle: Wikipedia)

Die 12 Tierkreiszeichen im bisherigen astrologischen Jahresverlauf

Aufgrund dieser Kreiselbewegung haben sich die Tierkreiszeichen verschoben. Die noch heute bekannten Sternzeichen gehen auf die Babylonier zurück. Diese ordneten ihnen eine Bedeutung für den menschlichen Charakter und dem Schicksal bereits 1500 v. Chr. zu.
Damals entstand die Astrologie und die scheinbare Bahn der Sonne am Himmel war zu dieser Zeit eine andere als heute. Die Sonne trat um den 21. März, also dem Tag der Tag- und Nachgleiche und Zeichen des Frühlingsanfangs, in das Sternbild Widder. Mittlerweile steht die Sonne zum Frühlingsanfang im Sternbild Fische. Dennoch ist der Widder das erste Zeichen im astrologischen Jahr geblieben.
Eigentlich gibt es im Denken der Astrologen einen grundlegenden Fehler. Sie meinen, dass sich die Sonne und die Fixsterne bewegen - dabei sind es doch wir als Beobachter, die sich bewegen.

Doch der Astronom Kunkle war mit seiner astrologischen Aufklärungsarbeit noch nicht am Ende. Er erinnerte die Anhänger an das Modell des britischen Astrologen Barry Parkinson, dass dieser bereits 1995 vorschlug. Parkinsons Ansicht nach müssten die Tierkreiszeichen nicht nur verschoben sondern um ein weiteres ergänzt werden. Es gibt ein weiteres Sternbild zwischen Skorpion und Schütze: den Schlangenträger. Laut aktueller Position der Erdachse haben alle Kinder, die zwischen dem 29. November und 17. Dezember das Licht der Welt erblicken, als Sternzeichen den Schlangenträger.

Sternbild Schlangenträger (Bildquelle: Wikipedia)

Sternbild Schlangenträger

Bis hierhin wären die Astrologen noch glimpflich aus der Geschichte herausgekommen, da der Star Tribune nun nicht die allergrößte Auflage hat. Aber mehrere US-Zeitungen, die Nachrichtenagentur Associated Press sowie die US-Sender Fox und CBN griffen die Geschichte auf und so erreichten die Neuigkeiten nun endlich auch die Astrologie-Gemeinde. Dort laufen nun die Telefone heiß, da der Skandal viele Menschen verunsichert sind. Stimmen die bisherigen Prognosen durch die detaillierten Horoskope überhaupt noch?

Heißgelaufene Telefone: Stimmt mein Horoskop überhaupt noch?

Die Astrologen versuchen sich in der Deeskalationspolitik. Sie verweisen darauf, dass Horoskope mehr sind als kalte Wissenschaft. So würden sie in mehreren Jahrtausenden gesammelte Erfahrungswerte und Naturbeobachtungen enthalten. 
Nach Ansicht der Astrologen hat die heutige, westliche Astrologie nicht mehr viel mit den Sternen zu tun. Hola! Das sind ja ganz neue Aspekte! Das Hauptaugenmerk liege heute auf der Position der Erde im Jahresverlauf. Dabei wären die babylonischen Tierkreiszeichen nur noch Bezeichnungen. Demnach wird das Schicksal des Widders nicht durch die Sterne im Sternbild Widder bestimmt sondern nur durch den Frühlingsanfang, der früher zufällig mit der Position der Sonne im Sternbild Widder zusammenstieß.

Diese westliche Astrologie wird auch als tropische Astrologie bezeichnet. Im Gegensatz dazu steht die siderische Astrologie, die vor allem in Asien populär ist. Hier spielen tatsächlich Fixsterne die Hauptrolle. Die Anhänger der siderischen Astrologie taten sich entsprechend leichter, das Parkinsonsche 13-Zeichen-System anzuwenden. Das seltenste Sternbild in diesem System ist das der Skorpione. Denn die Sonne steht im namensgebenden Sternbild gerade einmal 6 Tage lang.
Doch auch die anderen Zeichen sind von der Verschiebung nicht verschont geblieben. Sie wandern einfach weiter – um etwa einen Tag in 70 Jahren. Wer zwischen dem 24. September und dem 23. Oktober Geburtstag hat, gilt allgemein als Waage. An seinem Geburtstag stand die Sonne allerdings in der Jungfrau. Wer sich jetzt also zu den von Waage in Jungfrau Umgepolten zählt und noch dazu an die Macht der Sterne glaubt, der muss sich auf harte Zeiten einstellen. Bislang konnte er sich als Waage auf den dynamischen Einfluss von Venus und Saturn verlassen. Diese bescherten ihm einen lockeren Charakter sowie das gute Aussehnen. Stattdessen wird sein Leben als Jungfrau vom Merkur bestimmt und mit einem Schwups ist er schüchtern, bescheiden und pedantisch. So sei es … denn wir wissen ja alle: Die Sterne lügen nicht. ;-)

Zum Verständnis

  • Astrologie: Mit Astrologie (griech. = Sternenlehre) bezeichnet man verschiedene Lehren. Gemeinsam ist allen der Anspruch, dass man aus den Positionen von Himmelskörpern auf Ereignisse, Schicksale und Persönlichkeitsmerkmalen von Menschen schließen bzw. diese prognostizieren kann.
  • Astronomie: Mit Astronomie (griech = Beobachtung der Sternengesetze) bezeichnet man die Wissenschaft von den Gestirnen. Dabei werden mit naturwissenschaftlichen Mitteln die Eigenschaften der Objekte und Himmelskörper im Universum (= Planeten, Monder, Asterioden, Sterne, Sternenhaufen, Galaxien und Galaxienhaufen), der interstellaren Materie und der im Weltall auftretenden Strahlung untersucht.
  • Sternbild: Einzelne Sterne am Himmel werden seit der Antike in Gruppen zusammengefasst. Etwa 10 bis 30 Sterne werden als visuelle Einheit betrachtet. Ihnen wurde eine mythologische Figur zugeordnet. Als Sternbild wird eine solche Gruppe bezeichnet.
  • Sternzeichen: Sternzeichen werden auch als Tierkreiszeichen bezeichnet. Sie entstehen durch die Teilung der Ekliptik der Sonne im Jahresverlauf in zwölf gleiche Teile. Die Abschnitte, die ausgehend vom Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Himmelsäquator (= der Frühlingspunkt) bestimmt werden, bezeichnet man als Sternzeichen. Ihnen wurde das in diesem Zeitabschnitt berührte Sternbild zugeordnet.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Montag, 13. Februar 2012 um 21:15 Uhr )
 

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