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Mont-Saint-Michel: UNESCO-Welterbe-Titel steht auf die Spiel

Mont-Saint-Michel: UNESCO-Welterbe-Titel steht auf die Spiel (Wordle) In Frankreich tobt ein Streit: Welterbe oder Windkraft – was ist wichtiger?
In der Nähe der weltberühmten Klosterinsel Mont-Saint-Michel sollen Windparks entstehen. Die UNESCO droht daher mit der Aberkennung des Welterbe-Status. Die Tourismus-Industrie, die massiv von diesem Gütesiegel profitiert, läuft gegen das Projekt Sturm. Doch Präsident Sarkozy ist festentschlossen, dass Frankreich der Vorreiter bei der Erzeugung von Energie aus Wind werden soll.

Der Mont Saint Michel ist eines der Nationalwahrzeichen Frankreichs. Er ziert fast genauso oft Souvenirs wie der Eiffelturm. Seine besondere Architektur stand beispielsweise für die Disney-Zeichner beim Triton-Schloss in Arielle die Meerjungfrau Pate. Aber auch Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson ließ sich für die Stadt Minas Tirith von der unverkennbaren Silhouette inspirieren.

Mont-Saint-Michel

Die Klosterinsel Mont-Saint-Michel liegt in der gleichnamigen Bucht. Diese befindet sich zwischen der bretonischen Küste und der Halbinsel Contentin. Alljährlich zieht das Bauwerk mehr als 3 Millionen Besucher und Wallfahrer an. Damit gehört das UNESCO-Weltkulturerbe zu den drei großen Touristenmagneten Frankreichs.
Die UNESCO-Welterbe-Liste umfasst unter anderem einzigartige und international bedeutsame Orte. Seit 1979 wird der Mont-Saint-Michel hier geführt. Die Juroren von damals attestierten dem Bauwerk eine „außergewöhnliche Verbindung von Natur und Architektur“, die auf der „Einzigartigkeit der baulichen Koexistenz von Abtei und Dorf auf dem engen Raum der Insel“ beruht. Insgesamt wurde das Ensemble als „Hochburg der christlichen Zivilisation des Mittelalters“ gewürdigt.
Seitdem achtete der Ort besonders streng auf den Erhalt des alten Stadtbildes und der Umgebung. Es wurde sogar über einen Rückbau des aufgeschütteten Damms nachgedacht, der eigentlich die Parkplätze am Fuße des Welterbes leichter zugänglich machen sollte.

Doch nun droht dem „Schmuckstück“ Ungemach seitens der UNESCO. Rund um den Einzugsbereiches des Mont-Saint-Michel und damit in Sichtweite sind eine Reihe von Windrädern geplant. Mindestens 31 Windräder mit einer Höhe von bis zu 150 Metern sollen gebaut werden. Die Anrainer sprechen von einer Verschandelung der Landschaft. Sie möchten mit allen Mitteln, den Startschuss zum Baubeginn verhindern.
Dass die UNESCO hier keinen Spaß versteht, hat sie eindrucksvoll beim Bau der Dresdner Waldschlösschen-Brücke bewiesen. Trotz Warnungen, dass damit der Welterbetitel auf dem Spiel steht, wurde mit dem Bau begonnen und prompt erfolgte eine Aberkennung des Dresdner Elbtals als UNESCO Weltkulturerbe.

Windkraft versus Weltkulturerbe: Wo setzt die Grande Nation ihre Prioritäten?

Frankreich sollte dieser Vorfall eigentlich Warnung genug sein. Doch Nicolas Sarkozy möchte mit aller Macht die Atomstrom-Nation zur Vorreiterin bei der Erzeugung von Windenergie machen. Zusätzlich zu bereits geplanten Offshore-Windparks sind an der Küste zwischen Ärmelkanal und Atlantik weitere 5 Projekte geplant. Bis 2014 sollen 600 Turbinen 3000 Megawatt liefern. Die dafür benötigten Investitionen kosten ca. 10 Milliarden Euro. Allerdings sollen damit auch 10.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Windkraft-Pläne, die rund um den Mont-Saint-Michel existieren, sind sogar noch älter als Sarkozys Windkraft-Initiative. Ursprünglich waren 11 Windkraftparks rund um die Bucht vorgeschlagen. Drei davon wurden vom vom Département Ille-et-Vilaine verworfen. Allerdings stimmte das Département Manche vor drei Jahren dem Standort Argouges zu. Dort sollen zwar nur vergleichsweise kleine Windkraftwerke gebaut werden, doch die lokalen Aktionsvereine der Gegner befürchten trotzdem einen Dammbruch. Ihre Hoffnungen liegen bei der UNESCO. Auch sie wollte per offizieller Anfrage von den zuständigen Behörden eine Auskunft zur Sachlage. Diese Anfrage blieb bisher unbeantwortet. Jetzt könnten ernste Konsequenzen seitens der Organisation drohen. Nicht zuletzt, da die UNESCO weitere französische Weltkulturerbe-Stätten moniert. Auf der Mängelliste befinden sich bereits der Hafen von Bordeaux, die Grotte von Lascaux mit ihren Höhlenmalereien und die Stadt Provins.

Aberkennung des Welterbe-Titels droht: Die UNESCO scherzt nicht

Sollte sich die Regierung in Paris uneinsichtig zeigen, so werden die entsprechenden Gremien der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur nicht davor zurückschrecken, einen weiteren Präzedenzfall zu schaffen und das UNESCO-Siegel abzuerkennen. Schon jetzt ist absehbar, dass der Mont-Saint Michel im Sommer von den Denkmalschützern auf die Liste der gefährdeten Weltkulturerbe-Stätten gesetzt werden könnte. Für die Grande Nation wäre das ein empfindlicher Imageverlust. Nicht zuletzt können sich die Franzosen damit rühmen, mit 35 registrierten Orten den fünften Platz in der UNESCO-Rangliste einzunehmen.

Wir Deutschen sollten uns das Gerangel um das französische Wahrzeichen zu Herzen nehmen. Auch bei uns ist ein Weltkulturerbe durch den geplanten Bau von Windkraftanlagen in der näheren Umgebung in Gefahr. Das selbe Schicksal wie dem Mont-Saint Michel droht womöglich der Wartburg in Eisenach.

Hier einmal die drei Welterbestätten in der Kurzvorstellung. Sie stammen aus der Reihe: "Schätze der Welt : Erbe der Menschheit". Diese läuft auf 3SAT und stellt in ca. 15 Mintuen die Orte mit dem Siegel "UNESCO Weltkulturerbe" vor. Bildungsfernsehen also, dass man getrost emfpehlen kann.

Schätze der Welt - Frankreich Mont-Saint Michel

 

Schätze der Welt - Deutschland: Die Wartburg (mehr Infos hier)

 

Schätze der Welt - Deutschland: Elbtal in Dresden (mehr Infos hier)


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 09. Februar 2012 um 22:05 Uhr )
 

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