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Du bist ein Fiesling? Dir zeig ich’s! – Auch Kleinkinder zeigen bereits moralisches Verhalten

Du bist ein Fiesling? Dir zeig ich’s! – Auch Kleinkinder zeigen bereits moralisches Verhalten (Wordle) Dreijährige sind keinesfalls so naiv, wie manche denken mögen. Schadet man ihnen, so braucht man sich nicht zu wundern, dass sie nicht helfen wollen. Bereits die Kleinsten sind in der Lage zu unterscheiden, wer Hilfe verdient hat und wer nicht. Dies konnten Forscher nun zeigen.

Altruistisches Verhalten wurde bislang in der Tierwelt eher selten beobachtet. Am ehesten noch bei unseren direkten Verwandten den Menschenaffen. Doch wir Menschen helfen anderen aus der Patsche – ohne an unseren eigenen Vorteil zu denken. Wir stehen Familienmitgliedern, Freunden oder Nachbarn bei. Doch Altruismus hört bei Fremden auf oder bei Menschen, die sich schon einmal rücksichtslos verhalten haben.

Dahinter steckt eine relativ einfache und schlüssige Überlegung. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Einsatz irgendwann einmal auszahlen wird und sich die nahestehende Person revanchiert.
Überraschenderweise stellen bereits Kleinkinder derartige Überlegungen an. Bisher hat man ihnen diese kognitive Fähigkeit eher nicht zugetraut. Forscher meinten, dass die Knirpse wirklich jedem bereitwillig helfen, der sie darum bittet. Doch dem ist offenbar nicht so.

Dreijährige erkennen den feinen Unterschied zwischen Fiesling und Tollpatsch

Doch weit gefehlt: Entwicklungspsychologen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (Deutschland) haben nun gezeigt, dass schon Dreijährige eine Meinung haben, wer ihre Hilfe wirklich braucht.  Die Hilfsbereitschaft nahm bei Experimenten dann rapide ab, wenn ein Mensch um Hilfe bat, der zuvor einem anderen Schaden zufügte. Selbst die bloße Absicht, jemand etwas Böses zu tun, hatte bereits negative Auswirkungen auf die Hilfsbereitschaft der Kleinkinder. 
Wie die Studienleiterin Amrisha Vaish berichtet, haben offensichtlich selbst die Jüngsten bereits ein Gespür für das moralische Verhalten anderer. Und nicht nur dass. Sie haben ebenso auch eine Eingebung für die Absichten, die diesem Verhalten zugrunde liegen. 
Zu ihren Erkenntnissen gelangten die Wissenschaftler, indem sie fast hundert Dreijährigen verschiedene Szenarien vorspielten. Dabei zeigten sich erwachsene Schauspieler hilfsbereit oder böse. Die Hilfsbereiten klebten beispielsweise eine Zeichnung, die jemand anderes zerrissen hatte, wieder zusammen. Vermeintlich böse Schauspieler zerrissen ein Kunstwerk entweder mutwillig oder aus Versehen. Wiederum andere taten nur so als wollten sie das Bild zerreißen, schafften es aber nicht. Letztere zeigten also nur die böse Absicht.

Hilfsbereitschaft hat auch bei Knirpsen ihre Grenzen

Im Nachgang sollten die Darsteller ein Spiel beginnen. Dafür fehlte ihnen genau ein Teil – und in dessen Besitz waren die Dreijährigen. Die Forscher maßen nun die kindliche Hilfsbereitschaft daran, ob die Kinder den Erwachsenen das fehlende Teil gaben oder nicht.
Waren die Schauspieler im Vorfeld gemein, so gingen sie deutlich öfter leer aus. Lediglich 22 % der Dreijährigen gab ihnen das fehlende Teil. Die vermeintlich netten Erwachsenen bekamen bereitwillig das fehlende Spielzeug ausgehändigt. Dies taten 61 % der Kinder.
Bei der Auswertung der Reaktionen sind sich die Forscher sogar ziemlich sicher, dass die Kinder gar in der Lage sind zu unterscheiden, ob eine Zeichnung absichtlich oder aus Versehen zerstört wurde.
Die Studie zeigt, wie sich die Moral bei Kleinkindern entwickelt und sie widerlegt die bisherigen Annahmen, dass Kleinkinder nicht differenzieren und allen Menschen in gleichem Maße helfen.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 09. Februar 2012 um 21:46 Uhr )
 

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