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Unterricht: E-Learning in deutschen Schulen stiefmütterlich behandelt

Unterricht: E-Learning in deutschen Schulen stiefmütterlich behandelt (Wordle) Beim Pauken in deutschen Klassenzimmern kommen Handys und soziale Netzwerke zu kurz. Sie werden so gut wie gar nicht für den Unterricht genutzt. In den USA dagegen zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Experten sehen nicht nur im zur Verfügung stehenden Budget einen Zusammenhang sondern auch in der Einstellung der Lehrer.

Durch das Zusammenspiel dieser beiden Faktoren hinkt die Bundesrepublik Deutschland bei der Nutzung der neuen Medien für Bildungszwecke weit hinterher. Im internationalen Vergleich liegen wir auf Platz 17. Dies wurde jetzt im Vorfeld der Bildungsmesse „didacta“ bekannt. Frank Siepmann ist Herausgeber der Fachzeitschrift „eLearning Journal“. Außerdem organisiert er die Sektion E-Learning auf der didacta in Stuttgart.

Siepmann unterstreicht die Vorreiter-Rolle der USA bei den elektronischen und digitalen Hilfsmitteln, die dort im Unterricht zum Einsatz kommen. Dazu zählen beispielsweise Lernsoftware oder elektronische Tafeln. Laut seinen Beobachtungen wären auch die skandinavischen und osteuropäischen Länder deutlich weiter bei der Integration der neuen Medien in den Schulalltag. Zwar wachsen Kinder und Jugendliche in Deutschland mit dem Internet auf, dennoch ist diese Digitalisierung in der Bildung, allen voran in den Schulen, noch nicht so angekommen, wie dies zur Vorbereitung auf das spätere Berufsleben wünschenswert wäre.

Digitales Lernen gegeißelt vom nicht zur Verfügung stehendem Budget und althergebrachten Denkweisen des Lehrkörpers

Wilmar Diepgrond, der Vorsitzende des Branchenverbandes VdS Bildungsmedien, nennt ganz offen die Grunde dafür: Unter anderem liege dies am chronischen Geldmangel, unter dem öffentliche Schulen leiden. Chancengleichheit bedeutet für Diepgrond, dass alle Schüler den gleichen Zugang zu e-Learning-Angeboten hätten. Doch dafür gäbe es in Deutschland bislang kein spezielles Budget.
Nach wie vor stehe der Umsatz mit digitalen Bildungsmedien in keinem Verhältnis zur Diskussion über den Einsatz der neuen Medien im Unterricht. Gemessen an der Bedeutung und dem Potential der digitalen Unterrichtsmaterialien ist der Umsatz zu gering.
Jedoch gibt Seipmann zu bedenken, dass es allein an den finanziellen Mitteln nicht hängen kann. Bei einigen Pilotprojekten sei sehr viel Geld ausgegeben worden, doch die Projekte konnten trotzdem nicht ihr volles Potential entfalten, da an den Schulen sehr oft das konzeptionelle Verständnis fehlt, wie diese elektronischen Hilfsmittel richtig eingesetzt werden.

Ein weiterer Grund liegt in den Einstellungen der Lehrer. Diese hätten sich bis vor einigen Jahren lediglich als Bedenkenträger im Hinblick auf E-Learning in die Debatte eingebracht. Für Lehrer bedeutet E-Learning auch immer eine zusätzliche Belastung. So müssen sie ihre eigene Medienkompetenz neben den fachlichen Anforderungen weiterentwickeln. Auch sind viele Lehrerkollegien durchgealtert, sodass man in diesem Zusammenhang durchsaus von einer Generationenfrage sprechen kann.
Hoffnung gibt es allerdings, denn die nächste Lehrergeneration kennt sich mit dem Internet und dem PC genauso gut aus wie die Schüler.
Vielleicht schafft mit diesen Lehrern 2.0 auch eine weitere Lernform den Durchbruch. Bislang wird das Lernen mittels Handys und sozialen Netzwerken nur sehr selten eingesetzt. Die Experten sehen Deutschland hier noch in der Pionier- und Testphase. Und selbst im internationalen Vergleich konnten Handys und soziale Netzwerke in der Bildung noch nicht den Durchbruch verzeichnen. Jedoch wird beides seit ca. 3 Jahren in der Weiterbildung stärker genutzt. Und auch an Hochschulen ist diese neue Lernform bzw. Lernmethode teilweise bereits angekommen. In sogenannten Learning-Communities tauschen sich Kursteilnehmer über den Lernstoff aus.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 09. Februar 2012 um 21:23 Uhr )
 

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