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KTG (Karl Theodor zu Guttenberg): In diesen Tagen wird Geschichte geschrieben ...

KTG (Karl Theodor zu Guttenberg): In diesen Tagen wird Geschichte geschrieben ... (Wordle) Der Rücktritt des Ex-Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg aufgrund von Schummeleien bei seiner Doktorarbeit spaltet Deutschland in Fans und Anti-Fans. Es gibt nur zwei Lager: Diejenigen, die den Rücktritt für längst überfällig hielten, und diejenigen, die das ganze als harmlosen Ausrutscher sehen und ihren Lieblingsminister gern zurück in der Politik hätten.

Es scheint so, dass das unpolitische Deutschland beinahe wieder den Spaß an der Politik bzw. an der politischen Auseinandersetzung gefunden hätte. Doch all das wird sich als medial inszeniertes Strohfeuer entpuppen. Karl Theodor zu Guttenberg war eine ambilvalente Persönlichkeit: Lichtgestalt der deutschen Politik oder lediglich Platitüden-Baron?
Man weiß es nicht.

Die KT-Grenze wurde jedenfalls neu bestimmt. Ursprünglich wurde mit dieser Abkürzung die Grenze zwischen Kreide und Tertiär bezeichnet. Ein Deep-Impact löste eine Massenexodus aus. In fiktionalen Filmen könnte man jetzt lesen: "Übereinstimmungen mit realen Personen sind rein zufällig. ..."
Jetzt wird mit der KT-Grenze die deutsche, politische Zeitrechnung auseinanderdividiert: In die Zeit vor dem Rücktritt Guttenbergs und die Zeit nach dem Rücktritt Karl Theodors.

Einige Zeitungen und Blogs ulken bereits, dass unsere Enkelkinder uns einst Fragen werden: "Oma respektive Opa, wo warst Du als KT zurücktrat?" Diese Frage kennen wir eigentlich nur von einem wirklich charismatischen Politiker - John F. Kennedy. "Wo warst Du als JFK erschossen wurde?"

Und wie der Zufall es so will, bin ich heute durch Zufall über ein Google Doodle gestolpert, dass am 20.01.2011 veröffentlicht wurde. Es heißt "50th Anniversary of JFK's Inaugural".

Google Doodle John F. Kennedy (JFK)

Google Doodle: 50th Anniversary of JFK's Inaugural
Handwerklich toll gemacht - sowohl das Google Doodle als auch die Rede selbst.
John F. Kennedys Worte hatten eine Vision, die auch noch 50 Jahre später, die Welt positiv beeinflusst.

Ich bin mal gespannt, welchem deutschen Politiker solch eine Ehre zu teil wird, dass man auch in 50 Jahren noch sagt: "Diese Worte waren richtungsweisend."
Ich weiß nur eins: Es werden weder Karl Theodor "Ich habe definitiv nicht abgeschrieben:" - "Ich habe vielleicht ein kleines bißchen abgeschrieben" - "Okay, ich habe ein bißchen viel abgeschrieben" zu Guttenberg noch Horst - der Bundespräsidentenversuch - Köhler sein.

In diesem Sinne: "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt." Weggetreten!

Und damit all jene Politiker mal eine Steilvorlage bekommen, was wirkliche Visionen sind, habe ich mir die Mühe gemacht, die Inaugurationsrede von John F. Kennedy zu googeln.

 


 

Hier die deutsche Übersetzung von performativ.de:

Übersetzung der Antrittsrede (1961) von John F. Kennedy (Ausschnitt):

Vizepräsident Johnson, Sprecher des Hauses, Präsident des obersten Gerichtshofes, Präsident Eisenhower, Vizepräsident Nixon, Präsident Truman, verehrter Klerus, Mitbürger, wir beobachten heute nicht den Sieg einer Partei sondern ein Fest der Freiheit - das sowohl ein Ende als auch einen Neuanfang symbolisiert - und eine Erneuerung (im Sinne von Verlängerung) als auch einen Umbruch bedeutet. Denn ich habe vor Ihnen und dem allmächtigen Gott denselben feierlichen Eid geschworen, den unsere Vorfahren vor fast eindreiviertel Jahrhunderten festgelegt haben.

Die heutige Welt ist völlig anders. Die Menschheit hält in ihren sterblichen Händen die Macht alle Formen menschlicher Armut und alle Formen menschlichen Lebens auszulöschen. Jedoch, dieselben revolutionären Überzeugungen für die unsere Vorfahren gekämpft haben, sind immer noch ein strittiger Punkt rund um den Globus – die Überzeugung, dass die Menschenrechte nicht der Großzügigkeit des Staates entsprungen sind – sondern der Hand Gottes.

Wir dürfen heute nicht vergessen, dass wir die Erben genau jener ersten Revolution sind. Lassen sie uns die Kunde verbreiten, von hier und heute an, zu Freund und Feind gleichermaßen, das die Fackel weitergereicht wurde, an eine neue Generation von Amerikanern – geboren in diesem Jahrhundert, abgehärtet und gemäßigt durch einen Krieg, diszipliniert durch einen kalten und bittern Frieden, stolz auf unsere altertümliche Herkunft – und nicht geneigt, den langsamen Untergang jener Menschenrechte zu denen sich diese Nation schon immer bekannt hat, und zu denen sie sich auch heute bekennt, zu Hause oder weltweit, mitzuerleben oder zuzulassen.

Jede Nation, ob sie uns nun Gutes oder Schlechtes wünscht, soll wissen, das wir jeden Preis bezahlen werden, jede Last auf uns nehmen, jedes Mühsal erdulden, jeden Freund unterstützen, uns jedem Gegner entgegenstellen, alles um den Fortbestand und Erfolg der Freiheit zu gewährleisten.

All dies geloben wir – und mehr.

[...]

Können wir gegen diese Feinde ein stattliches und globales Bündnis schmieden, Nord und Süd, Ost und West, das ein von Erfolg gekröntes Leben für die gesamte Menschheit sicherstellen kann? Werden Sie sich an diesem historischen Unternehmen beteiligen?

In der langen Geschichte der Welt, wurde nur wenigen Generationen die Rolle als Verteidiger der Freiheit in der Stunde ihrer größten Gefährdung gewährt. Ich schrecke vor von dieser Verantwortung nicht zurück - ich begrüße sie. Ich glaube nicht, dass irgendeiner von uns, mit irgendeinem anderem Volk oder irgendeiner anderen Generation, die Plätze tauschen würde. Die Energie, der Glaube, und die Hingabe die wir diesem Unterfangen entgegenbringen wird unser Land, und alle die ihm dienen, erstrahlen lassen – und der Glanz von diesem Feuer kann wahrhaftig die Welt erleuchten.

Und so, meine amerikanischen Mitbürger: Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt.

Meine Mitbürger der Welt: Fragt nicht, was Amerika für euch tun kann, sondern was wir zusammen für die Freiheit des Menschen tun können.

Und schließlich, ob ihr Bürger Amerikas oder Bürger der Welt seid, verlangt von uns dieselben hohen Standards von Stärke und Aufopferung die wir von euch verlangen. Mit einem gutem Gewissen, unserer einzig sicheren Belohnung, mit der Geschichte, als endgültig Richter unserer Taten, lasst uns vorwärts gehen, das Land das wir lieben zu führen, und um Seinen Segen und Seine Hilfe bitten, jedoch mit dem Wissen, das hier auf Erden Gottes Werk genau unser eigens sein muss.

 


 

Hier das Englische Original - gesammelt von der Yale University:

Inaugural Address of John F. Kennedy

FRIDAY, JANUARY 20, 1961

Vice President Johnson, Mr. Speaker, Mr. Chief Justice, President Eisenhower, Vice President Nixon, President Truman, reverend clergy, fellow citizens, we observe today not a victory of party, but a celebration of freedom--symbolizing an end, as well as a beginning--signifying renewal, as well as change. For I have sworn before you and Almighty God the same solemn oath our forebears prescribed nearly a century and three quarters ago.

The world is very different now. For man holds in his mortal hands the power to abolish all forms of human poverty and all forms of human life. And yet the same revolutionary beliefs for which our forebears fought are still at issue around the globe--the belief that the rights of man come not from the generosity of the state, but from the hand of God.

We dare not forget today that we are the heirs of that first revolution. Let the word go forth from this time and place, to friend and foe alike, that the torch has been passed to a new generation of Americans--born in this century, tempered by war, disciplined by a hard and bitter peace, proud of our ancient heritage--and unwilling to witness or permit the slow undoing of those human rights to which this Nation has always been committed, and to which we are committed today at home and around the world.

Let every nation know, whether it wishes us well or ill, that we shall pay any price, bear any burden, meet any hardship, support any friend, oppose any foe, in order to assure the survival and the success of liberty.

This much we pledge--and more.

To those old allies whose cultural and spiritual origins we share, we pledge the loyalty of faithful friends. United, there is little we cannot do in a host of cooperative ventures. Divided, there is little we can do--for we dare not meet a powerful challenge at odds and split asunder.

To those new States whom we welcome to the ranks of the free, we pledge our word that one form of colonial control shall not have passed away merely to be replaced by a far more iron tyranny. We shall not always expect to find them supporting our view. But we shall always hope to find them strongly supporting their own freedom--and to remember that, in the past, those who foolishly sought power by riding the back of the tiger ended up inside.

To those peoples in the huts and villages across the globe struggling to break the bonds of mass misery, we pledge our best efforts to help them help themselves, for whatever period is required--not because the Communists may be doing it, not because we seek their votes, but because it is right. If a free society cannot help the many who are poor, it cannot save the few who are rich.

To our sister republics south of our border, we offer a special pledge--to convert our good words into good deeds--in a new alliance for progress--to assist free men and free governments in casting off the chains of poverty. But this peaceful revolution of hope cannot become the prey of hostile powers. Let all our neighbors know that we shall join with them to oppose aggression or subversion anywhere in the Americas. And let every other power know that this Hemisphere intends to remain the master of its own house.

To that world assembly of sovereign states, the United Nations, our last best hope in an age where the instruments of war have far outpaced the instruments of peace, we renew our pledge of support--to prevent it from becoming merely a forum for invective--to strengthen its shield of the new and the weak--and to enlarge the area in which its writ may run.

Finally, to those nations who would make themselves our adversary, we offer not a pledge but a request: that both sides begin anew the quest for peace, before the dark powers of destruction unleashed by science engulf all humanity in planned or accidental self-destruction.

We dare not tempt them with weakness. For only when our arms are sufficient beyond doubt can we be certain beyond doubt that they will never be employed.

But neither can two great and powerful groups of nations take comfort from our present course--both sides overburdened by the cost of modern weapons, both rightly alarmed by the steady spread of the deadly atom, yet both racing to alter that uncertain balance of terror that stays the hand of mankind's final war.

So let us begin anew--remembering on both sides that civility is not a sign of weakness, and sincerity is always subject to proof. Let us never negotiate out of fear. But let us never fear to negotiate.

Let both sides explore what problems unite us instead of belaboring those problems which divide us.

Let both sides, for the first time, formulate serious and precise proposals for the inspection and control of arms--and bring the absolute power to destroy other nations under the absolute control of all nations.

Let both sides seek to invoke the wonders of science instead of its terrors. Together let us explore the stars, conquer the deserts, eradicate disease, tap the ocean depths, and encourage the arts and commerce.

Let both sides unite to heed in all corners of the earth the command of Isaiah--to "undo the heavy burdens ... and to let the oppressed go free."

And if a beachhead of cooperation may push back the jungle of suspicion, let both sides join in creating a new endeavor, not a new balance of power, but a new world of law, where the strong are just and the weak secure and the peace preserved.

All this will not be finished in the first 100 days. Nor will it be finished in the first 1,000 days, nor in the life of this Administration, nor even perhaps in our lifetime on this planet. But let us begin.

In your hands, my fellow citizens, more than in mine, will rest the final success or failure of our course. Since this country was founded, each generation of Americans has been summoned to give testimony to its national loyalty. The graves of young Americans who answered the call to service surround the globe.

Now the trumpet summons us again--not as a call to bear arms, though arms we need; not as a call to battle, though embattled we are--but a call to bear the burden of a long twilight struggle, year in and year out, "rejoicing in hope, patient in tribulation"--a struggle against the common enemies of man: tyranny, poverty, disease, and war itself.

Can we forge against these enemies a grand and global alliance, North and South, East and West, that can assure a more fruitful life for all mankind? Will you join in that historic effort?

In the long history of the world, only a few generations have been granted the role of defending freedom in its hour of maximum danger. I do not shrink from this responsibility--I welcome it. I do not believe that any of us would exchange places with any other people or any other generation. The energy, the faith, the devotion which we bring to this endeavor will light our country and all who serve it--and the glow from that fire can truly light the world.

And so, my fellow Americans: ask not what your country can do for you--ask what you can do for your country.

My fellow citizens of the world: ask not what America will do for you, but what together we can do for the freedom of man.

Finally, whether you are citizens of America or citizens of the world, ask of us the same high standards of strength and sacrifice which we ask of you. With a good conscience our only sure reward, with history the final judge of our deeds, let us go forth to lead the land we love, asking His blessing and His help, but knowing that here on earth God's work must truly be our own.

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 09. Februar 2012 um 20:36 Uhr )
 

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