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Der Tsunami verschonte andere Länder, aber die japanischen Buchten wurden zur Todesfalle

Der Tsunami verschonte andere Länder, aber die japanischen Buchten wurden zur Todesfalle (Wordle) Glück im Unglück mit dem durch das Seebeben ausgelösten Tsunami hatten die pazifischen Anrainerstaaten. Für die Japaner allerdings wurde die Riesenwelle, die buchstäblich vor ihrer Haustür entstand, zur Riesengefahr. Mehrere Wellen rasten nach dem Beben mit mehreren Hundert Kilometern pro Stunde in Richtung der Küste Honshus. Den Menschen in der Region blieb keine Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Die Wellen krachten in wenigen Minuten mit voller Wucht an Land. In Japans Buchten schaukelten sie sich auf – teilweise rollten 15 Meter sogar 23 Meter hohe Monsterwellen über das Land.

Anders als bei normaler Brandung reichen Tsunamis bis auf den Grund. Sie schäumen daher nicht nur ein wenig an der Oberfläche, sondern der ganze Ozean scheint in Bewegung zu sein. Entsprechend viel Wasser und kinetische Energie prallt auf das Land.

Die Wucht wurde durch die Geografie der japanischen Küste sogar noch verstärkt.

Geografie der Küste Japans (Satellitenaufnahme)

Die unterseeische Geografie der japanischen Küste begünstigte die Gewalt der Wellen

Denn Japan ragt steil aus dem Meer heraus. Diese Küstengeografie stauchte die Tsunamis nochmals. So konnten sich die Monsterwellen zu gewaltigen Wasserbergen auftürmen, die kilometerweit landeinwärts alles überspülten. Viele Gebäude hielten der Wucht des Wassers nicht stand und brachen zusammen. Wieviele Menschen dabei ihr Leben verloren, ist selbst eine Woche nach dem Tsunami noch immer nicht genau bekannt.

Höhe und Energie der Tsunami-Wellen im pazifischen Raum

Höhe und Energie der Tsunami-Wellen im pazifischen Raum

Andere Länder hatten mehr Glück. Obwohl bereits nach wenigen Minuten der Tsunami-Alarm für alle am Pazifik gelegenen Länder ausgerufen wurde, kamen diese mit dem Schrecken davon. Nur relativ kleine Wellen erreichten sie. Die NOAA, die US-amerikanische Meeresbehörde, erklärt das ebenfalls mit dem Entstehungsort der Riesenwellen. Da die Tsunamis in dem relativ flachen Wasser vor der japanischen Küste entstanden, wurde insgesamt gesehen, doch zuwenig Wasser bewegt. Beim Überqueren der Tiefsee verloren die Wellen an Größe.

Meerestiefen

Meerestiefenmessung: Die Wucht der Wellen klang beim Überqueren der Tiefsee ab.

Dass die Pazifikinseln glimpflich davon kamen, verdanken auch sie ihrer besonderen Geografie. Sie waren schlicht und ergreifend günstig geformt. Ähnlich wie die Hütchen der Hütchenspieler ragen die Vulkaninseln vom Meeresboden empor. Auf entsprechenden Karten vom Meeresboden sehen sie aus wie Bleistifte. Damit fehlte ihnen zum Glück eine Küste, die die Wellen stauchen und auftürmen konnte. Auf offenem Meer kann man einen Tsunami in der Tat übersehen. Viele Seefahrer sind bereits ahnungslos über sie hinweg gefahren - nur um im Heimathafen die volle Zerstörungskraft zu sehen.
Die Inselgruppe von Hawaii (USA) stellte sich den Wellen entgegen. An dieser Gebirgskette im Meer konnten sich die Wellen aufschaukeln. 11 Stunden nach dem Beben brandete die Tsunamis hier an die Küsten. Die Wellen erreichten eine Höhe von 1 Meter. Dank der Vorwarnzeit richteten sie zwar einigen Schaden an, aber die Menschen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Wie Bleistiftspitzen ragen die pazifischen Inseln aus dem Meeresboden empor. Nur Hawaii stellte sich als Gebirgsrücken dem Tsunami in den Weg.

Auch in einigen US-amerikanischen Buchten verursachten die Tsunamis erhebliche Schäden. Diese Buchten waren allerdings unglücklich gelegen. Im Hafen von Crescent City wurden teure Yachten zerstört. Bei dieser Bucht lenkt die Mendocino Fracture Zone, ein untermeerischer Gebirgsrücken, die Tsunamis wie bei einem Brennglas in der Bucht. Bereits am Nachbarstrand blieb alles ruhig. Auch Südamerika vermeldet kaum Schäden, denn hier kamen ebenfalls nur flache Ausläufer an.

Mendocino Fracture Zone

Der untermeerische Gebirgsrücken "Mendocino Fracture Zone"

 

 


Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 02. Februar 2012 um 16:02 Uhr )
 

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