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Besiedlung Nordamerikas: Steinzeit-Fundstücke belegen erste Besiedlung früher als gedacht

Besiedlung Nordamerikas: Steinzeit-Fundstücke belegen erste Besiedlung früher als gedacht (Wordle) Die Clovis-Kultur galt bislang als älteste Kultur in Nordamerika. Jetzt wurden in Texas Artefakte einer noch älteren Kultur entdeckt. Es kann sein, dass die Lehrbuchpassagen zur Besiedlung Nordamerikas in den nächsten Auflagen abgeändert werden müssen.

15.500 Jahre alt sind die Steinwerkzeuge, die in Texas (USA) entdeckt wurden und nun dafür sorgen, dass alle Theorien zur Besiedlung Nordamerikas auf den Prüfstand kommen. Die ersten Einwanderer auf dem nordamerikanischen Kontinent kamen wahrscheinlich 2500 Jahre früher an als bislang angenommen. Bis vor Kurzem galt die Clovis-Kultur als erste, die sich auf den unbesiedelten Kontinent vorwagten. Die Clovis-Menschen stammen vermutlich aus Asien und wurden als erste Siedler von Amerika angesehen. Sie wanderten vor ca. 13.200 Jahren über die Beringstraße nach Alaska ein und von dort aus weiter bis in den Norden von Südamerika. Während der letzten Eiszeit war nämlich Amerika über eine Landbrücke, die Beringia, mit Asien verbunden.

Doch nun gibt es einen weiteren Fund, der alle bisherigen Theorien auf den Kopf stellt. Ein Forscherteam von der Texas University fand Steinwerkzeuge, die 2500 Jahre älter sind als die frühesten Zeugnisse der Clovis-Kultur, die nach einem Fundort nahe der Ortschaft „Clovis“ in New Mexico benannt wurden. Diese und weitere Erkenntnisse veröffentlichten Michael Waters und seine Kollegen im Fachmagazin Science.

Schon lange tobt unter Experten ein Streit, ob die Mitglieder des Clovis-Clans tatsächlich die ersten amerikanischen Siedler waren. Nun bekommen Zweifler der „Clovis-First“-Theorie neue Argumente an die Hand. Denn Funde in den Bundesstaaten Wisconsin, Pennsylvania und Florida sowie 6 Fundstätten in Südamerika hatten schon früher den Verdacht erhärtet, dass möglicherweise eine andere Kultur bereits vor den Clovis Amerika für sich eroberte. Die dort gefundenen Werkzeuge stammten zwar auf der entsprechenden Zeit, sie wiesen allerdings nicht die typischen Clovismerkmale auf.

Funde vom Buttermilk Creek lassen Theorien wanken

Die jetzt gefundenen Werkzeuge stammen aus einer bekannten Fundstelle in Texas, die als Buttermilk Creek Compex geführt wird. Die Gegend bot den Ur-Indianern ideale Lebensbedingungen. Überraschenderweise hinterließen sie bereits ausgefeilte Werkzeuge. Die auf „Prä-Clovis“ getauften Steinwerkzeug-Handwerker kannten bereits Klingen und Schaber, die scharfe Schneiden besaßen und auf beiden Seiten verwendet werden konnten. Allerdings gibt es deutliche Ähnlichkeiten mit den Werkzeugen des Clovis-Clans, sodass davon auszugehen ist, dass die Handwerkkünste der Clovis auf den Fertigkeiten und Fähigkeiten der namenlosen Vorgänger aufbauten.
Die Prä-Clovis-Kultur hinterließ immerhin über 15.500 Artefakte. Waters und sein Team entdeckten sie letztlich am Buttermilchbach unter einer Schicht von Unrat und Überbleibseln der Clovis. Die Experten stufen die Artefakte als „mobile Werkzeugsets“ ein. D. h. sie konnten relativ leicht beim Weiterziehen an einen anderen Ort zusammengepackt und dorthin mitgenommen werden.

Nun müssen die Wissenschaftler wohl ihre bisherigen Einwanderungstheorien zusammenpacken und neue Szenarien entwickeln. Beispielsweise ist zu klären, ob die neu entdeckten Siedler über Land oder über den Seeweg kamen.

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Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 02. Februar 2012 um 15:32 Uhr )
 

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