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Felszeichnungen in Nordspanien: 25.000 Jahre alte Höhlenmalereien bislang übersehen

Felszeichnungen in Nordspanien: 25.000 Jahre alte Höhlenmalereien bislang übersehen (Wordle) Ohne den Kollegen Zufall geht bei Archäologen kaum etwas. Wenn der Zufall nicht will, gibt es keine spektakulären Funde. Allerdings lässt sich der eine Glücksfall im Archäologen-Leben manchmal auch ziemlich lange bitten. So ist es jedenfalls Forschern in einer Höhle in der Nähe des Örtchen Mañaria ergangen. Ihnen gelang es, frühsteinzeitliche Felszeichnungen aufzuspüren. Diese sind allerdings nicht mehr sonderlich gut erhalten.

Bei den Felszeichnungen aus der Askondo-Höhle (Provinz Bizkaia/Spanien) handelt es sich um eine Art Bilderbuch aus dem Paläolthikum. Allerdings benötigt man drei Dinge: gute Augen, einen Führer, der sich auskennt und eine große Portion Fantasie.
Forscher des Instituto Internacional de Investigaciones Prehistóricas de Cantabria (CSIC) glauben, dass die Bilder rund 25.000 Jahre alt sind und damit der frühen Steinzeitkunst zugeordnet werden können. Erkennbar sind beispielsweise schwache Umrisse von Pferden und menschlichen Händen in rot. So richtig treten die Formen erst zu Tage, wenn man sie auf digital nachgearbeiteten Fotos anschaut.

Verwitterte Höhlenmalereien älter als Lascaux und Altamira

Der Fund gilt als Zufallsfund, denn ursprünglich suchten die Wissenschaftler in dieser Höhle nach etwas anderem – nämlich lediglich Besiedlungsspuren. Jedoch erkannten sie, dank des fachmännisch geschulten Blickes, trotz der starken Verwitterung der Bilder die Sensation. Die Felszeichnungen aus der Askondo-Höhle reihen sich in die weltberühmten Höhlenmalereien aus Altamira ein. Sie entstanden ungefähr zur selben Zeit. Die 900 Zeichnungen dort wurden vor geschätzten 18.000 Jahren von den Steinzeit-Picassos auf die Höhlenwände gezaubert. Damit sind die Bilder in Askondo sogar einen Ticken älter als die weltberühmten Höhlenmalereien von Lascaux und Altamira, die besonderen Schutz als UNESCO-Welterbe genießen.

Plan der Forscher ist es, die Askondo-Höhle noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht treten neben den jetzt entdeckten Felsmalereien weitere auf oder es werden steinzeitliche Werkzeuge gefunden. Vermutlich besiedeln Menschen seit mehr als 35.000 Jahren die Region um Mañaria. Die Höhle selbst wird seit 1912 erforscht. Nach fast 100 Jahren wurden nun aber erst die Bilder entdeckt.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Donnerstag, 02. Februar 2012 um 13:56 Uhr )
 

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