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Neue UNESCO-Welterbestätten in Deutschland: Von Buchenurwäldern, dem Fagus-Werk bis hin zu prähistorischen Pfahlbauten und dem Wattenmeer

Neue UNESCO-Welterbestätten in Deutschland: Von Buchenurwäldern, dem Fagus-Werk bis hin zu prähistorischen Pfahlbauten und dem Wattenmeer (Wordle)Derzeit tagt das UNESCO-Komitee in Paris über Anträge von Aspiranten auf den Titel UNESCO-Weltkulturerbe bzw. Weltnaturerbe.
Für die deutschen Anwärter läuft es derzeit nicht schlecht. So können sich gleich vier Neuzugänge über die Auszeichnung freuen. Die Vielfalt unserer Heimat spiegelt sich auch in der Auswalt des UNESCO-Welterbekommitees wieder:

Weltnaturerbe Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland

Der Grumsiner Forst in Brandenburg, der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen, der Nationalpark Jasmund, der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Nationalpark Hainich in Thüringen gehören nun mit zum Weltnaturerbe „Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland“. Es handelt sich hierbei um die verbliebenen Reste der Buchenurwälder, die einst bis zu 40 % der Fläche Europas bedeckten und so maßgeblich die Natur prägten. Ursprünglich zählten zu diesem Weltnaturerbe 10 Waldgebiete in Slowenien und der Ukraine. Die Buchenurwälder zeichnen sich durch einen hohen Anteil an alten Bäumen aus. Das Totholz bietet natürliche Höhlen und so einen idealen Lebensraum nicht nur für Höhlenbrüter und Fledermäuse. Auch viele andere Lebewesen finden hier Brutraum und Unterschlupf.

Weltkulturerbe Fagus-Werk

Das sogenannte Fagus-Werk darf sich ab sofort mit dem Titel UNESCO-Weltkulturerbe schmücken. Es handelt sich hierbei um eine ehemalige Fabrikanlage für Schuhleisten, die in Alfeld (Niedersachsen) liegt und als Ursprungswerk der modernen Industriearchitektur gilt.
Das Fagus-Werk wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Industriellen Carl Benscheidt bei Walter Gropius und Adolf Meyer in Auftrag gegeben. Gropius schuf eine Konstruktion aus Glas und Stahl, die beinahe schwerelos zu sein scheint und richtungsweisend war.

Weltkulturerbe Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen

Auch die grenzüberschreitenden Prähistorischen Pfahlbauten im Alpenraum haben es auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geschafft. Es handelt sich dabei um 111 Pfahlbaufundstellen, die sich über die Alpenanrainerstaaten verteilen. 18 Fundstellen liegen in Baden-Württemberg und Bayern. Gemeinsam mit weiteren Pfahlbauten in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Slowenien reicht das archäologische Erbe, das sie repräsentieren, bis in Jahr 5000 vor Christus zurück. Im feuchten Milieu der Fundstätten konnte sich organisches Material wie Holz, Textilien und Pflanzenreste erhalten. Sie geben ein wichtiges Zeugnis über das Leben in der Jungsteinzeit ab.
Die H[AGE]-Redaktion stellte bereits unter den Museums-Tipps das Pfahlbau-Museum in Unteruhlingen vor, das jetzt mit zum Weltkulturerbe zählt.

Weltnaturerbe Hamburgisches Wattenmeer

Auch das Hamburgische Wattenmeer hat es im zweiten Anlauf auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes geschafft. Es rundet damit das Schutzgebiet Wattenmeer ab. Das an der Elbmündung gelegene, 137 km² große Areal ergänzt das bereits bestehende Welterbe vor Schleswig-Holstein, Niedersachsen und den Niederlanden. Das Wattenmeer entstand während der letzten Eiszeit vor 10.000 bis 12.000 Jahren. Es handelt sich hierbei um ein Feuchtgebiet, das Inseln, Dünen, Sandbänke, Priele und Salzwiesen einschließt. Das Watt ist ein hochsensibles Ökosystem, das im Wechselspiel von Ebbe und Flut mehrmals am Tag überflutet wird oder trocken fällt. Diese doch sehr schwierige Umgebung bevölkern mehr als 10.000 Tierarten. Die bekanntesten Vertreter sind Seehunde, Kegelrobben oder Schweinswale. Darüber hinaus machen viele Zugvögel, die von Kanada bis Sibirien pendeln, im Wattenmeer Station.

Über weitere Anträge zur Aufnahme in die Welterbeliste entscheidet das Komitee noch bis zum 29. Juni. Für dieses Jahr gab es 37 Nominierungsanträge, über die die Experten aus 21 Ländern entscheiden müssen. Die H[AGE]-Redaktion wird die Neuzugänge in unserem UNESCO-World Heritage-Bereich entsprechend aufnehmen und vorstellen.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Donnerstag, 02. Februar 2012 um 13:07 Uhr )
 

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