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Bayerische Höhlenkunst : Steinzeitlicher Erotik-Tempel

Bayerische Höhlenkunst : Steinzeitlicher Erotik-Tempel (Wordle) Das zieht den Bayern beinahe die Lederhosen aus. In Oberfranken spürten Archäologen in einer Höhle steinzeitliche Gravuren auf. Es sind damit die ersten Höhlenkunstwerke der Steinzeit-Picassos und -Da Vincis, die bisher in Deutschland entdeckt wurden. Sie werden auf ein Alter von 10.000 bis 12.000 Jahren geschätzt. Soweit, so gut. An und für sich wäre die Meldung an dieser Stelle zu Ende, aber es muss halt doch etwas weiter ausgeholt werden.

Denn der Fundort hatte eine besondere Inspiration auf die frühen Künstler. Die Grotte liegt im Landkreis Bamberg in Oberfranken (Deutschland). Mehr möchten die Behörden im Moment nicht verraten, da womöglich die Untersuchungen sonst gestört werden könnten. Ob die Höhle nach Abschluss der Forschungsarbeiten für Interessierte geöffnet wird, bleibt abzuwarten, da sie sich auf Privatgrund befindet.

12.000 Jahre alte Zeichungen in der Höhle sind die bisher einzigen Funde dieser Art in Deutschland

In den Medien finden sich weitere Details zur Grotte. Sie trägt hier den Arbeitstitel Mäanderhöhle. Es gäbe einen engen Eingangsbereich und um tiefer vordringen zu können, muss eine Versturzhalle überwunden werden. Dann würde sich ein kleiner Raum von ca. fünf Metern Länge öffnen. Dieser wird Kapelle genannt wird. In ihm wurden die paläolithischen Kunstwerke entdeckt, die allerdings mit bloßem Auge nur schwer erkennbar sind. Dahinter setzt sich die Höhle in mäandrierenden Bewegungen nochmals 30 Meter lang fort. Daher kommt auch der entsprechende Name. Insgesamt hat die Höhle eine Länge von ca. 80 Metern.

In der Grotte selbst gibt es natürlich entstandene Kalkablagerungen, die vielfach sehr schnell gewisse Assoziationen hervorrufen. Sie erinnern von der Form an weibliche Brüste oder männliche Geschlechtsteile. Und genau davon haben sich die frühen Menschen ihre Inspiration geholt. Neben bisher nicht entschlüsselbarem Gekritzel zeigt die steinzeitliche Höhlenkunst unter anderem die schematischen Zeichnungen von Frauenkörpern. Forscher erinnern die Funde an ähnliche Darstellungen in der Dordogne in Frankreich.

Stilisierte Darstellungen durch die natürlichen Gegebenheiten mit frivolem Touch

Natürlich schießen bei solch erotischer Kunst auch gleich die Fantasien ins Kraut. Außerdem werden Analogien zu heutigen Darstellungen gesucht. Deswegen ist auch vom steinzeitlichen Herrenmagazin oder der Höhle der Lust die Rede. In der Tat vermuten einige Forscher, dass die Höhle in der Steinzeit als Ort der Lust angesehen wurde und man hier Fruchtbarkeitsfeste zelebrierte. Doch ob es eine solche Nutzung aufgrund der anatomischen Auffälligkeiten tatsächlich gegeben hat, werden Untersuchungen erst noch zeigen müssen.

Bislang sind zahlreiche Funde aus der Altsteinzeit in Schwaben gemacht worden. Allerdings handelt es sich hierbei um figürliche Darstellungen wie etwa der 35.000 Jahre alten Venus vom Hohle Fels, die auch als Venus von der Schwäbischen Alb in der Literatur beschrieben wird.
Das Bild in Frankreich bzw. Spanien ist dagegen ein anderes. Hier liegen die weltberühmten großflächigen Höhlenmalereien von Chauvet, Lascaux und Altamira, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Solche Bildartefakte auf Höhlenwänden fehlen bislang in Deutschland.
Dafür gibt es andere spektakuläre Funde. So wurde erst vor wenigen Wochen im Rheinland ein tiefer Brunnen aus der Steinzeit geborgen.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 08. Februar 2012 um 21:51 Uhr )
 

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