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Australien: Ausgestorbener Beutelwolf konnte es nicht mit Schafen aufnehmen

Australien: Ausgestorbener Beutelwolf konnte es nicht mit Schafen aufnehmen (Wordle) Der Ruf als Schafskiller kostete der Art das Überleben. Weil der Beutelwolf im Verdacht stand, Schafe zu reißen, jagten ihn tasmanische Siedler so lange, bis die endemische Art ausstarb. Nun jedoch können Forscher das Raubtier entlasten. Der Kiefer des Beutelräubers war in Simulationen zu schwach, um sich an größeren Tieren zu vergreifen.

Einst war der Beutelwolf der König Australiens, denn er war das größte Raubtier in Down Under. Von den Siedlern wurde er auch als Tasmanischer Tiger bezeichnet. Sie jagten das Beuteltier im 19. Jahrhundert erbarmungslos. Im Zoo von Hobart starb 1936 der letzte Beutelwolf.

Nun fanden Forscher heraus, dass die Art zu Unrecht ihren Ruf hatte und die Verfolgung als Schafskiller eigentlich keinen Sinn machte. Denn biomechanische Simulationen belegen, dass Kiefer und Schädel des Tieres für solche Beutetiere nicht ausgelegt waren. Sie erwiesen sich als zu schwach, als dass die Tiere damit hätten Schafe reißen können. Höchstwahrscheinlich stellte der Beutelwolf kleinerer aber auch wendigerer Beute nach. Dies schlussfolgern die Wissenschaftler rund um Marie Attard von der University of New South Wales. Ihre Erkenntnisse stellten sie im Journal of Zoology vor.

3D-Schädelmodell brachte es ans Licht: lange Schnauze war beim Beutelwolf die Schwachstelle für die Schafsjagd

Die Forscher untersuchten 3D-Schädelmodelle des Beutelwolfes, des Riesenbeutelmarders und des Beutelteufels. Die letzten beiden Vertreter sind heute noch lebende Raubbeutler. Die Schädelmodelle wurden unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Dabei zeigte sich, dass Kiefer- und Schädelknochen des Beutelwolfes stärker belastet wurden als bei den anderen Raubbeutlern, wenn die Forscher den Beutelwolf in Beute beißen und diese festhalten ließen. Die verhältnismäßig lange Schnauze des Raubtieres erwies sich dabei als Schwachpunkt. Sie konnte womöglich der Kraft eines sich wehrenden Schafes aufgrund seiner Größe und seines Gewichts nicht standhalten.

Deswegen gehen die Forscher davon aus, dass die bis zu 1,30 Meter langen Tiere allenfalls Tiere von einer maximalen Größe von Beuteldachsen erlegten. Die Unfähigkeit des Beutelwolfes große Tiere zu reißen, kann mit ein Grund für das Aussterben sein. Die Beutelwölfe hatten sich so gegen die kleinen räuberischen Beuteltiere als Konkurrenten durchzusetzen. Der Erfolg bei der Jagd nach Nasenbeutlern, Wallabys und Opossums muss mäßig gewesen sein, sodass die Art an sich bereits unter Druck geraten sein könnte noch bevor die ersten weißen Siedler in Australien auftauchten.

Extreme Spezialiserung auf bestimmte Nahrungsquellen brachten die Art unter Überlebensdruck

Die Zähne des Beutelwolfes weisen darauf hin, dass es sich um einen extremen Spezialisten gehandelt haben muss, der vor allem auf das Fleisch von Wirbeltieren angewiesen war. Andere räuberische Beuteltiere erschlossen sich dagegen weitere Nahrungsquellen – beispielsweise vertilgen sie auch Insekten. Das Nahrungsspektrum des Tasmanischen Tigers dagegen blieb eng begrenzt.
Damit reichen kleinste Veränderungen in den Umweltbedingungen aus, um das Nahrungsangebot für den Beutelwolf knapp werden zu lassen. Ursprünglich war der Beutelwolf, dessen lateinischer Name Thylacinus cynocephalus lautet, in ganz Australien und Neuguinea verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet war bereits auf die Insel Tasmanien geschrumpft als die ersten Europäer Australien besiedelten.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 21:07 Uhr )
 

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