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Durch Klimawandel eisfreie Nordwestpassage : Wale können diese nun problemlos durchschwimmen

Durch Klimawandel eisfreie Nordwestpassage : Wale können diese nun problemlos durchschwimmen (Wordle) Dank des Klimawandels können nun atlantische Grönlandwale ihre verwandten Artgenossen im Pazifik besuchen. Das schmelzende Eis der Arktis ist nicht länger eine unüberwindbare Barriere. Die Nordwestpassage wird nicht nur für Schiffe befahrbar sondern auch für Wale durchschwimmbar.

Bislang hielt das arktische Eis die Grönlandwale im Atlantik von ihren Verwandten im Pazifik fern. Doch nun verfolgten Forscher vom Grönland-Institut für Rohstoffe die Wanderungsbewegungen von Grönlandwalen mit Hilfe von Satellitensendern. Die Tiere befanden sich zwischen Alaska, der kanadischen Arktis und dem westlichen Grönland. Die berühmte Nordwestpassage war in den vergangenen Sommern mehrfach eisfrei. Das dies nicht nur die Schifffahrt als Abkürzung nutzte sondern dadurch auch Wale zu neuen nahrungsgründen aufbrechen könnten, ist nun so gut wie bestätigt.

Die Forscher beobachteten im Sommer 2010 zwei Wale. Einer schwamm von Grönland aus in die Nordwestpassage hinein. Der zweite nahm die Strecke aus der anderen Richtung in Angriff. Die Nordwestpassage war Mitte August weitgehend eisfrei, sodass die Tiere nicht großartig behindert wurden. Im Parry-Kanal, nahe des kanadischen-arktischen Archipel, schwammen beide Wale im September 2010 aneinander vorbei. Sie hielten sich ca. 10 Tage lang  im selben Gebiet auf.
Danach machten beide wieder eine Kehrtwende und schwammen in ihre heimatlichen Gewässer zurück. Keines der beiden Tiere hatte die Nordwestpassage vollständig durchquert.

Wanderung der Grönlandwale Anzeichen für einen Austausch zwischen Pazifik und Atlantik?

Bei den Walen handelt es sich um zwei Exemplare der Art Balaena mysticetus. Forscher hatten zwischen 2001 und 2010 insgesamt 180 Grönlandwale in Alaska, der Kanadischen Arktis und im westlichen Grönland mit Satellitensendern markiert, um ihre Wanderbewegungen zu studieren.
Die beiden Wale bewiesen nun eindrucksvoll, dass auch Meeressäugern der arktische Seeweg offensteht. Seit 1972 ist das Eis im arktischen Sommer um mehr als 50 % zurück gegangen. Im Jahr 2011 wurde die geringste Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Mit Meereis waren nur noch 4,24 Millionen Quadratkilometer bedeckt. Die Prognosen für die Zukunft sehen noch düsterer aus. In 20 Jahren könnte die Arktis im Sommer komplett eisfrei sein. Damit öffnet sich die Nordwestpassage als Verbindung zwischen dem Atlantik und Pazifik. Bislang waren die beiden Populationen der Grönlandwale durch das Eis voneinander getrennt. Nun könnten sie sich miteinander vermischen. Die räumliche Trennung zwischen den Unterpopulationen wäre damit aufgehoben. Die großen Meeressäuger könnten neue Gebiete für sich erschließen. Allerdings gelte dies genauso für andere Meeresorganismen.

Dass es möglicherweise früher bereits einen genetischen Austausch innerhalb der Grönlandpopulation gegeben hat, dafür gab es bereits Anzeichen im 19. Jahrhundert. Damals fanden sich Haprunenspitzen von grönländischen Inuit in der Haut von im Pazifik gefangenen Grönlandwalen. Dies wurde damals jedoch als unmöglich abgetan. Die Wissenschaft wunderte sich darauf hin noch lange, wie sich die Populationen in Atlantik und Pazifik trotzt der räumlichen Trennung so ähnlich geblieben sein konnten. Nun liegt die Vermutung nahe, dass das Meereis auch in früheren Jahrhunderten manchmal extrem zurükgegangen sein muss. Die Tiere konnten daraufhin die Chance genutzt haben, ihre Verwandtschaft zu besuchen - Stell-Dich-Eins inklusive, denn das relativ knappe Nahrungsangebot in der Nordwestpassage wird die Tiere wohl nicht sonderlich anziehen.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 16:34 Uhr )
 

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