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Meister Yoda Vorbild bei der Evolution der Sprache, des Satzbaus & der Grammatik

Meister Yoda Vorbild bei der Evolution der Sprache, des Satzbaus & der Grammatik (Wordle) Wie bauten Frühmenschen die ersten Sätze zusammen? Gute Frage, ge? Wissenschaftler stellten sich die selbe Frage und machten sich daran, den Stammbaum der Sprachen zu erforschen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass unsere Vorfahren einen anderen Satzbau benutzten als wir dies heute tun. Manche Früh- und Urmenschen redeten wie ein alter Bekannter: Meister Yoda aus Star Wars.

Meister Yoda gab viele Kluge Ratschläge - beispielsweise an Luke Skywalker: "Vergessen Du musst was früher Du gelernt" oder zu Obi Wan Kenobi "Der Auserwählte er wirklich sein mag. Aber trotzdem - große Gefahr ich befürchte durch seine Ausbildung". Sätze, die das Herz eines jeden Star Wars-Fans höher schlagen lassen, aber einem auch seltsam vertraut klingen. Bringen sie irgendetwas Verschütt-Gegangenes in uns zum Klingen?

Der Satzbau unserer Altvorderen jedenfalls könnte nach dem gleichen Prinzip wie Meister Yodas Sätze - nämlich nach Subjekt, Objekt und Verb - aufgebaut gewesen sein. Diese Abfolge ergäbe folgenden Satz: „Sie Steine werfen“. In den meisten indogermanischen Sprachen heute würde der Satz „Sie werfen Steine“ lauten. Jeder Grundschüler hierzulande lernt, dass Sätze in der Regel nach dem Prinzip Subjekt, Verb Objekt zu bilden sind.

Sprachforscher von der Stanford University und dem Santa Fe Institut (beides USA) haben insgesamt 2135 Sprachen analysiert und deren Stammbaum rekonstruiert. Die Forschergruppe um Murray Gell-Mann und Merritt Ruhlen publizierte ihre gewonnen Erkenntnisse im Fachmagazin PNAS.
Entsprechend ihrer Theorie basieren alle heutigen Sprachen vermutlich auf einem gemeinsamen Vorläufer. Diese Ursprache folgte beim Satzbau dem Subjekt-Objekt-Verb-Prinzip. Dieser Satzbau hat sich bei 1008 der analysierten Sprachen bis heute erhalten. Darunter befindet sich beispielsweise Türkisch, Japanisch, Koreanisch und Persisch. Auch die deutsche Sprache kennt solche Subjekt-Objekt-Verb-Folgen – allerdings nur in Nebensätzen wie z. B. „Wer Steine wirft, sollte nicht im Glashaus sitzen.“

Analyse von 2135 Sprachen ergab: Ursprache nutzte das Subjekt-Objekt-Verb-Muster

Bei den meisten, noch gesprochenen indogermanischen Sprachen, zu denen neben Deutsch auch Englisch gehört, bevorzugt man beim Satzbau das Muster Subjekt-Verb-Objekt. Dieser Satzbau wurde bei 770 Sprachen gefunden. 164 Sprachen nutzen das Verb-Subjekt-Objekt-Muster. Der Beispielsatz würde dann heißen „Werfen sie Steine“. Die letzte Möglichkeit, nämlich Sätze nach dem Verb-Objekt-Subjekt-Prinzip aufzubauen, nutzen nur 40 Sprachen. Der Beispielsatz lautet in diesem Fall „Werfen Steine sie“. Des Weiteren fanden die Forscher rund 120 Formen, bei denen die Muster gemischt wurden.
Seltener kamen Objekt-Verb-Subjekt- („Steine werfen sie“) und Objekt-Subjekt-Verb-Folgen („Steine sie werfen“) vor. Die letztere Kombination hat etliche Fans, denn schließlich wurde sie durch den Jedi-Meister Yoda in den Star Wars-Filmen bekannt. Allerdings ist noch unklar, welche Sprachmuster letztlich Vorteile für die Entwicklung der Menschheit gebracht hätten.

Auf der Erde gibt es noch immer rund 7000 Sprachen. Diese babylonische Vielfalt täuscht auf den ersten Blick. Viele Sprachen und Dialekte sind direkt vom Aussterben bedroht, weil sie nur noch von wenigen Individuen - meist den Stammesältesten -  gesprochen werden. Wenn diese Menschen nicht mehr sind, ist auch die jeweilige Sprache unwiederbringlich verloren.
Erst vor Kurzem konnte die Wissenschaft Afrika als Ursprung aller Sprachen belegen.

 


Quellen:

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 16:30 Uhr )
 

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