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Klimawandel nicht allein schuld am Artensterben nach der Eiszeit

Klimawandel nicht allein schuld am Artensterben nach der Eiszeit (Wordle) Noch immer rätseln Forscher, warum nach der letzten Eiszeit so viele große Tierarten ausstarben. Jetzt steht fest: Der Klimawandel allein war es nicht, der Bison, Mammut und Rentier schwer zu schaffen machte. Es gab auch andere Effekte, die ihnen in der Eiszeit zum Verhängnis wurden. Das ergab jetzt eine neue Studie.

Während der letzten Eiszeit vor rund 50.000 Jahren wurde das Ende vieler großer Säugetier-Arten besiegelt. Doch allein der damals einsetzende Klimawandel war es nicht, der den Arten so zusetzte. Vielmehr war es das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die das Ende beschleunigten – nämlich die Kombination aus Klimawandel, einem sich verändernden Lebensraum und dem Vordringen des Menschen, in dessen Folge der Jagddruck größer wurde.
Diese Erkenntnisse brachte eine Analyse dänischer Wissenschaftler zu Tage. Sie untersuchten in ihr die Auswirkungen auf sechs Säugetierarten. Darunter befand sich beispielsweise das Mammut aber auch das Rentier. Die Forscher um Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen (Dänemark) konnten nachweisen, dass jede Art individuell und damit unterschiedlich auf die Einflüsse reagierte. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden nun im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Mit Hilfe von DNA-Material, Klimadaten, Verbreitungsdaten und Fossilien analysierten sie die Populationsveränderungen bei den „Stars der Eiszeit“: Mammut, Moschusochse, Wollnashorn, Wildpferd, Bison und Rentier.

Klimadaten, Verbreitung und DNA-Material: Die Stars der Eiszeit unter der Lupe

Einzig und allein Moschusochse und Wollnashorn sehen die Forscher als direktes Opfer des Klimawandels. Das Wollnashorn wäre vermutlich auch ausgestorben, wenn der Mensch nicht auf den Plan getreten wäre. Auch der Rückgang des Moschusochsen ist eng mit dem Temperaturanstieg verbunden, da die Tiere im Allgemeinen sehr temperaturempfindlich sind. Beim Wildpferd und dem Bison sieht die Lage jedoch deutlich anders aus: Hier machen die Wissenschaftler eindeutig den Mensch verantwortlich, da Wildpferd und Bison im großen Stil bejagt wurden. Hier spricht das Zahlenmaterial eine eindeutige Sprache: Man fand nämlich in 58 Prozent aller europäischen und in 66 Prozent aller sibirischen Ausgrabungsstellen neben menschlichen Überresten auch die von Wildpferden. Bei den Bisons lag die Quote in sibirischen Fundorten sogar bei 77 Prozent.

Allerdings gelang dem Rentier als einzigen Vertreter der untersuchten Tierarten die Anpassung an die Veränderungen problemlos. Es kommt bis heute in großen Herden vor. Warum ausgerechnet diese Tierart der klare Sieger war, ist noch nicht ganz geklärt. Hier müssen weitere Forschungen nach den Gründen suchen. Feststeht jedenfalls ein: Auch Rentiere waren beliebte Jagdtiere. Und ihr Lebensraum verkleinerte sich dramatisch. Wenn Pferd und Bison unter Druck geraten sind, warum dann nicht auch das Rentier?
Die Forscher vermuten, dass die wahrscheinlichsten Gründe für den Erhalt des Rentieres in der hohen Fruchtbarkeit und der ökologischen Flexibilität der Art liegen.

Gründe für das Überleben des Rentieres gefunden. Warum das Mammut ausstarb, ist noch immer ungeklärt

Die Frage, warum genau die Mammuts ausstarben, konnte allerdings auch diese Studie nicht beantworten.
Allerdings sollen die Ergebnisse helfen, die Auswirkungen des aktuellen, vom Menschen verursachten Klimawandels zu verstehen. So soll ein weiteres Artensterben verhindert und die Biodiversität unseres Planeten erhalten werden.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 08. Februar 2012 um 21:39 Uhr )
 

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