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Anthropologie: Sangen Neandertaler und Homo Sapiens bereits gemeinsam „Ein Freund, ein guter Freund …“?

Anthropologie: Sangen Neandertaler und Homo Sapiens bereits gemeinsam „Ein Freund, ein guter Freund …“? (Wordle) Fossile Zähne führten Wissenschaftler zunächst in die Irre, dann aber brachten sie sie auf die richtige Spur. Sehr wahrscheinlich erreichte der Homo sapiens sehr viel früher Europa als bislang gedacht. Damit wird die Zeitspanne des Zusammenlebens mit dem Neandertaler länger. Reichte diese Zeit etwa aus, Kontakte zu knüpfen und sich kulturell auszutauschen?

Europa wurde viel eher für den Homo sapiens zur neuen Heimat als bislang angenommen. Die ersten modernen Menschen wanderten 5000 Jahre früher von Afrika kommend in den Kontinent ein. Damit blieb aber auch 5000 Jahre mehr Zeit, um mit dem archaischen Vetter Homo neanderthalensis zusammen zu leben. Diese Entdeckung machte ein internationales Forscher-Team, das aus österreichischen, deutschen und britischen Paläoantropologen und Archäologen bestand.

Sie bewerteten erneut Funde aus einer Höhle im Süden Italiens. Ursprünglich wurden die Überreste dem Neandertaler zugeordnet. Doch die neuen Analysen ergaben, dass die Fossilien vom modernen Menschen stammen.
In der Grotta del Cavallo fand man 1964 zwei Milchzähne. Die Funde aus Apulien deuteten die Wissenschaftler damals als Überreste des Neandertalers. Nun wurden die Zähne erneut untersucht. Die Analyse zeigte, dass sie dem Homo sapiens zugeordnet werden müssen. Dies schreiben die Forscher in einem Fachartikel für das Nature-Magazin.

Genügend Zeit zum Austausch

Das Alter der Fundschicht ist auf eine Zeitspanne von 45.000 bis 43.000 Jahren datiert worden. Es ist damit älter als bislang gedacht. Bisherige Thesen gingen davon aus, dass der moderne Mensch frühestens vor 40.000 Jahren in Europa ankam und der Neandertaler zu diesem Zeitpunkt bereits so gut wie ausgestorben war.
Nun zeigt sich, dass die ersten Siedler des modernen Menschen bereits 5000 Jahre früher eintrafen – möglicherweise Zeit genug, um Kontakt aufzunehmen. Der Austausch zwischen den beiden Arten könnte deutlich intensiver gewesen sein als bislang vermutet. Nun jedenfalls müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Möglicherweise sind auch die Zuordnungen von Kulturtechniken und Fähigkeiten zu überdenken. Bislang wird die sogenannte Ullizien-Kultur dem Neandertaler zugeschrieben. Sie zeichnet sich insbesondere durch komplexe Ornamente und die Produktion von Schmuck sowie von Knochenwerkzeugen aus. Sie könnte allerdings auch vom Homo sapiens stammen.

Diese Neuzuordnungen könnten letztlich auch Konsequenzen für Überlegungen haben, die das Aussterben des Neandertalers betreffen. Doch die Frage aller Fragen: „Warum der Homo neanderthalensis ausstarb“ ist damit auch noch nicht beantwortet.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 14:21 Uhr )
 

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