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Evolution des Menschen: Tageslicht positiv für das soziale Zusammenleben unserer Ur-Ur-Ur-Ahnen

Evolution des Menschen: Tageslicht positiv für das soziale Zusammenleben unserer Ur-Ur-Ur-Ahnen (Wordle) Die Umstellung unserer Vorfahren vom nachtaktiven Leben auf das tagaktive Leben brachte einen evolutionären Vorteil mit sich: Wenn sie tagsüber jagen gingen, mussten sie Gruppen bilden, um sich besser vor Feinden zu schützen. Damit legten die Ur-Primaten die Basis für das heutige soziale Zusammenleben.

Diese wichtige Entscheidung wurde bereits vor 52 Millionen Jahren getroffen und damit viele Generationen bevor die ersten wirklich menschähnlichen Wesen unseren Planeten bevölkerten. Doch kurz nachdem die Dinosaurier ausgestorben waren, entschlossen sich einige frühe Primaten dazu in Gruppen zusammen zu leben und zu jagen. Damit legten sie den Grundstein für das heutige Gemeinschaftsleben. Zuvor waren die Individuen nachtaktive Einzelgänger. Als sie sich zu tagaktiven Jägern entwickelten, boten ihnen Gruppen einen besseren Schutz, denn am Tag gab es noch viel mehr Bedrohungen durch Feinde und Gefahren als während der Dunkelheit. Britische Forscher mutmaßen in einem in „Nature“ erschienen Fachartikel, dass die Gruppen sich zunächst nur locker zusammenschlossen, um das Überleben am Tag besser zu meistern.

Die Studie wurde an der Oxford University (Großbritannien) durchgeführt. Mit Hilfe statistischer Modelle stellten die Wissenschaftler die Evolution des Soziallebens nach. Dies ist vergleichsweise schwierig, da sich Veränderung nicht anhand von Fossilien belegen lassen. Es gibt nämlich schlichtweg keine Fossilien.
Dennoch wagten die Forscher das Experiment. Sie untersuchten wie 217 Primatenarten heute zusammenleben und wie deren Vorfahren zusammenlebten. In die Modelle flossen Fragen ein wie: Bilden die Primaten Familien? Gibt es Männergemeinschaften oder gemischte Gruppen? Gibt es Paare? Parallel dazu skizzierten die Wissenschaftler den Stammbaum und damit die Entwicklungsgeschichte. Wie entwickelten sich dabei die kleinen, urtümlichen Tiere zu den heute lebenden Primaten in ihrer Vielfalt. So gibt es winzige Loris, die zwischen 18 und 40 cm groß werden, den Menschen oder Gorillas, deren Männchen bis zu 200 kg schwer werden können. In die Forschungen flossen auch die Verwandschaftsbeziehungen der Arten untereinander ein.

Wer sich einmal zum Gruppenleben entschließt, wird nicht wieder Einzelgänger

Mit Hilfe der so gewonnenen Daten konnte die Entwicklung vom lockeren Zusammenleben bis hin zu Harems und stabilen Paarbeziehungen aufgezeigt werden. Allerdings dauerte es einige Millionen Jahre vom losen Zusammenschluss der Gruppen bis hin zum monogamen Leben von Paaren.
Die Vorfahren der Gibbons lebten bereits vor ca. 8,6 Millionen Jahren in trauter Zweisamkeit. Die Vorfahren der Schlank- und Stummelaffen dagegen bildeten schon vor rund 16 Millionen Jahren Harems.

Die so gewonnen Erkenntnisse sind konträr zu einigen bislang vermuteten Evolutionstheorien. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Ur-Primaten direkt vom Leben als Einzelgänger zum Leben in großen Gruppen wechselten. Die bisher gängigsten Theorien gingen davon aus, dass die Tiere sich zunächst zu kleineren Gruppen zusammengeschlossen hätten und diese dann nach und nach größere Gruppen bildeten. Diese Thesen müssen nun neu überdacht werden. Die Forschungen konnten aber auch nachweisen, dass, wenn sich Arten erst einmal zu Gruppen oder Verbänden organisiert haben, sie sich dann nicht wieder zu Einzelgängern zurückentwickeln.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 01. Februar 2012 um 14:01 Uhr )
 

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