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Zum Mitdenken!

Zum Mitdenken (Wordle)Liebe H[AGE]-Fans,

mir spukt schon seit langer Zeit eine Idee durch den Kopf. Ich wälze das Problem hin und her, komme aber zu keinem richtigen Ergebnis, weshalb die Überlegungen nicht in den bisherigen Prototypen von H[AGE] eingebaut wurden. Die Situation ist folgende:

Ich würde gerne Völker, die auch heute noch wie in der Steinzeit leben, in das Spiel einbringen. Als Beispiel könnte man hier die Korowai in Papua-Neuguinea, die San in Südafrika oder die Aborigines in Australien nennen. Damit hätte ich auch die Chance, dem Neandertaler seinen Platz im Spiel zu ermöglichen.

Auf den ersten Blick scheint es sich dabei um keine große Sache zu handeln ...

Großes Fragezeichen: Tun oder nicht tun?

Die Einordnung solcher Karten ist relativ klar: Es werden wahrscheinlich Bündniskarten. Möglicherweise vom Untertyp „Volk“. Bei einem Volk könnten nun bestimmte Eigenschaften verstärkt werden. Mein derzeitiges Lieblingsbeispiel ist: Die Karte „Volk: Anborigines“ angelegt an ein Kartenbündel bestehend aus einem Geschöpf vom Untertyp „Mensch“ und dem Fabrikat „Wurfholz“ verstärkt die Wirkung des Wurfholzes noch einmal um das doppelte und (möglicherweise unter Einbezug von Würfelglück) hätte das Wurfholz sogar Wirkung auf Fluggeschöpfe. Ein so geführter Angriff eines „Erfahrenen Jägers“ hätte damit eine Wucht von 4/6. Der „Erfahrene Jäger“ könnte dadurch aber auch Fluggeschöpfe abwehren. Aus spieltaktischer Sicht wäre das eine feine Sache …

Doch ein paar Bauchschmerzen bereitet mir diese Idee schon, denn jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Zunächst stellt sich die Frage: Machen solche Winkelzüge überhaupt Sinn? Denn es müssen schon einige Sachen eintreffen, damit die Kartenkombination ihre volle Wirkung entfalten kann ... Aber auf der anderen Seite … Für mich gehört eine gehörige Portion Glück zu jedem Sammelkartenspiel-Wettstreit einfach dazu. Gerade das macht es ja so spannend! Die Karten des Gegners kann ich allerhöchstens erahnen. Aber bei meinen eigenen weiß ich ganz genau, welche Karten ich in meinem Kartendeck habe und welche ich davon ziehe. Dies kann mir gerade ganz gut in den Kram passen oder ich muss auf bessere Zeiten ab dem nächsten Zug hoffen.

Doch es gibt einen zweiten Knackpunkt, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin: Ist „Volk-Karte“ vom Begriff her wirklich günstig? Die Geschichte lehrt uns ja einiges … Z. B. gipfelte die „Völkische Bewegung“, die sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts formierte, im Nationalsozialismus.
Dennoch trifft in meinen Vorstellungen der Begriff „Volk“ das ganze eher als „Stamm“. „Ethnie“ ist vielleicht der politisch korrektere Begriff, doch glaube ich nicht, dass ein junger Spieler, der in die fünfte oder sechste Klasse geht, eine Vorstellung davon hat.
Obwohl meine Überlegungen zunächst nur in die Richtung gehen, dass einzelne Fähigkeiten verstärkt werden, bleibt beim Weiterdenken im Hinblick auf spätere Editionen doch ein fader Beigeschmack. Die gutgemeinten Ideen könnten demnach auch ganz schnell nach hinten losgehen (Stichwort: Rassenideologie). Und so etwas möchte ich auf keinen Fall. Bei der Entwicklung eines Lernsammelkartenspiels gilt es viele Klippen zu umschiffen und manchmal bedarf es einer neutralen Perspektive, um wieder klar zu sehen und eben nicht ins Fettnäpfchen zu treten.

Also … Wie komme ich aus diesem Dilemma heraus? Wie bekomme ich all das unter einen Hut? Falls jemand hierzu eine Meinung oder eine Idee hat, der sollte sich nicht scheuen, mir zu schreiben: monique(at)h-age.net.
Ich freue mich schon auf angeregte Diskussionen und danke Euch für das Mitdenken.

 

Aktualisiert ( Sonntag, 19. Februar 2012 um 14:54 Uhr )
 

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