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Meteoritentreffer für Ende der Clovis-Kultur verantwortlich

Meteoritentreffer für Ende der Clovis-Kultur verantwortlich (Wordle)Es gibt mal wieder eine interessante Meldung über Geschehnisse in der Steinzeit. Es gelang Forschern, den Meteoritentreffer, der u. a. für das Ende der amerikanischen Clovis-Kultur verantwortlich gemacht wurde, zu bestätigen.

Aufgrund von Funden von großflächigen Brandspuren in gleichaltrigen Schichten, die aus der Zeit von vor 13.000 Jahren stammen und über ganz Nordamerika verteilt sind, vermuteten Forscher, dass möglicherweise ein Meteorit über Nordamerika explodiert ist. Derzeit gehen die Experten von einer Explosion und nicht von einem Einschlag aus, weil bisher kein Einschlagskrater zu diesem Ereignis identifiziert werden konnte. Aber wie das Tunguska-Ereignis von 1908 zeigt, kann ein Meteorit auch dann großflächige Schäden anrichten, wenn er „nur“ explodiert und nicht einschlägt.
Nun haben Forscher aufgrund von Gesteinsproben an 6 verschiedenen Orten in Nordamerika weitere Hinweise auf einen Meteoriten vor ca. 13.000 Jahren gefunden. In diesen Proben zeigten mikroskopische Aufnahmen winzige Diamanten, die zwischen 2 und 300 Millionstel Millimeter groß sind. Diese können nur bei sehr hohen Temperaturen und sehr hohem Druck entstehen. Ihr Alter wird auf 12.900 Jahre geschätzt und entspricht damit dem Alter des vermuteten Meteoritentreffers. Auf einen Meteoritentreffer deutet weiterhin die Form der Mini-Diamanten. Eine solche Form kennen die Wissenschaftler bereits von anderen Einschlägen. Auch enthalten die Gesteinsschichten Iridium. Dieses Material ist normalerweise in der Erdkruste sehr, sehr selten - noch seltener als Platin oder Gold. Zum Beispiel in der Antarktis gefundene Meteoriten enthalten dagegen deutlich mehr Iridium. Größere Mengen des nicht-radioaktiven Metalls treten auf der Erde eigentlich nur in einer Sedimentschicht auf: Diese Schicht trennt die Kreide-Zeit vom Tertiär. Diese Schicht dient deswegen auch mit als Beweis für die Impact-Theorie, nach der ein riesiger Meteorit vor ca. 65 Millionen Jahren in der Nähe der Halbinsel Yucatan (Mexiko) einschlug und den Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko formte. Die Folgen des Einschlags trugen zum Aussterben der Dinosaurier bei.

Die jetzige Datierung des Einschlages hängt eng mit einem anderen Ereignis zusammen. Vor ca. 13.000 Jahren gab es einen sehr starken Kälteeinbruch – die etwa 1300 Jahre andauernde, sogenannte Jüngere Dryas. Diese Kälteperiode, bei der die durchschnittlichen Temperaturen um ca. 15° C sanken, wird unter anderem mit für das Aussterben der eiszeitlichen Megafauna verantwortlich gemacht. Aufgrund der Datenlage liegt nun die Vermutung nahe, dass der Meteoriteneinschlag durch Verdunkelung der Atmosphäre diese Kälteperiode auslöste.

Die Menschen der Clovis-Kultur gelten als erste (Steinzeit-)Amerikaner. Sie werden oftmals auch als Ur-Indianer bzw. Paläo-Indianer bezeichnet. Ob die Clovis-Menschen tatsächlich die ersten modernen Menschen auf dem amerikanischen Kontinent waren, bleibt nach wie vor im Dunkeln der Geschichte. Es gibt mittlerweile einige Fundstellen, die einerseits auf andere Kulturen hindeuten und andererseits auch viel früher datiert worden sind (auf ein Alter von 19.000 Jahren (Fundort: Sandia) bzw. auf 32.000 bis 51.000 Jahre (Pendejo Cave)).
Die Clovis-Kultur wurde nach dem ersten Fundort von typischen Steinzeitspitzen in Clovis (New Mexico/USA) benannt. Allerdings finden sich Hinweise auf diese Kultur in ganz Amerika. Die Angaben über den genauen Zeitraum, in der die Cloviskultur existierte, schwanken, da die Altersbestimmungen von Fundstücken oftmals strittig sind. Die genannten Zeiträume erstrecken sich zwischen 13.000 v. Chr. bis 10.000 v. Chr. Die Clovis-Menschen lebten als Jäger und Sammler.

Woher sie kamen, darüber gibt es mehrere Vermutungen. Eine Theorie geht davon aus, dass die Jäger und Sammler über die Landbrücke der Beeringstraße von Asien aus einwanderten. Der Wasserspiegel lag damals ca. 100 Meter niedriger als heute. Als Belege für diese Theorie werden die Übereinstimmungen in den Naturreligion zwischen Nordamerikanischen und Sibirischen Ureinwohnern angesehen. Allerdings konnten Linguisten nachweisen, dass sich die Sprachen von Asiatischen und Nordamerikanischen Ureinwohnern eher vor 30.000 als vor 11.000 Jahren getrennt haben müssen.
Eine zweite Theorie sieht Übereinstimmungen zwischen der Clovis-Kultur und der Kultur der Solutreer. Diese Kultur lebte vor ca. 17.000 Jahren in Südfrankreich (Frankreich), Spanien und Portugal. Möglicherweise fuhren die Solutreer mit Booten entlang der Eiskante bis sie nach Amerika kamen. Sollten Menschen bereits vor so langer Zeit in der Lage gewesen sein, mit Hilfe von relativ primitiven Booten wie Umiaks (= Boote aus Tierhäuten) 5.000 km Ozean zu überwinden? Eine gewagte These, doch gibt es genetische Hinweise. Bei einem Indianerstamm, der vor ca. 15.000 Jahren in Nordamerika lebte, konnte DNS europäischen Ursprungs nachgewiesen werden.

 


Quellen:

 

Aktualisiert ( Montag, 05. März 2012 um 22:10 Uhr )
 

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